Initiativen in Luzern

23. November 2015 16:21; Akt: 23.11.2015 17:24 Print

Initiative will ÖV mit 60 Mio pro Jahr sichern

Die Luzerner Allianz für Lebensqualität möchte die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs langfristig sicherstellen. Auch bei Gesundheit und Bildung soll nicht gespart werden.

storybild

Auch die Linie 51 ist von den Sparmassnahmen betroffen: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember soll die Direktverbindung von der Agglomeration an den Bahnhof Luzern wegfallen. (Bild: gwa)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Die Abstimmung am vorletzten Wochenende in der Stadt Luzern zeigte, dass die Bevölkerung eine Verkehrspolitik will, die den öffentlichen Verkehr fördert», sagt Michael Töngi, Mitinitiant der kantonalen Volksinitiative «Vorwärts mit dem öffentlichen Verkehr». Töngi ist Präsident des Verkehrs-Clubs (VCS) Sektion Luzern und Mitglied der Luzerner Allianz für Lebensqualität. Diese besteht aus der SP, den Grünen, dem Gewerkschaftsbund, Personal- und Berufsorganisationen sowie weiteren Verbänden des Kantons Luzern.

Weniger Geld, mehr Passagiere

«Die Initiative will für den öffentlichen Verkehr einen Fonds schaffen, der eine sichere Finanzierung garantieren kann», so Töngi. In diesen Fonds sollen jährlich 60 Millionen Franken eingezahlt werden. «Für den Strassenbau haben wir im Kanton Luzern zweckgebundene Mittel. Diese Sicherheit soll auch der ÖV bekommen», begründet Töngi. Die Konzepte des Kantons – wie etwa mehr Durchmesserlinien oder längere Trolleybusse – würden bis ins Jahr 2030 eine Zunahme der Passagierzahlen von bis zu 40 Prozent vorsehen. Töngi: «Dazu braucht es finanzielle Mittel für den Betrieb und für die Infrastruktur, denn ohne Investitionen kann diese Steigerung nicht erreicht werden.»

Laut Töngi wurden in den letzten Jahren beim öffentlichen Verkehr teilweise sehr kurzfristig im Voranschlag Gelder gestrichen – so etwa 2014 im Abbauprogramm Leistungen und Strukturen II rund 2,5 Millionen. «Der Betrag von 60 Millionen soll deshalb den geplanten ÖV-Ausbau garantieren», so der VCS-Präsident. Die Umsetzung der Initiative ist für das Jahr 2018 oder 2019 vorgesehen.

Weitere Initiativen: Gesundheit und Bildung

Neben der ÖV-Initiative hat die Luzerner Allianz für Lebensqualität am Montag auch noch zwei weitere Initiativen vorgestellt. So soll im Gesundheitsbereich eine flächendeckende Spitalversorgung und genügend Fachpersonal zur Qualitätssicherung gewährleistet werden. In der dritten Initiative «Für eine hohe Bildungsqualität im Kanton Luzern» wird verlangt, dass im Bildungsbereich wieder Verbindlichkeit und Planungssicherheit erreicht werden soll. Konkret: Den kantonalen Sparrunden der letzten Jahre, die Gymnasien, Mittel- und Berufsschulen stark getroffen haben, soll Einhalt geboten werden.


(sam)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adi am 23.11.2015 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV

    Wie wäre es mit einem selbst finanzierenden öv? Fähnde ich eine Tolle idee

    einklappen einklappen
  • Bürger am 23.11.2015 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung...

    Der ÖV soll endlich auch nach dem Verursacherprinzip wie der Autoverkehr berechnet werden......mal sehen wir teuer dann die "Billete" sind!!

    einklappen einklappen
  • Peter am 23.11.2015 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    ja kann man machen...

    wenn man bereit ist mehr Steuern zu zahlen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Adi Iseli am 26.11.2015 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Das Recht auf Mobilität

    Liebe Leute! Jeder hat das Recht auf Mobilität. Die einen wählen das Auto, die anderen den ÖV. Leider wird der Autofahrer als Milchkuh missbraucht. Überall wird der MIV verdrängt und verachtet. Trotzdem wird der Automobilist immer gerne zur Kasse gebeten, inkl. budgetierte Busgelder. Es ist nun mal so, dass in den letzten 20 Jahren die Einwohnerzahl der CH um ca. 1.2 Mio. zugenommen hat. Das gibt auch massiv mehr Verkehr. Und jeder hat das Recht auf ein Auto. Klar soll man den ÖV attraktiv machen, aber warum immer auf Kosten des MIV? Die Bewohner auf den Land werden meist benachteiligt...

  • cheeky620 am 25.11.2015 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Wir sollten endlich mal beginnen, Geld für wirklich Wichtiges zu sprechen, sprich die Gehälter der Parlamentarier ihrer Leistung entsprechend nach unten anzupassen usw. Dann haben wir mehr als genügend Geld für den ÖV ------ und in Bern würde nebenbei besser gearbeitet.

  • Lozärner am 25.11.2015 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken

    Immer dieses "Warum soll ich, ich mach das gar nicht"-Geheule. Ich fahr auch nicht Auto, trotzdem zahle ich an die Autobahnen mit. Ich bekomme meine Lebensmittel aus dem Ausland weil ich es mir hier kaum leisten kann und trotzdem subventioniere ich die Beschäftigungstherapie und den Fuhrpark der Bauern. Ich habe eine Lehre absolviert und trotzdem finanziere ich die Unis. Hört doch mal auf rumzuheulen, ein Auto ist energietechnisch einfach ineffizient wenn nur einer drinsitzt (so ist es meistens). Ein Bus bringt mehr Leute voran, also braucht der ÖV weniger Platz und Energie pro Passagier. Aber so weit können die wenigsten hier denken scheint es mir.

    • lolo am 25.11.2015 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lozärner

      Meine Worte! Ich verstehe wirklich nicht, wieso nicht jeder diese Gedankengänge machen kann.

    einklappen einklappen
  • ire am 24.11.2015 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    ja,komisch soviel Geld ausgeben,aber den Bundesräten und co. das GA gratis geben!

  • DerGucker am 24.11.2015 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Packet...

    wird da geschnürt! Sicherlich wird die Bildung gleich in die Initiative eingebunden um das Ganze beim Volk durch zubringen. Aber eben: warum sollte ich für ÖV bezahlen? Fahre nie damit! Zahle schon Busspuren! Heisst doch immer: Verbraucherprinzip! Aber das wird von gewissen immer anderst ausgelegt. PS: ich studiere nicht... Aber für das zahle ich gerne mehr..wie auch für Sicherheit..