Luzern

30. Juni 2011 23:08; Akt: 30.06.2011 22:04 Print

Hitzige Debatte um Strassenstrich

von Lena Berger - Der Grosse Stadtrat hat am Donnerstag entschieden, dass im Kampf gegen die Strassenprostitution neue Massnahmen geprüft werden sollen.

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Entscheid im Stadtrat.

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Der Strassenstrich im Tribschenquartier hat am Donnerstag im Stadtparlament für viel Diskussionsstoff gesorgt. «Das Sexgewerbe ist ein Gewerbe wie jedes andere auch und hat als solches nichts in einem Wohnquartier zu suchen», sagte Daniel Wettstein (FDP). Wenn durch diese Vorgabe Prostitution auf dem ganzen Stadtgebiet verboten werde, dann sei das halt so. «Es ist nicht Aufgabe des Stadtrates, eine Lösung für Prostituierte zu finden», so Wettstein. Markus Mächler (CVP) will Sexarbeiterinnen gar mit Überwachungskameras vertreiben. «Prostitution ist zwar legal, die Politik muss aber nicht Bedingungen schaffen, um sie zu ermöglichen», sagte er. Widerspruch kam von Dominik Durrer (SP): «Damit zieht sich die Politik aus ihrer Verantwortung.» Ein Verbot komme nur in Frage wenn alternative Standorte geboten würden. Wo diese sein sollen, ist aber unklar: Bereits regte sich Widerstand gegen die Idee, den Strich in den Littauerboden abzuschieben.

Die Grünen kündigten derweil einen Vorstoss an, der in eine ganz andere Richtung zielt: «Wir wollen faire Bedingungen für die Sexarbeitenden», sagte Edith Lanfranconi nach der Sitzung. Deshalb solle ihre Situation analysiert und bei der Suche nach flexiblen Lösungen berücksichtigt werden. Der Stadtrat wurde nun beauftragt, die Massnahmen Strichverbotszonen, Laufhaus und Verrichtungsboxen weiter auszuarbeiten.