Gefährliche Tat

26. Januar 2020 18:45; Akt: 26.01.2020 18:45 Print

Hund findet Kadaver eines verscharrten Kalbes

So hatte sich ein Hundebesitzer seinen Spaziergang in Neudorf (LU) nicht vorgestellt: Statt Erholung gab es Aufregung um ein vergrabenes Kalb.

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Einen ausgiebigen Spaziergang mit seinem Vierbeiner hat ein Mann, der anonym bleiben will, am vergangenen Sonntag in Beromünster-Neudorf unternommen. Plötzlich habe der Hund auf einem Feld angefangen zu graben und in der Folge einen grossen Knochen freigebuddelt. Doch damit nicht genug: Es folgten ein weiterer Knochen, ein Schädel und eine Wirbelsäule. An einem der Knochen habe sich auch noch Fleisch befunden.

Das Rinder-Grab wurde nur dank der feinen Nase des Hundes freigelegt. Der Hundehalter meldete den Knochenfund der Luzerner Polizei, welche die Ermittlungen aufgenommen hat. Auf Anfrage des «Anzeigers Michelsamt» sagte Mediensprecher Simon Kopp: «Ich kann bestätigen, dass wir Knochen gefunden haben. Nun gilt es herauszufinden, was für Knochen das sind, wie sie dahin gekommen sind und ob es sich um eine strafbare Handlung handelt.»

Wurde ein zweiter Tierschädel gefunden?

Nicht bekannt ist bisher, wie viele Tiere auf dem Feld ausserhalb des Dorfes in Neudorf entsorgt wurden und ob diese allenfalls krank waren. Der «Anzeiger Michelsamt» schreibt gar von einem «kleinen, illegalen Friedhof für Rinder.» Wie ein Einheimischer gegenüber 20 Minuten sagt, soll noch ein zweiter Tierschädel gefunden worden sein. Diese Aussage konnte am Sonntag nicht bestätigt werden.

Fest steht: Sollte sich ein Tierhalter auf diese Weise seiner toten Rinder entledigt haben, wäre dies strafbar. Laut Kantonstierarzt Martin Brügger hängt dies mit der Seuchenbekämpfung zusammen: «Damit sich keine Erreger weiterverbreiten, müssen die Körper von toten Tieren, ordnungsgemäss entsorgt werden.» Die Bauern wüssten, dass im Kanton Luzern verstorbene Kühe kostenlos entsorgt werden könnten. Die meisten Gemeinden hätten eigene Tierkörpersammelstellen.

Landwirte aus Beromünster können Kadaver, die bis 200 Kilogramm schwer sind, in Reinach, Sempach Station und in Hochdorf abgeben. Tiere die mehr Gewicht haben, würden nach einem Telefonanruf kostenlos abgeholt. Finanziert werde der Dienst durch die Tierseuchenkasse, bei der die Bauern jedes Jahr einen Beitrag einzahlen müssen.

(dag)