Kantonsratswahl

22. März 2019 21:04; Akt: 22.03.2019 21:04 Print

Helfer verschicken 200 falsche Wahlzettel

Im Entlebuch sind 200 geänderte Wahllisten als Wahlwerbung verschickt worden. Die Parteileitung ist enttäuscht über das Vorgehen ihres Kandidaten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Im Wahlkreis Entlebuch sind FDP-Wahlzettel (Liste 6) im Umlauf, auf denen der Name des Kantonsratskandidaten Reto Zemp von Dritten vorgängig handschriftlich kumuliert wurde», teilte die Luzerner Staatskanzlei am Freitag mit.

Rund 200 geänderte Wahlzettel wurden als Wahlwerbung an FDP-Wähler in Schüpfheim verschickt. Beim Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) des Kantons weist man darauf hin, dass keine von Dritten veränderte Wahllisten benutzt werden sollten. Lediglich die offiziell zugeschickten Wahllisten seien zu verwenden. Änderungen solle man immer selbst handschriftlich vornehmen.

Staatsanwaltschaft überprüft den Fall

Das JSD habe die Gemeinden im Wahlkreis Entlebuch angewiesen, dass bei der Auszählung jene Wahlzettel geprüft werden sollen. Gegebenenfalls müsse man diese für ungültig erklären, wenn der Verdacht besteht, dass sie von Dritten abgeändert wurden.

Ob hierbei ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt, wird derzeit von der Luzerner Staatsanwaltschaft überprüft. Wer unvollständige oder fehlerhafte Wahlunterlagen erhalten hat, soll sich bei der zuständigen Stadt- oder Gemeindekanzlei melden. Dort erhält man vollständige Listenblöcke.

FDP-Parteileitung ist enttäuscht

Bei der FDP ist man nicht erfreut: «Die Parteileitung ist daher enttäuscht über das Vorgehen des Kandidaten», teilt die Partei mit. Kandidat Remo Zemp habe die Parteileitung am Freitag informiert: «dass sein Umfeld handschriftlich vorkumulierte Wahlzettel zusammen mit einem Empfehlungsbrief an rund 200 Personen versendet hat.» Zemp entschuldige sich für das Vorgehen und übernehme auch die Verantwortung dafür.

Die FDP wolle einen fairen und gesetzeskonformen Wahlkampf: «Unlautere Mittel lehnt die Parteileitung ganz klar ab. Dies wurde mit allen Kandidierenden auch bereits im Vorfeld der Wahlen schriftlich vereinbart», heisst es weiter.

(gwa)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin von Allmen am 23.03.2019 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz wohin?

    Auch in der Schweiz Jetzt beginnen in der Schweiz auch schon derart mafiose Wahlmanöver. Das ist eine ganz schlechte Entwicklung. Habe gemeint, die vielen lukrativen Mandate, der Banken, Versicherungen, der Grosskonzerne. der tödlichen Waffenlobby usw. würden genügen.

  • Maler50 am 23.03.2019 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermehrt

    Solche Vorfälle sind in den letzten Jahren vermehrt zu beobachten y vielfach entstammen diese von den bürgerlichen Politiker,sehr bedenklich. Erinnert mich immer wieder an sogenannte Bananen Republiken!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 23.03.2019 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermehrt

    Solche Vorfälle sind in den letzten Jahren vermehrt zu beobachten y vielfach entstammen diese von den bürgerlichen Politiker,sehr bedenklich. Erinnert mich immer wieder an sogenannte Bananen Republiken!

    • der seher am 23.03.2019 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maler50

      Beste Erinnerung werden wach, wenn ich an den Fall in Biel denke. Man sollte immer zuerst denken, bevor anschuldigen und schreiben.

    • Maler50 am 23.03.2019 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @der seher

      Ich behaupte nicht dass nur rechte Bürgerliche solche Machenschaften betrieben haben,aber augenscheinlich sind in der letzten Zeit genau solche Politiker betroffen.Im übrigen sind die meisten Politiker von links bis rechts korrekt.Dennoch sind solche untriebe beim Namen zu nennen.

    • Bürgerliche Küche am 23.03.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maler50

      Seit wann ist Ricardo Lumengo bürgerlich? Wohl verdrängt was?

    einklappen einklappen
  • Martin von Allmen am 23.03.2019 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz wohin?

    Auch in der Schweiz Jetzt beginnen in der Schweiz auch schon derart mafiose Wahlmanöver. Das ist eine ganz schlechte Entwicklung. Habe gemeint, die vielen lukrativen Mandate, der Banken, Versicherungen, der Grosskonzerne. der tödlichen Waffenlobby usw. würden genügen.