Überfischung?

21. Juli 2019 15:38; Akt: 21.07.2019 15:56 Print

Hobbyangler fürchten um die Fische im Ägerisee

Kleinere und weniger Fische im Ägerisee beunruhigen Zuger Fischer. Der See sei überfischt, glauben sie. Der Kanton sieht dies anders.

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Wie viele und welche Fische leben im Ägerisee in Zug? Erstmals wurde vergangenen August die Zuger Fischfauna vom Amt für Wald und Wild nach der Methodik des «Projet Lac» erhoben. Die kürzlich veröffentlichte Erhebung zeigt, der Ägerisee ist insgesamt ein guter Lebensraum für Fische. Auch der Fangertrag sei gut, wie der Kanton Zug mitteilte.

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Ungewöhnlich sei aber, dass ab einer Tiefe von 30 Metern keine Fische mehr nachgewiesen wurden. Dabei seien die Sauerstoffwerte bis zu einer Tiefe von 60 Metern gut. Ebenfalls auffällig: Grosse Fische kommen im See selten vor.

Der Befischungsdruck, also die intensive Nutzung des Sees durch Angel- und Netzfischer, sei hoch und die verbauten Ufer schränkten den Lebensraum der Fische zusätzlich ein. Aus diesen Gründen sieht der Kanton Zug den Fischbestand im See heute als leicht bis mässig beeinträchtigt an.

«Dieses Gewässer ist überfischt»

Anders sehen das Hobbyfischer am Ägerisee. Eddie Zwahlen, der seit 30 Jahren auf dem See fischt, hält die Situation für kritisch: «Dieses Gewässer ist überfischt», sagt Zwahlen gegenüber der «Luzerner Zeitung». «Wenn es so weitergeht, gibt es bald gar keine fangmassigen Fische mehr im Ägerisee.»

In den vergangenen Jahren habe er immer weniger Fische rausgezogen. «Es stellt sich die Frage, ob die fischereiliche Nutzung des Ägerisees nachhaltig ist», so Zwahlen. Er sehe die Netzfischerei als Hauptursache: «Der Anteil der Netze im See muss beschränkt und die Fangzeiten müssen eingeschränkt werden.»

Verein fordert strenger Verordnungen

Derselben Meinung ist auch der Fischerverein Ägerisee. «Der Fischbestand ist seit Jahren rückläufig», sagt Vizepräsident Karl Roth gegenüber der «LZ». Auch werden laut Roth heute viel mehr kleinere Fische als früher gefangen. Ein normaler Egli etwa sei heute 20 Zentimeter lang – fünf Zentimeter kürzer als früher.

Der Grund dafür sei, dass der Kanton Zug in der Vergangenheit immer mehr grössere Netze bewilligt habe. Auch sei die Schonmasse für Felchen und Egli herabgesetzt worden. Der Fischervereis will nun handeln: Mit einem Brief wende man sich direkt an die Zuger Regierung. «Wir fordern strengere Verordnungen, damit sich unser See erholt.»

Konstanter Fangertrag

Laut Priska Müller, Leiterin des Amts für Wald und Wild, werde im Ägerisee nachhaltig gefischt. «Sowohl die Angel- als auch die Berufsfischerei wird im Ägerisee intensiv betrieben», sagt Müller. Der Ertrag sei dabei in den letzten Jahren in etwa konstant geblieben. Trotzdem werde das Thema weiter verfolgt und die Regelungen überprüft.

(tst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mäsi motz am 21.07.2019 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die kaimane kommen.

    Der Kanton sieht es anders, logisch seselfurzer. Alle Seen sind überfischt in der Schweiz, und man hat alle Zuflüsse dermassen verbaut das gar keine Nahrung da ist für die Fische. Früher gab es jenste Berufsfischer am Vierwaldstätersee, jetzt gibts fast keine mehr der See ist geplündert, wie der ganze Planet.

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  • Adi am 21.07.2019 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echolot verbot zwingend einführen.

    Bin viele male ohne einen Fisch nach Hause zurück gekehrt. Aber all die Echolot- Fischer die auf dem See rum fahren bis sie die/den Fisch finden, denn sie dann fangen - dass gehört verboten und zwar sofort...!!!

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  • Ueli Müller am 21.07.2019 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetten dass...

    Wetten genau die selben Hobbyangler weigern sich ihrem Hobby für eine gewisse Zeit nicht mehr nachzugehen! Wie immer: die anderen sollen. Bloß ich nicht. Ist dasselbe mit Veränderung. Jeder wünscht Veränderung, keiner will sich ändern!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • NP am 31.07.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fraglich

    Wieso ist dann fischen dort überhaupt noch erlaubt? Wenigstens eine Pause würde den Fischen gut tun

  • .Sommer 2019 am 25.07.2019 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ägeriseefreuden nicht nur für Fische

    Schwimmt man im Ägerisee, hat man das Gefühl, er sei voll von Fischen, sie springen munter und machen mir Freude.

  • kobold am 23.07.2019 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Auslöschung

    Wenn mann halt im Herbst beim Laichbeginn der Rötel mit seinen Netzen tagelang zur Stelle ist und die ganzen Schwärme wegfängt kann man schon frohlocken : Juhui welch wunderbares Jahr und das alles ohne schlechtes Gewissen; oh je, wo sind wir mit unserer Gier angelangt?!

  • Pilot am 23.07.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Einschränkung

    Die Zeiten ändern sich nur der benannte Berufsfischer hat die Wörter: Nachhaltigkeit sowie Hege und Pflege wohl nicht im Wortschatz , aber das lehrt man doch an jeder Fischwirt Ausbildung: Tipp: Netze am Abend rein am Morgen raus und vieles ist schon besser , übrigens; Früher war das so!!

  • Butch am 23.07.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wärs?

    Wie wär's mal ohne Berufsfischer? Sportfischer können zwar viel fangen, fischen jedoch meist saisonal und zeitlich begrenzt. Berufsfischer fischen das ganze Jahr über, mit Netzen. Braucht es an einer Pfütze wie dem Ägerisee wirklich einen Berufsfischer?