LUZERN

05. Februar 2009 23:10; Akt: 05.02.2009 23:48 Print

Immer mehr Jugendliche in der Schuldenfalle

von Guy Studer - Die Zahl der verschuldeten Jugendlichen steigt stetig an. Oft beginnt das Elend mit dem ersten Job. Und mit einem kostspieligen Nachtleben.

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«Nicht selten haben junge Menschen heute Schuldenberge von 50000 bis 70000 Franken angehäuft», sagt Charly Gmür, Leiter der Luzerner Fachstelle für Schuldenfragen. Ein noch krasseres Beispiel: Letztes Jahr suchte ein junges Paar Hilfe, weil es mit 110 000 Franken in der Kreide stand und ein Kind bekommen hatte.

Häufigste Gründe für derart hohe Schulden sind laut Gmür teure Anschaffungen wie Autos und Elektronikgeräte – und nicht selten ein kostspieliges Nachtleben. Die Schuldenspirale beginne sich oft mit dem ersten Job zu drehen. «Einerseits wird der Lohn überschätzt, andererseits ist man plötzlich kredit- und kreditkartenwürdig», sagt Gmür. Viele Jugendliche würden deshalb Auto-Leasingverträge abschlies­sen oder Kredite aufnehmen. «Wer dann plötzlich den Job verliert und einen laufenden Leasingvertrag hat, stürzt automatisch in die Schuldenfalle.» Diese Gefahr bestehe gerade jetzt im Hinblick auf die Wirtschaftskrise. «Sollten viele Stellen gestrichen werden, könnte sich die Situation massiv verschärfen», prognostiziert Gmür. Doch dies dürfte noch eine Weile dauern. Gmür: «Zu uns kommen die Verschuldeten meist erst dann, wenn die Gläubiger das Geld zurückfordern.»