Gerichtsurteil

22. Januar 2018 09:53; Akt: 22.01.2018 11:25 Print

Ignaz Walker erhält zehn Jahre Freiheitsstrafe

Das Urner Obergericht hat sein Urteil gefällt: Der ehemalige Urner Cabaretbetreiber Ignaz Walker erhält eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren.

Ignaz Walker am Montag auf dem Weg zum Obergericht des Kantons Uri (Video: SDA).
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Das Urner Obergericht hat seinen Schuldspruch im Falle Ignaz Walker damit begründet, dass es die Indizien neu bewertet habe. 2016 hatte es den Beschuldigten vom Vorwurf freigesprochen, 2010 einen Auftragskiller auf seine damalige Frau angesetzt zu haben.

Das Bundesgericht hatte den Freispruch aufgehoben und vom Urner Obergericht verlangt, dass es die Indizien neu beurteile. Zudem hatte es festgestellt, dass der Beschuldigte kein Opfer eines Komplottes seiner damaligen Gattin sei.

«Im Zweifel für den Angeklagten

Das Obergericht habe den Fall im Lichte des Bundesgerichtsurteils neu gewürdigt, sagte der Vorsitzende Thomas Dillier am Montag in Altdorf bei der Urteilsverkündung. Der Freispruch sei 2016 nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» gefällt worden.

Das Obergericht beurteilte Zeugenaussagen, Telefonkontakte, Schussrekonstruktionen, Alibis und Motive neu. Es gebe rechtsgenügliche Beweise für die Schuld des Beschuldigten, sagte Dillier. Der Beschuldigte müsse die Person gewesen sein, die den Auftrag für die Schüsse auf seine Frau gegeben habe. An der Täterschaft des rechtskräftig verurteilten Auftragskillers gebe es keinen Zweifel.

Die Frau war beim Anschlag schwer verletzt worden. Das Gericht sprach den Beschuldigten des Mordversuchs in Mittäterschaft schuldig. Dazu kommt eine Schussabgabe des Beschuldigten auf einen Gast; diese Verurteilung wegen Gefährdung des Lebens durch das Obergericht hatte das Bundesgericht bestätigt. Für beide Delikte legte das Obergericht eine Strafe von 10 Jahren fest.

(sda)