Muotathal SZ

06. Februar 2019 17:44; Akt: 06.02.2019 18:44 Print

Werden Huskys nach Blutrausch eingeschläfert?

Neun tote und zehn verletzte Schafe, eine in Stücke gerissene Katze und ein angegriffener Jack-Russell-Terrier: Das ist die Bilanz eines Raubzuges zweier Huskys in Muotathal.

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Zwei Huskys haben im Muotatal ein Bludbad angerichtet. (Symbolbild) (Bild: Krivotiff)

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Die Huskys konnten am vergangenen Donnerstag aus dem Zwinger eines privaten Hundehalters entkommen, weil darin hoher Schnee lag. Von dort aus starteten sie einen Raubzug im Muotatal und gerieten dabei in einen wahren Blutrausch.

«Zuerst rissen die Huskys eine Katze in Stücke», berichtete «Bote der Urschweiz». Dann griffen die Hunde einen kleinen Jack-Russell-Terrier an, der später beim Tierarzt genäht werden musste.

Ein wahres Blutbad richteten die Hunde bei einer Schafherde an. Die Huskys drangen über ein 1,2 Meter hohes Gatter in einen offenen Stall ein und rissen dort fünf Schafe. Vier weitere Schafe verletzten die Hunde so schwer, dass sie getötet werden mussten. Zehn weitere Tiere wurden ebenfalls verletzt. Nur drei der total 22 Schafe blieben völlig unversehrt.

«Die Hunde sind in einen Rausch gekommen»

Der Schafhalter sagte zum «Boten»: «Als ich kam, gingen die Hunde noch voll drauflos. Ich habe geschrien, dann hörten sie auf.» Kantonstierarzt Andreas Ewy sagte: «Die Hunde sind in einen Rausch gekommen.»

Zuständig für den Fall ist Ewys Stellvertreter Marco Gut. Dieser sagt: «Das ist einer der massivsten Vorfälle, mit der ich während meiner Tätigkeit zu tun hatte.»

Was passiert jetzt mit den Hunden?

Nun wird entschieden, welche Massnahmen getroffen werden. Angeordnet wurden Sofortmassnahmen, damit ein möglicher weiterer Vorfall verhindert werden kann. Über definitive Massnahmen werde bis Ende Woche entschieden. Als härteste Massnahme könne dies bedeuten, dass die Tiere eingeschläfert werden müsste.

In Frage komme aber auch eine unbefristete Leinen- und/oder Maulkorbpflicht. Laut Gut wird die Entscheidung etwa von der Vorgeschichte der Tiere, der Art und Weise des aktuellen Vorfalls, ihrer Haltung und auch der Gewissenhaftigkeit des Halters beeinflusst. Wenn die definitiven Massnahmen bestimmt sind, werde die Verfügung dem Hundehalter angeordnet. Ist er damit nicht einverstanden, kann er ein Rechtsverfahren einleiten.

Vorfall von der Polizei bestätigt

Laut «Bote» würden die Hunde für Menschen keine Gefahr darstellen, da sie nicht ihr Territorium verteidigt hätten, sondern dem Jagdtrieb verfallen seien.

Die Schwyzer Kantonspolizei bestätigt den Fall. Laut Sprecher David Mynall erstellt die Polizei einen Rapport über das, was vorgefallen ist, und leitet dies der Staatsanwaltschaft weiter.

Hunde gehören einer Privatperson

Diese wird dann untersuchen, ob von Seiten des Hundehalters ein Verstoss gegen das kantonale Gesetz über das Halten von Hunden vorliegt. Dieses schreibt unter anderem etwa vor, «Hunde sind so zu halten, dass sie weder Personen noch Tiere gefährden oder belästigen.»

Im Zeitungsbericht wird übrigens explizit erwähnt, dass die beiden ausgerissenen Huskys nicht von Erlebniswelt Muotathal GmbH stammen, welche in der Region Touren mit Schlittenhunden anbietet, sondern von einem privaten Hundebesitzer. Er war am Mittwoch nicht erreichbar. Die Frau des Schafbesitzers wollte gegenüber 20 Minuten keine Auskunft geben.


(mme/dag)