Ärger in Luzern

30. August 2018 05:43; Akt: 30.08.2018 05:43 Print

Sammelstellen mutieren zu illegalen Mülldeponien

von Daniela Gigor - Sofas, Matratzen, Stühle und anderes Sperrgut werden immer öfter illegal auf der Strasse entsorgt. Anwohner pochen erneut auf Videoüberwachung.

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Anwohner Bruno Schaller wollte am Mittwochmorgen an der Dammstrasse in Luzern eine Tasche mit leeren Flaschen entsorgen. Dies entpuppte sich aber als Ding der Unmöglicheit, weil vor den dafür bestimmten Containern Hausrat illegal entsorgt worden war – der Zugang war ihm versperrt. Schaller machte sich auf Facebook Luft über seinen Ärger und veröffentlichte zwei Bilder in einer offenen Gruppe.

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«Anständige Leute werden hier behindert»

Auf Anfrage sagt Schaller: «Das ist eine bodenlose Frechheit, weil Leute, die anständig ihren Müll entsorgen wollen, dabei behindert werden.» Das sei eine Schande für Luzern und es tue ihm weh zu sehen, dass es mit den illegalen Entsorgungen von Güsel und Sperrgut immer schlimmer werde. Dies hätten ihm auch Mitarbeiter des Strasseninspektorats im Gespräch bestätigt. «Was in der Nacht auf Mittwoch an der Dammstrasse abgestellt wurde, ist eine ganze Wohnungseinrichtung», sagt Schaller weiter. In der Tat sind auf seinen Bildern unter anderem Sofas, Matratzen und ein Stuhl zu sehen.

Tägliches Katz- und- Maus-Spiel

Laut Schaller wird der Müll in der Regel jeweils am Morgen gegen acht Uhr entfernt. «Dann kommt ein Transporter oder Lastwagen um die Hinterlassenschaften abzutransportieren. Aber bereits am Nachmittag geht es wieder von vorne los.» Tatsächlich war bei einem Augenschein vor Ort am Morgen wieder alles aufgeräumt.

Bereits im März hatte sich Schaller darüber enerviert, dass an der gleichen Sammelstelle viel Güsel wild deponiert war. Damals wurde der Platz sogar temporär von Sicherheitspersonal überwacht, doch es nützte nichts. Eine Videoüberwachung war damals aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich, hiess es im März noch bei der Stadt Luzern.

Schaller wünscht sich aber nach wie vor, dass Videokameras die Güsel-Sünder überführen sollen: «Die Stadt will das nicht, aus Gründen des Datenschutzes. Wer aber schützt uns vor diesen Leuten?»

Videoüberwachung wird zum Thema

Bei der Stadt Luzern werden keine Zahlen erhoben, welche Mengen an Sperrgut verboten entsorgt werden. Illegale Entsorgung sei sehr vielschichtig und jeder verstehe darunter etwas anderes. Thomas Schmid, Bereichsleiter des Strasseninspektorats: «Illegale Entsorgungen sind täglich ein Thema unter den Mitarbeitern und wir erhalten auch sehr viele Reaktionen aus der Bevölkerung.» Die Stadt habe bisher auf Videoüberwachung an schwierigen Sammelstellen verzichtet. «Doch früher oder später wird das Thema Videoüberwachung wieder zur Sprache kommen», sagt Schmid weiter.