Urschweiz

24. Oktober 2013 21:13; Akt: 24.10.2013 21:13 Print

In 87 Jahren sind alle 200 Gletscher geschmolzen

In den Kantonen Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden werden die Schneefallgrenzen steigen, die Gletscher verschwinden. Die Folgen sind dramatisch.

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In Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden werden die Schneefallgrenzen steigen und die Gletscher verschwinden: Zu diesem Schluss kommt eine Studie von MeteoSchweiz. Heute ist es in der Urschweiz im Winter bis 2 Grad wärmer als vor 100 Jahren. Pro Jahr gibt es bis 50 Frosttage weniger als vor 50 Jahren. Und es gibt bis 15 Neuschneetage weniger. Die Forscher gehen weiter davon aus, dass Ende des 21. Jahrhunderts alle 200 Gletscher der Region geschmolzen sind.

Weniger Wasser, mehr extremes Wetter

Für die Region hat das dramatische Folgen: Gravierend ist der Gletscherrückgang laut Studie für den Wasserhaushalt der Urschweiz. Die Gletscher schützen zudem vor Steinschlag und Naturgefahren. Und: Die Forscher warnen vor Wetterextremen.
Folgen hat das auch für den Tourismus. Peter Reinle, Marketingleiter Titlis Bergbahnen, sagt: «Sicher ist, dass auch gemäss jüngsten Prognosen auf dem Titlis im Winter Schneesport getrieben werden kann.» Und im Sommer? «Nehmen wir an, der Gletscher ist weg. Dann ist der Titlis immer noch ein attraktiver Berg, die Aussicht bleibt. Aber der Gletscher ist ein Alleinstellungsmerkmal.» Deshalb brauche es neue Angebote wie den Cliff Walk.

Dramatisch für Tourismus

Noch härter könnte es Skigebiete in tieferen Lagen treffen, etwa bei der Klewenalp (1600 ü. M.). «Bis jetzt sind wir schneesicher. Aber vielleicht gibts in 87 Jahren wirklich nur noch Wandersport», sagt Nicole Odermatt von den Bergbahnen Beckenried-Emmetten. Die Folge: «Man muss mehr bieten als die Mitbewerber.»

(sda/mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ronny B. Steinberger am 25.10.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das wöchentliche Klimagelaber

    Dies kann man nur durch CO2-Steuern rückgängig machen. Aber nur bei Autofahrern, Schiffe und Flugzeuge sind ja bekanntlich davon befreit, obwohl ein einziger moderner Frachter 200'000 Tonnen Öl pro Tag verbraucht, also soviel wie Basel. Aber im ernst, Grönland war zu 90% der Erdgeschichte grün, die Römer konnten nur dank den hohen Temperaturen ihre Armeen versorgen und "in Shorts" England erobern. Als hört mit dem Gejammere auf.

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  • Noldi Schwarz am 25.10.2013 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar?

    Beim Aletschgletscher wurden Baumreste gefunden, die zeigen, dass er bis etwa 1200 v. Chr. um einiges kleiner gewesen sein muss als heute. Für die Jahre etwa von 1200 bis 1110 v. Chr., 850 bis 750 v. Chr. und 350 bis 250 v. Chr. sind Vorstösse festgestellt worden, von 900 bis 400 v. Chr. ist er jedoch kleiner gewesen als heute. Genauso wie von etwa 100 v. Chr bis ins Jahr 250. Um das Jahr 300 ist eine Gletscherlänge vergleichbar der des Höchststandes im 19. Jahrhundert festzustellen.

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  • Pit Rorschach am 25.10.2013 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, ja, klar...

    Ja, ja, klar. Und in 200 Jahren ist die Schweiz unter einer Eisdecke versunken, weil eine neue Eiszeit kommt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gletscherschützer am 25.10.2013 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschungsauftrag

    Dank dem jährlichen Rückgang erhalten wir dauernd gut bezahlte Forschungsaufträge. Die Arbeit geht nie aus.

  • Tomas Kout am 25.10.2013 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Eisrekord in der Antarktis

    Hallo 20min.ch? werden kritische Kommentare gelöscht? Oder darf die Wahrheit nicht gesagt werden? Ich versuchs nochmal: Im Norden taut es, im Süden friert es: Forscher haben in der Antarktis einen neuen Rekordwert für die Ausdehnung von Meereis gemessen. Deshalb hat sich nicht die Menge geändert sondern der Standort! Die Antarktis war ja früher auch grün und bewaldet

  • Marcel H am 25.10.2013 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lang ists her

    Es gab in den letzten Jahren keine erhebliche Erwärmung. Doch durch irgendwas müssen die Forscher ihr dasein und ihr Zahltag rechtfertigen. Wo sind dann die Gletscher die unser Gebirge und unsere Seen gemacht haben? Lang ists her.

  • Schweizer am 25.10.2013 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Waldsterben?

    Wie hat es geheissen in den 80ern? In 20 Jahren hat es keine Bäume mehr...

  • Peter Eiszeit am 25.10.2013 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei

    Schon wieder Angstmacherei. Wann endlich können die Forscher eingestehen, dass wir auf eine Eiszeit hinzugehen? Unglaublich, aber es sind halt auch wieder sehr viel Forschungsgelder im Spiel...