Kantonsschule Musegg

31. Januar 2019 05:52; Akt: 31.01.2019 05:52 Print

Luzerner Schüler sprechen live mit ISS-Astronaut

Zehn Jahre lang wartete die Kanti Musegg auf diese Gelegenheit: Jetzt können Schüler über Funk einem ISS-Astronauten live ihre Fragen stellen.

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Aus über tausend Bewerbern aus der ganzen Welt wurde die Kantonsschule Musegg in Luzern ausgewählt. Die Schule kann am Montag Kontakt mit der Crew der internationalen Raumstation ISS aufnehmen.

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Ein solcher ISS-Schulkontakt finde zum ersten mal in Luzern statt, wie der Verband der Schweizerischen Funkamateure (USKA) am Mittwoch mitteilte. Das Event ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kantonsschule Musegg, der Hochschule Luzern und dem USKA.

Während des Überfluges der ISS über die Schweiz dürfen mehrere Schüler über eine direkte Funkverbindung den kanadischen Astronauten David Saint-Jacques Fragen stellen. «Die Schüler freuen sich riesig auf diese Gelegenheit. Sie konnten es gar nicht glauben, dass unsere Schule ausgewählt wurde», sagt Kevin Zihlmann, Fachlehrer Mathematik und Physik an der Kantonsschule Musegg.

Die Schule habe lange auf eine Kontaktaufnahme mit der ISS gewartet. «Wir haben uns vor fast zehn Jahren dafür beworben.»

Zeitfenster von zehn Minuten

Für die Kontaktaufnahme wird die Funkanlage der Hochschule Luzern in Horw verwendet. Im dortigen Funkzimmer werden sich auch die Kantischüler aufhalten. Das Geschehen werde dabei live in die Aula der Kantonsschule Musegg übertragen, wo die restlichen der 400 Schüler sein werden. Für das Event am Montag laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Dezember 2018: Der Start der Sojus-Rakete, mit der Saint-Jacques zur ISS reiste. (Video: AP)

«Die Funkanlage muss richtig eingestellt und die Videoübertragung hergestellt werden», sagt Willi Vollenweider, Präsident des USKA. «Die ISS ist beim Verbindungsaufbau über 2000 Kilometer entfernt. Dafür braucht es eine leistungsfähige Antenne.» Die Funkverbindung sei auch nur dann möglich, wenn die Raumstation über der Schweiz am Horizont steht. Dies ergibt ein kleines Zeitfenster von zehn Minuten. Die grösste Herausforderung sei dabei die Organisation.

Verschiedenste Fragen ausgewählt

Die Fragen, die dem Astronauten gestellt werden, wurden durch einen Schülerwettbewerb bestimmt. «Jeder Schüler konnte seine Frage einreichen. Wir haben dann die zwanzig besten ausgewählt», sagt Kevin Zihlmann, der am Montag mit den Schülern im Funkzimmer sein wird. «Die spannendste Frage wird zuerst gestellt, dann in absteigender Reihenfolge. Soweit wie wir innerhalb der zehn Minuten kommen.»

Die Fragen seien sehr verschieden: Was muss im Notfall gemacht werden? Oder: Können die Astronauten auf der ISS wählen, wenn in ihrem Land eine Wahl ansteht? Es sei von wissenschaftlichen Fragen zu den durchgeführten Experimenten in der ISS bis zu den Empfindungen der Astronauten alles dabei.

(tst)