Cham

18. Juli 2018 16:48; Akt: 29.07.2018 16:41 Print

Chamer Shirt soll Sportler besser machen

von Tunya Koch - Innert drei Jahren entwickelte die Firma Vexatec aus Cham ein T-Shirt aus leitfähigem Material. Mit einem Sensor können nun etliche Körperdaten gemessen werden.

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Das T-Shirt aus dem Hause Vecatex wurde bereits von Tennisspieler Tommy Haas, Nascar-Rennfahrer Gianmarco Ercoli, Fussballtrainer Torsten Frings und dem NHL-Eishockeyspieler Leon Draisaitl getestet. Am Shirt ist ein Sensor angebracht, der bis zu 50 Messungen pro Sekunde vornimmt. Die Bewegungsabläufe und Trainingsbelastung der Sportler können so in Echtzeit über eine App mitverfolgt werden.

Das «Agility-Shirt» soll dadurch neue Möglichkeiten zur Analyse der sportlichen Leistung eröffnen. «Ein Sportler in der Schweiz kann seine Daten über eine Cloud in Echtzeit seinem Trainer zur Verfügung stellen, der vielleicht in Australien sitzt», erklärt Urs Ruggaber, der operative Chef der Firma aus Cham, gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Rennfahrer erzielt durch T-Shirt bessere Leistung

Nascar-Rennfahrer Gianmarco Ercoli etwa hat das T-Shirt bereits Erkenntnisse geliefert. Während der 23-Jährige seine Runden drehte, stellten Trainer und Crew in der Box fest, dass er sich in einer falschen Sitzposition befand und sich sein Körper deshalb verkrampfte. «Diese Rückmeldung konnte vor Ort just umgesetzt werden, so das Ercoli im erneuten Testdurchlauf eine bessere Leistung erzielte», sagt Marketingleiter Roland Bischof. «Ercoli und die anderen Profis waren mit dem T-Shirt sehr zufrieden.»

Das Shirt wurde aus einem leitfähigen Material entwickelt und wird zu 100 Prozent in der Schweiz hergestellt. Das Know-How für stammt vom St. Galler Unternehmen Forster Rohner. Ein orange Kästchen mit dem Sensor befindet sich direkt unter dem Brustkorb und wird in Wettingen AG produziert.

Es werden Angaben zum Kalorienverbrauch, Geschwindigkeit, Puls, Herzaktivitäten, Distanz, Beschleunigung, Körperhaltung, Anzahl Schritte und vielem mehr gemessen. Die Trainingsdaten lassen sich auch über den PC aufrufen und auswerten.

«Wir können jederzeit lancieren»

Wann das Hightech-Produkt auf den Markt kommt, ist noch ungewiss. «Wir befinden uns noch in Abklärung mit einigen Investoren und grossen Sportartikelherstellern in Europa und Übersee», sagt Bischof. Vexatec hofft aber, noch dieses Jahr einen Partner zu finden.

Die Apps seien im App-Store von Apple und in Google Play hinterlegt und müssten nur noch freigeschaltet werden. «Wir können also jederzeit die Produktion beginnen.» Die Sportbekleidung hat gegenwärtig vier Farben, jeweils in einer Langarm-, Kurzarm- und Armlos-Version im Angebot. Wie hoch der Preis sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Dies hange unter anderem auch von den Investoren ab, mit denen man zusammen arbeiten werde.