Pendlerproblem

17. April 2012 21:04; Akt: 18.04.2012 00:27 Print

Höhere Steuern sollen Industie-Riesen verjagen

von Sarah Rivoli - Im Kanton Zug sollen Firmen vertrieben werden, um die Zahl der Pendler zu reduzieren. Politikern stösst die Idee sauer auf.

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Kisslings Idee kommt im bürgerlichen Lager nicht gut an. (GWA)

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Um den Pendleransturm zu reduzieren, sollen im Kanton Zug Arbeitsplätze abgebaut werden. «Die Züge und Busse sind bereits heute überfüllt», ärgert sich Philipp Kissling, Geschäftsführer der Zuger Sektion des Verkehrs-Clubs Schweiz (VCS). «In Zug ist das Verhältnis von Arbeitsplätzen und Wohnraum aus dem Gleichgewicht geraten. Deshalb werden künftig noch mehr Leute von ausserhalb diese Arbeitsplätze besetzen müssen», so Kissling. Seine Idee: Industrie-Riesen wie Glencore oder Shell, die ihren Hauptsitz im Kanton Zug haben, sollen mit einer Steuererhöhung vertrieben werden. Der dadurch entstehende Platz könne dann für günstigen Wohnraum genutzt werden.

Bei der SVP stösst die Idee auf heftige Kritik: «So macht man die Wirtschaft kaputt», nervt sich Kantonsrat Moritz Schmid (SVP). Bei der CVP ist man gleicher Meinung: «Die Vertreibung der Firmen würde enorme Kosten verursachen, die die Bevölkerung zu spüren bekäme», so Kantonsrat Martin Pfister. «Ohne die Steuergelder der Wirtschaft wären Schulen und andere Infrastrukturen nicht mehr finanzierbar.» Auch die Regierung hält von Kisslings Idee wenig: Sie versucht dem Pendler-Ansturm anders entgegenzuwirken. «Wir planen, Arbeitszonen in Mischzonen umzuwandeln, damit mehr Wohnraum entsteht», so Baudirektor Heinz Tännler.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Louis H. am 18.04.2012 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Pendeln ist ein Problem der SBB

    Wieso wird das Problem nicht bei der SBB angepackt?! Wenn das Pendeln das Problem ist, dann kann man ja einfach mehr Züge auf die Gleise stellen, anstatt Firmen aus dem Kanton zu vertreiben.

  • Denise am 17.04.2012 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsplatz zu Hause einrichten

    und das Problem ist gelöst. Umdenkenn ist angesagt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Louis H. am 18.04.2012 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Pendeln ist ein Problem der SBB

    Wieso wird das Problem nicht bei der SBB angepackt?! Wenn das Pendeln das Problem ist, dann kann man ja einfach mehr Züge auf die Gleise stellen, anstatt Firmen aus dem Kanton zu vertreiben.

  • Denise am 17.04.2012 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsplatz zu Hause einrichten

    und das Problem ist gelöst. Umdenkenn ist angesagt.

    • Arbeiter am 18.04.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

      Viel Spass!

      Das mag für den einen oder anderen reinen Büromenschen noch gehen, spätestens aber beim Entwickler der eine Laborumgebung braucht ist das nicht mehr so einfach. In der Produktion ist das sogar in den meisten Fällen unmöglich. Jedenfalls bei der Art Produkte die Industrie-Riesen, um die es ja offenbar geht, in der Schweiz noch produzieren.

    • Leser am 20.04.2012 20:33 Report Diesen Beitrag melden

      Kompromiss

      Arbeitsplatz zu Hause ist für Bürolisten nur bedingt ideal. Die Zusammenarbeit leidet darunter. Für durchaus machbar halte ich jedoch 1 Tag in der Woche von zu Hause aus arbeiten. z.B. Firma 1 hat jeweils am Dienstag "Work@Home", Firma 2 am Mittwoch und Firma 3 am Donnerstag. So könnte der Pendleransturm um 20% - zumindest was Büro-Jobs betrifft - reduziert werden.

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