Forschungsprojekt

24. August 2017 16:07; Akt: 24.08.2017 16:08 Print

In Luzerner Apotheken gibt es wohl bald Cannabis

von Simon Wespi - Die Stadt Luzern beteiligt sich an der Cannabis-Studie der Uni Bern. Ziel ist es, die Auswirkung eines regulierten Hanfverkaufs zu analysieren.

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Kiffen in Luzern ist womöglich für Teilnehmer einer neuen Studie bald legal. (Bild: Keystone/(Symbolbild))

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Fast ein Drittel der Schweizer Bevölkerung über 15 Jahre hat bereits einmal Cannabis konsumiert und mehr als 220'000 Personen konsumieren es regelmässig. Gemäss einer gfs-Befragung befürworten 66 Prozent der Schweizer eine Aufhebung des Verkaufs- und Konsumverbots von Cannabis.

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Deshalb drängt sich auch in Luzern die Frage auf, ob die heutige gesetzliche Handhabung noch der gesellschaftlichen Realität entspricht. Der Stadtrat begrüsst es nun, an einer Studie teilzunehmen, die den regulierten Hanfverkauf testet, sagt Sozialdirektor Martin Merki.

Ziel – Konsumverhalten und Gesundheit testen

«Ziel des Forschungsprojekts der Universität Bern ist es, die Auswirkungen eines regulierten Cannabisverkaufs in Apotheken zu überprüfen, insbesondere auf das Konsumverhalten und die
Gesundheit der Teilnehmenden», sagt Sven Trelle von der Medizinischen Fakultät der Universität Bern. Die Forscher wollen untersuchen, wie sich der regulierte Cannabisverkauf in Apotheken auf das Konsum- und Kaufverhalten sowie auf die Gesundheit von Kiffern auswirkt.

An der Studie beteiligen kann sich, wer in Luzern wohnt, bereits Cannabis konsumiert, mindestens 18 Jahre alt ist und nicht in psychiatrischer Behandlung steht. Nachdem sich Personen registriert haben, werden sie nach einem Zufallsprinzip zum Zugang von Cannabiskauf in ausgewählten Luzerner Apotheken zugeteilt.

Zwei Gruppen – 24 Gramm pro Monat

Die Probanden werden in zwei Gruppen eingeteilt. «Die eine Gruppe hat sofort nach Studieneinschluss Zugang zu Cannabis, die zweite Gruppe erst nach sechs Monaten.» Dieses Prinzip ermöglicht dann einen Vergleich zwischen den Gruppen, so Trelle weiter. Erlaubt ist der Kauf von maximal 24 Gramm pro Monat. Der Konsum ist nur im Privaten erlaubt und nicht in der Öffentlichkeit. Weiter ist das Weiterverkaufen und Teilen von Cannabis verboten. «Mit den registrierten Personen treten wir alle zwei Monate in Kontakt und alle sechs Monate wird ein ausführliches Interview durchgeführt», sagt Trelle. Die Studiendauer ist auf drei Jahre angelegt.

Kiffer zahlen Stoff selber

Die Finanzierung der Studie ist durch einen Forschungsbeitrag des Schweizerischen Nationalfonds in der Höhe von 720'000 Franken sowie Projektbeiträgen der Universität und der Stadt Bern in der Höhe von je 100'000 Franken sichergestellt. Der Stadt Luzern entstehen Kosten von insgesamt schätzungsweise 140'000 Franken. Dabei handelt es sich um Beiträge für die Forschung und die Ausarbeitung von Präventionsmassnahmen. Die Substanzkosten müssen von den Teilnehmenden Probanden selbst getragen werden.

BAG-Entscheid noch ausstehend

Am 21. September entscheidet das Luzerner Stadtparlament über die Studie, zudem ist der Entscheid vom BAG noch ausstehend. Sind diese Hürden genommen, kann man nächstes Jahr mit dem Pilot-Projekt starten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Growländer am 24.08.2017 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben wir doch schon gemacht

    Wir haben in den Jahren 1998 - 2002 Tausende von Säckli guten Freilandhanf verkauft. Pro Kopf nicht mehr als 10 g und strikte nur an Erwachsen (ab 18J). Als bereits 2007 die Berner Stadtregierung von einem "Pilotprojekt" gesprochen hat, haben wir spontan angeboten, Einsicht in alle unsere Unterlagen zu gewähren. Leider haben wir nie eine Antwort von der Regierung bekommen. Dafür haben sich dann Richter und Staatsanwälte umso mehr um uns gekümmert.

  • Lustmolchi Crime Sohn am 24.08.2017 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin für aufhebung der Prohibition

    Legalisiert sollte es werden anstatt solche Projekte zu starten. Das nützt doch nichts.

  • Erika J. am 24.08.2017 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müde

    Ich möchte auch Cannabis Tröpfli,damit ich seit 45 Jahren endlich ruhig und entspannt Schlafen könnte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Soso am 25.08.2017 00:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja Die Kiffernation Schweiz

    Ein Traum der MainstreamMedien, die auf jung machen.... letztlich ein reines Trugbild! Es wird eine Volksabstimmung geben und die wird extrem klar ausfallen... leider nicht mainstream-mässig!

  • canna sicura am 24.08.2017 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Geben und ein Nehmen

    Und vergesst nicht es gibt Cannabis gegen Führerschein! Kein Autofahren mehr für sehr lange Zeit..

    • kein bünzli am 24.08.2017 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @canna sicura

      Man kann auch ohne fahren, ich mache das seit 25j..

    • Dr. Gabber am 24.08.2017 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @canna sicura

      wieso? weil irgendwelche Schreibtischtäter sich einen Grenzwert ausgedacht haben der mit der Realität reichlich wenig zu tun hat?

    • Kurt am 25.08.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Gabber

      Ein Grenzwert ist ein Grenzwert und nicht ihr Grenzwert oder sein Grenzwert oder denen ihr Grenzwert. Immer dieses Gejammer. Wenn man zu schwach ist , drogenfrei zu leben , sollte man überlegen ob es Sinn macht.

    • Dr. Gabber am 26.08.2017 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kurt

      ein Grenzwert sollte wenn schon denn schon auf wissenschaftlichen Tatsachen basieren.

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  • Maler50 am 24.08.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder oder Kiffer?

    Soll noch einer von der Stadtpolitiker Luzern behaupten es muss gespart werden,140000Fr. soll der Spass die Stadt kosten. Aber bei Kinderspielplätze jammern es sei kein Geld vorhanden! Was ist wohl wichtiger, Kinder oder Kiffer?

  • Diti am 24.08.2017 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No!

    Das Ist Ungesund Am Besten Die Finger Davon Lassen

    • Ivan am 24.08.2017 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Diti

      Ja geeenau! So ungesund dass dank CBD Produkte, für mein Sohn (11) sein ADHS Problem zum Nichtproblem geworden ist. Seit 2 Monate nimmt er kein Ritalin mehr. Viele werden sagen dass ich als Vater unverantwortlich bin. Tja, dann bin ich halt unverantwortlich, aber mein Sohn hat sich seither in allem nur positiv verändert und muss keine Chemie einnehmen. Tipps an alle Eltern von ADHS Kinder: Probiert diesen Weg! Die ganze Familie wird eine schönste Überraschung erleben.

    • night_devil am 24.08.2017 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ivan

      CBD ja...aber hier ist die rede vom Drogenhanf, also THC. Das hilft ihrem Sohn ganz bestimmt nicht.

    • M. K. am 24.08.2017 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      Warum bitte?

      Na dann google mal nach der Geschichte Charlottes Web. Warum redest du daher, wenn du nicht informiert bist?

    • Dr. Gabber am 24.08.2017 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @night_devil

      mir persönlich hilft der zumindest sehr viel besser als Ritalin. Sorry fürs zerstören ihrer Realität.

    • Oli am 25.08.2017 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Gabber

      Sorry aber wenn man ihre Kommentare liest und sie kommentieren gerne jedes Thema, kann man schon auf die Idee kommen, das Drogenkonsum nicht die idealste Lösung ist.

    • Ivan am 25.08.2017 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @night_devil

      THC ist für viele Krankheiten sogar besser als CBD. Das wollen sie aber nicht hören.

    • Ivan am 25.08.2017 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oli

      Genau das ist das Problem. Sie kennen ihn nicht, erlauben Sie sich aber trotzdem zu beurteilen. Da muss ich sagen dass es typisch ist für schlecht informierte über das Thema Cannabis. Sorry für die Wahrheit

    • Dr. Gabber am 26.08.2017 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oli

      so, ich schreibe also zu allen Themen dass der Konsum von psychoaktiven Substanzen die Lösung sein soll? schönes märchen. nebenbei musste ich fast 20 Jahren Ritalin schlucken. Ich bin unglaublich froh, dass ich DIESE Droge durch Cannabis ersetzen konnte. hab keine Lust einen plötzlichen Herztod zu riskieren.

    • Tom am 28.08.2017 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ivan Nun!

      ADHS ist in erster Linie ein Symptom. Die Ursache herauszufinden und zu behandeln ist halt schon viel aufwendiger als irgend ein Mittelchen zu verabreichen...!!

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  • michi am 24.08.2017 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    das könnte man sich sparen

    diese studie ist unnötig! Es wird sich herausstellen das es keine grossen probleme gibt und das für die öffentlichkeit keine gefahr besteht nichts was wir nicht schon wüssten.

    • Stefan am 27.08.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      NL / CZ / Portugal etc.

      In anderen Ländern funktioniert es ja auch. Dort sind die Menschen auch nicht anders als in der CH ;)

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