Bürgenstock-Resort

24. November 2016 14:16; Akt: 24.11.2016 18:59 Print

Inländische Arbeiter – oder kein Geld fürs Schiff

Der Kanton soll den Beitrag ans Shuttle-Schiff zum Bürgenstock zurückhalten bis das Resort aufzeigt, wie möglichst viele Inländer angestellt werden können: Das fordert die SP.

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Das neue Bürgenstock-Resort, das kommenden Sommer eröffnen soll, schafft 800 neue Arbeitsplätze im Gastrogewerbe. Rund 600 Arbeitskräfte sollen aber im Ausland rekrutiert werden, wie der Manager des Resorts gegenüber der SRF-«Rundschau» sagte.

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Das stört SP-Kantonsrat David Roth gewaltig: «Damit würde der Bürgenstock zu einem Paradebeispiel dafür, dass die wirtschaftliche und touristische Entwicklung an der Bevölkerung vorbei geht, während arabische Investoren Geld verdienen und gutbetuchte Touristen sich in Luzern und der Zentralschweiz vergnügen.»

Geld soll eingefroren werden

In einem Vorstoss fordert er deshalb eine Sistierung der 625'000 Franken, welche der Kanton für ein neues Shuttle-Schiff zwischen Luzern und Bürgenstock bereitstellen will. «Nach Angaben des RAV sind alleine im Kanton Luzern 500 Personen im Gastgewerbe auf Stellensuche. Vor diesem Hintergrund ist es absolut stossend, wenn sich der Kanton finanziell an der Entwicklung des Resorts beteiligt, indem er das Schiff mit einem zinslosen Darlehen unterstützt», heisst es im Postulat.

Bevor das Geld fliesse, müsse das Bürgenstock-Management aufzeigen, wie es möglichst viele inländische Arbeitskräfte anstellen wolle, so Roth im Postulat weiter. Denn: «Der Verdacht liegt nahe, dass der Hauptgrund für die Schwierigkeit, inländische Arbeitskräfte zu finden, die zu tiefe Entlöhnung der Angestellten ist.»

Roth sieht keinen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften

Der Sprecher des Resorts, Raphael Amrein, sagt im 20 Minuten-Interview: «Unsere Bemühungen, Schweizer Angestellte zu finden, sind sehr gross. Doch leider gehen wir davon aus, dass wir in der Schweiz zu wenig gut ausgebildetes Personal finden werden.» Man habe auch Jobs beim RAV ausgeschrieben, jedoch habe sich noch niemand beworben. Das zeigt laut David Roth vor allem eines: Das gebotene Gehalt ist zu tief. Er denkt nicht, dass es in der Schweiz einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften gibt: «Sie sind aber nicht bereit, für den angebotenen Lohn zu arbeiten.»

Support erhält Roth von ungewöhnlicher Seite: «Ich bin grundsätzlich mit dem Postulat einverstanden da es die Anliegen der Masseneinwanderungs-Initiative aufnimmt – Inländer zuerst», sagt Guido Müller, SVP-Fraktionschef im Luzerner Kantonsrat, auf Anfrage. Die Betreiber des Resorts hätten der lokalen Bevölkerung Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum versprochen – da könne es nicht sein, dass bis zu 80 Prozent der künftigen Angestellten im Ausland rekrutiert würden.

(nk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger am 24.11.2016 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparen

    Was erlaubt sich die Kantonsregierung eigentlich? Fr. 625000.- für den Transport für Diejenigen die es schon haben? Und bei der Bildung und sonstwo sparen? Einfach der Gipfel!!!

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  • Jürgen am 24.11.2016 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die SP ist zurück!

    Cool, dass sich auch mal eine andere Partei als die SVP für die Schweizer Arbeitnehmer einsetzt. Bitte mehr davon, dann kann man auch mal wieder SP wählen.

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  • lucia b am 24.11.2016 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    ticino ebenso

    vor jahren neu bau unter der voraussetzung, dass 25 % ch angestellte sein MÜSSEN! wahrheit der ceo und abwart, rest alles italo grenzgänger!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dinu2507 am 24.11.2016 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann ist genug , genug?

    Wann hören wohl diese Lügen auf. Bin nun doch schon 50. Jahre auf diesem Planeten. Bis jetzt wahren Schweizer in der ganzen Welt sehr beliebt im Gastgewerbe und zwar dank der guten Ausbildung. Ich weis das es etwas Berg ab geht mit unserer sogenannte Qualität. Doch denke, dass dies sehr mit dem sparen und somit auch bei Ausbildungen, Weiterbildungen weniger Möglichkeiten gibt. Doch das von 800 Stellen 600 an Ausländer gehen soll ist eine Frechheit und denen gehört die Bewilligung entzogen. Brauchen wir dieses für Dumm verkaufen wirklich?

  • Dsgallia am 24.11.2016 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MS Rigi

    Ich weis so 100% passt der Kommentar nicht dazu......aber mir blutet das Herz das schöne Motorschaden Rigi soll im Frühjahr verschrottet werden und so viel Geld für ein neues hässliches Schiff.....die Rigi etwas modernisieren und sie wäre wieder top und für das Shuttle geeignet.....

  • Der Fragende am 24.11.2016 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage

    Von was für einem Lohn sprechen wir hier für sagen wir eine Person im Service...?

  • Patrick am 24.11.2016 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    "Nein, in einem 5-Sterne-Betrieb sollen nur die Besten arbeiten" dann sind also per se alle in der Schweiz Wohnhaften Personen nicht geeignet in dem Beruf den Sie hier gelernt und seit Jahren ausgeführt haben? Oder wird davon ausgegangen dass jemand der seine Stelle verloren hat generell unbrauchbar ist?

  • Miranda am 24.11.2016 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie komisch

    Ich stimme mit SP-Kantonsrat David Roth absolut überein. Aber es ist irgendwie schon komisch, dass die SP den Inländervorrag und Kontingente ablehnt und die PFZ wehement verteidigt und hier plötzlich von SP Seite der Inländervorrang propagiert wird. Naja, es ist ja auch nur einer der wenigen SPler, die positiv auffallen. Schade gibt es nicht mehr von seiner Sorte. Man kann schliesslich sozial sein und sich trotzdem für die Schweizer einsetzen. Sollte doch kein Widerspruch sein. Aber wahrscheilich wird der Arme von seiner Mutterpartei für diese Aussagen auch noch gerügt.