Root LU

27. Dezember 2016 19:02; Akt: 27.12.2016 19:02 Print

Hochwasser wegen Bibern – Kanton senkt Damm ab

von Noah Knüsel - Rund 2000 Biber gibt es in der Deutschschweiz. Nun sorgen einige von ihnen in Root für Probleme – weil sie zu fleissig waren. Der Kanton Luzern muss intervenieren.

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Am Förndlibach in Root haben sich seit Herbst 2015 mehrere Biber angesiedelt. Die Tiere haben mittlerweile einen Haupt- und zwei Nebendämme gebaut. Zwischen dem 10. und dem 28. November dieses Jahres haben sie ihren Hauptdamm um rund 20 Zentimeter erhöht, wie es im neuesten Luzerner Kantonsblatt heisst.

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Das führte dazu, dass beidseits des Baches insgesamt rund 700 Quadratmeter Wiese dauerhaft überschwemmt sind. Weil die Wiese zu einem Flachmoor gehört, das von nationaler Bedeutung ist, muss der Kanton nun intervenieren.

Abflussrohr und Absenken des Dammes

Zwei Massnahmen sind vorgesehen: Einerseits soll durch den Hauptdamm ein Abflussrohr gezogen werden, um Wasser aus dem Biberteich abfliessen zu lassen. Andererseits wird ein Nebendamm um 20 Zentimeter gesenkt. Dazu müssen Äste von Hand aus den Dämmen entfernt werden. Dass man so an ihrer Behausung herumpfuscht, stört die Biber offenbar nicht: Priska Ineichen von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern (Lawa) erklärt: «Aggressiv werden die Tiere im Normalfall nicht, ausser man überrascht sie beispielsweise in ihrem Bau und treibt sie in die Enge.»

Möglich sei aber, dass die Tiere den Nebendamm einfach wieder aufbauen. Ineichen: «Wenn das der Fall wäre, müsste man immer mal wieder ein paar Äste wegnehmen, sodass der Wasserstand des Nebendammes um maximal 20 Zentimeter gesenkt wird.»

Pro Natura: «Kein Eingriff ist ideal»

Peter Lakerveld, Projektleiter bei Pro Natura, sagt: «Grundsätzlich ist kein Eingriff in einen Biberdamm ideal. Dass man Dämme künstlich absenkt ist aber unserer Erfahrung nach eine übliche Massnahme.» Bei Nebendämmen sei dies denn auch nicht so schlimm wie bei einem Hauptdamm, der den Biberbau direkt schütze.

Den konkreten Fall in Luzern kann Lakerveld nicht beurteilen, da er die Details nicht kennt. Aber: «Wir finden allgemein, dass meist relativ schnell in den Lebensraum der Biber eingegriffen wird. Hier muss man immer auch die Interessen der Biber sorgfältig abwägen.» Trotz mittlerweile stabiler Population sei der Biber immer noch eine geschützte Tierart.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 27.12.2016 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst zu wenig...

    ..jetzt bald zu viele Biber. Vor 50 Jahren war der Biber quasi ausgestorben, dank großer Bemühungen haben wir wieder eine schöne Population. Dass jetzt leicht eingegriffen werden muss, schadet der Population überhaupt nicht, schliesslich werden die Biber ja nicht abgeschossen nur die Dämme leicht reduziert. Und an Nahrung kommen die immer noch genau so gut heran.

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  • Markus am 27.12.2016 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Süsse Tiere

    Und das alles ohne Baubewilligungen ;-)

    einklappen einklappen
  • Gilu am 27.12.2016 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Förndlibach

    Wurde der Bachlauf bei Root (Fussballplatz) nicht erst vor kurzem, nicht zum 2. Mal geändert ? Auch bei Perlen, mein ich, war der Lauf geändert worden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Spaniel am 28.12.2016 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biber soll bleiben !

    Lasst den Biber in Ruhe in seiner Welt. Das einzige was man verhindern muss ist dass er ins Wallis umsiedelt...

  • Ratmal Werwol am 28.12.2016 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Böse Natur

    Aber der Mensch arbeitet ziemlich erfolgreich darauf hin, alle Natur zu beseitigen.

  • Moris,28,12,2016 am 28.12.2016 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Helfen ist Angesagt

    im Fernsehen kam ein Film von denen, ein kleines Seelein kam an einem Ort über, oberhalb war ein Anwesen, handeln war nun Angebracht, der Besitzer wollte aber die Biber nicht Vertreiben, ein Stattlicher Damm war Gebaut, der Besitzer mit Kollegen Schob ein langes Rohr, etwa 1 Meter Durchmesser unten durch den Gebauten Damm an der Seite, das Wasser floss wieder ab, es war allen Geholfen, da das Rohr sehr lange war bestand keine Gefahr von Verstopfung,

  • Bürgerwürger am 28.12.2016 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naturschutz?

    Find ich immer irgenwie absurd, wenn wir ein Naturschutzgebiet vor der Natur schützen müssen. Das hat mit Natur nichts zu tun. Bei der Natur bestimmt halt eben die Natur, was wo passiert und Veränderung gehört da auch dazu, aber das passt halt nicht in unsere Gesellschaft. Wir müssen ein Inventar anlegen und dann hat alles, was da drin steht gefälligst zu bleiben, wie es ist. Dabei ist längst klar: Das einzig Beständige ist die Veränderung.

  • Hombre am 28.12.2016 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Justin

    Lasst doch endlich den Justin in Ruhe... immer das rumhacken auf dem Bieber... ;-)))