Tierischer Aufpasser

04. November 2019 19:16; Akt: 05.11.2019 11:12 Print

Hund soll Carmen (8) bei Epilepsie-Anfällen helfen

von Daniela Gigor - Carmen aus dem Kanton Luzern leidet an Epilepsie. Bald schon soll ein Labrador ihr Beschützer werden. Bis es soweit ist, muss der Welpe noch ausgebildet werden.

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Die achtjährige Carmen aus dem Luzerner Seetal leidet an Epilepsie. Jeder Anfall kann auch zu Bewusstseinsstörungen führen. Dramatisch: Ihre Familie kann diese Anfälle, die jeweils etwa alle zwei Wochen auftreten, im Voraus nicht erkennen. Carmen selbst beschreibt ihren Zustand während eines Anfalls als «völlige Ohnmacht». Weil das Mädchen die verschriebenen Medikamente nicht vertrug, setzte es diese nach Rücksprache mit den Ärzten ab und die Anfälle kehrten zurück.

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Carmen muss nun während 24 Stunden beaufsichtigt werden, wie die «Luzerner Zeitung» berichtete. Dies soll sich nun aber bald ändern, weil in wenigen Wochen ein Labrador-Welpe die Familie ergänzen und unterstützen soll. Das Spezielle an diesem Vierbeiner: Er wird zum Epilepsie-Begleithund ausgebildet und soll einen Anfall bereits im Voraus wahrnehmen. Ermöglicht wird dies durch den 2014 privat gegründeten Verein Epidogs für Kids.

Welpe prägt sich den ersten epileptischen Anfall ein

Präsidentin Madlaina Blapp erklärt, wie die Ausbildung der Hunde abläuft: «Im Idealfall kommt der Hund bereits als Jungtier zu der betroffenen Familie. Dort entstehen die Bindung, das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen Menschen und dem Tier.» Das Rüstzeug bringt der Welpe beim Einzug ins neue Heim bereits mit.

Erlebe das Jungtier innerhalb der Familie den ersten epileptischen Anfall des Mädchens, werde er sich diese Situation automatisch einprägen und die Familie künftig in solchen Situationen alarmieren. Denn der Hund kann Anfälle schon frühzeitig erkennen: «Was der Hund, riecht, spürt oder sieht ist wissenschaftlich leider wenig erforscht. Es könnte veränderte Atemgeschwindigkeit, erhöhte Körpertemperatur oder minimale Veränderungen im Muskeltonus sein», so Blapp weiter. Familienmitglieder müssten lernen, die Warnsignale des Hundes zu erkennen. Wie ein Hund warnt, sei von Tier zu Tier individuell. Es könne etwa durch Bellen oder intensives Ablecken gewisser Körperstellen passieren.

Epidogs geben Hoffnung, Sicherheit und Lebensqualität

Im Lernprozess wird die Familie unterstützt von der Hundetrainerin Manuela van Schewick. Die Deutsche besucht während zwei bis vier Jahren die betroffenen Familien regelmässig Zuhause. Dort wird sie das private Training spezifisch ausrichten. Später wird der Labrador in der Lage sein, die Anfälle des Kindes zu mildern oder gar zu verhindern.

Der Hund muss auch auf die verschiedensten Situationen im Alltag reagieren können. So stellt er sich etwa vor das Kind, wenn es umzufallen droht. Er apportiert auch Medikamente oder Telefone oder kann in einer misslichen Lage einen Notrufknopf betätigen. Blapp: «Durch das Zusammenleben mit dem Hund bekommt die Familie Hoffnung, Sicherheit und dauernde Lebensqualität.»

Doch damit nicht genug: «Er kann auch zur Personensuche eingesetzt werden oder versucht das Kind im Notfall, etwa durch lecken oder anstupsen zu aktivieren», sagt Blapp weiter. Damit der Hund mit all diesen Anforderungen klar kommt, müsse er bestimmte Charaktereigenschaften mitbringen: Der Familienhund sollte sensibel genug und körperlich robust sein, eine freundliche Grundstimmung, ein grosses Interesse an Menschen sowie eine gute und kontrollierbare Arbeitsveranlagung mitbringen.

Für Carmen wird Geld für ihren Hund gesammelt

Finanziert wird die Anschaffung und die Ausbildung des Hundes für Carmen durch Spenden über die Sammel-Plattform «Crowdly». Die Kosten belaufen sich auf rund 15'000 Franken. Blapp: «Weder die IV noch die Krankenkassen übernehmen oder beteiligen sich an diesen Kosten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Ginsberg am 04.11.2019 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Epilepsie

    Habe schon gelesen, dass Menschen vor einem generalisierten Anfall (diese Carmen scheint darunter zu leiden) einen gewissen Geruch an sich haben, den solche ausgebildeten EPIDOGS sofort erkennen, wir Menschen aber nicht wahrnehmen: Hoffe (bin mir sogar sicher) dieser Labrador wird für dieses Mädchen eine grosse Hilfe sein! Dass sich weder die IV noch die Krankenkasse an den Kosten beteiligen ist mir allerdings ein Rätsel.

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  • Ursus am 04.11.2019 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Carmens Hund

    Solche Schicksale muss man unterstützen.

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  • Jürgen am 04.11.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Epilog

    Welch intelligente Tiere; da wird der Mensch klein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thurgauer am 05.11.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Benutzt oder gegessen, arme Tiere

    Dafür sind die Tiere dann wieder gut genug. Hauptsache dem Menschen nützlich. Ansonsten werden sie gegessen! Oder gequält und eingesperrt in Laobrs, in Zoo's oder im Zirkus ausgestellt für Schaulustige usw.

  • Ober Motzer am 05.11.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll aber nicht neu

    Toll aber nichts Neues. Gibt es schon lange, auch für andere Krankheiten.

  • NoDog am 05.11.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super! Für solche Zwecke abgerichtete Hunde sind genial, ich hoffe dass sie den Hund bald bekommt. Alle anderen nicht artgerecht und nur zur Befriedigung des eigenen Machtgelüstes gehaltenen Hunde gehören jedoch verboten, da nicht mit dem Tierschutzgesetz kompatibel.

  • Natur_hilft am 05.11.2019 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    CBD Öl

    Geben Sie doch Ihrer Tochter CBD Öl, in den USA wird das mit 100%iger Erfolgsquote angewendet! Auf Youtube gibt es genügend Dokus zum Thema.

    • Auf YouTube am 05.11.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      Gibt es alles mögliche

      Aber das meiste ist einfach nur Quatsch....

    • S@m Winchester am 05.11.2019 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Natur_hilft

      CBD Öl alleine wird schwierig. Wir geben unserem Sohn Öl, können aber nicht vollständig auf die anderen Medis verzichten.

    • Bruno S am 05.11.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Natur_hilft

      mindestens mal probieren fänd ich sinnvoll

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  • Krebs Verena am 05.11.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Besserwisser

    So viele Epilepsiebetroffene - so viele individuelle Krankheitsverläufe - Epilepsie ist oft sehr schwierig zu behandeln und kann nicht einfach mit der gleichen Medikation behandelt werden wie Betroffene aus dem Umfeld! Was für Patient A sehr gut ist, kann für Patient B sogar schädlich sein, deshalb bitte keine gutgemeinten Ratschläge - für die Behandlung von Epilepsie immer ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, Homöopathie reicht auch nicht!

    • Bruno S am 05.11.2019 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Krebs Verena

      leider sind da auch Fachärzte nicht allwissend...

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