Recycling

29. September 2019 14:33; Akt: 29.09.2019 14:37 Print

Pfand-Pflicht für Flaschen kommt bei vielen gut an

Der CVP-Nationalrat Alois Gmür will ein Depot auf Getränke-Verpackungen. Dabei erhält er viel Unterstützung.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Am wenigsten belastend für Umwelt und Ressourcen sind Flaschen, die gespült und wiederverwendet werden», sagt Bierbrauer und CVP-Nationalrat Alois Gmür aus Schwyz. Er und zahlreiche Mitunterzeichnenden haben deshalb eine parlamentarische Initiative eingereicht, welche die Einführung eines Pflichtpfands für Getränkedosen und Getränkeflaschen fordert.

Umfrage
Finden Sie die Idee gut, auf Getränkeverpackungen ein Depot zu erheben?

Dies soll mit einem Pflicht-Depot auf Plastik-, also auch PET-Flaschen und Alu-Dosen geschehen. «Denn bei Einweg-Gebinden entstehen unnötige Transport-Kilometer und es wird Energie benötigt um die gesammelten Flaschen einzuschmelzen und danach neu zu giessen.» So steht es im Bericht «Stop Plastik-Müll». Hersteller würden mit einem Depot-System dazu animiert, stärker auf Mehrweg-Gebinde zu setzen.

Unterstützung der Initiative

Offenbar kommt sein Anliegen in Teilen der Bevölkerung an: Wie der Bote der Urschweiz berichtet, sammelten drei Schwyzer mit ihrer «Petition für ein Pflichtpfand auf PET-Flaschen» innert kurzer Zeit 2000 Unterschriften, um das Anliegen von Gmür in der Bundesversammlung zu unterstützen. Laut den Initianten sei die Unterstützung «enorm gross». Die Petition fordert die Bundesversammlung auf, die Vorstösse von Nationalrat Alois Gmür (CVP, Einsiedeln) zu unterstützen.

Auf der Website der Petition kann man auch kommentieren, warum man diese unterschrieben hat. Anita etwa schreibt: «Weil es so nicht weitergehen kann!» Oder Willy meint: «Der Plastikmüll muss weg. Unsere Wegwerfgesellschaft muss sich bewusst werden, was sie der Umwelt antut.»

Und auch politisch gibts Support: Auch etwa FDP-Präsidentin Petra Gössi und Bastien Girod, Ständerat der Grünen unterstützen die Initiative von Gmür, schreibt das Online-Magazin nau.ch.

«PET-Recycling Schweiz» allerdings spricht sich gegen das Ansinnen von Nationalrat Gmür aus: «Dass die aktuelle Strategie funktioniert, belegen Sammel- und Verwertungsquoten. Diese liegen mindestens gleich hoch wie die Quoten der Pfand-Länder», schreibt der Verein auf seiner Website.

Deutschland kennt das Pfand-System. Dort müssen seit dem 1. Mai 2006 alle Geschäfte, die pfandpflichtige Einwegverpackungen verkaufen, diese auch zurücknehmen. Dies gilt für Plastik, Glas oder Metall. Ausgenommen von der Verordnung sind Beutel für Fruchtsäfte, Milch oder Wein. Geschäfte, die über einen Verkaufsraum unter 200 Quadratmeter verfügen sind zudem auch aus der Verordnung ausgenommen.

(nob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Germane am 29.09.2019 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Unfug

    Das habe ich schon erlebt. An Autobahnen Rückgabe nur mit Bon, oder in Geschäften nur was dem Sortiment entspricht... So ändert sich nichts, nur der Kunde zahlt mehr.

    einklappen einklappen
  • Pragmatiker am 29.09.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Aber bitte so wie Skandinavien!

    Vor jedem Geschäft ein Automat, rund um die Uhr offen.

    einklappen einklappen
  • Nick am 29.09.2019 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann es einfach nicht lassen

    Für was haben wir Glas Sammelstellen? Sicher nicht weil sie so schön zum Ansehen sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • TSCH am 09.10.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Litering ist das Problem

    Mit Flaschenpfand kann das Litering nicht wirklich bekämpft werden. Litering als Straftat wäre wesentlich wirksamer.

  • Assista am 02.10.2019 02:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme lösen wie immer mit Geld?

    Richtig gesehen, müsste man ja nicht Pfand bezahlen nur für PET Flaschen. Wie sieht es eigentlich denn mit allen anderen Plastik- Verpackungen aus? Schliesslich besteht ja auf der ganzen Welt ein allgemeines Kunstoff- uns Plastik Littering Problem, aber auch anderen Abfällen! Alles wird versucht mit Geld zu lösen, ist dies überhaupt möglich? Oder liegt es vielleicht nicht eher an der Einstellung eines jeden Menschen selber, wie er mit sich und solchen Problemen umgeht??? Irgendwie scheint das Bewusstsein immer mehr verloren zu gehen, was muss passieren bis sich dies umdreht, so dass eine positive Änderung wieder eintreten wird? Es ist wie bei allen Problemen im Leben, man müsste den Ursachen auf den Grund gehen, damit man das Übel an seiner Wurzel packen kann. Aber es scheint, dass wir uns von dieser Einsicht und Lebenseinstellung bereits zu sehr entfernt haben. Wahrscheinlich müssen ernsthafte Probleme auf uns zukommen wie Kriege, Krankheiten oder Naturkatastrophen durch die die Menschheit wieder dezimiert (böse ausgedrückt gesund schrumpfen kann) ist, so dass die vielleicht wieder besser zusammenfinden wird und sich wieder regenerieren kann(?).

  • Dani Trächsel am 01.10.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    CH PET Pfand ist schon da

    auf den PET Flaschen ist bereits ein Pfand von 10 Rappen pro Flasche, nur wird der Pfand nicht an die Kunden, sondern an die Einsammler ausbezahlt, Herr Gmür will nur mehr Verwaltungsaufwand einführen!

  • ErMo Siebnen am 01.10.2019 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation für Alois

    Es wird höchste Zeit das es auf Flaschen und Dosen ein Depot gibt. So werden wie im Norden die Randständigen für Ordnung sorgen und können sich ihr Einkommen aufbessern und es gibt auch bei uns keine toten Tiere wegen Aludosen im Futter.

  • Heidi am 30.09.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Super Idee

    Finde ich gut. In Italien einkaufen und in der Schweiz gibt es dann noch Pfand zurück.