HSLU-Entwicklung

30. Juli 2018 10:09; Akt: 30.07.2018 13:08 Print

Diese Strassenlampe erkennt sogar Büsi

von Tunya Koch - Ein Sensor, der von der HSLU mitentwickelt wurde, dimmt Strassenlampen und kann Menschen von Tieren unterscheiden. Lichtverschmutzung und Kosten sollen so reduziert werden.

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Immer mehr Gemeinden stellen ihre Strassenbeleuchtung auf LED um und sparen dadurch Strom und Kosten. Auch intelligente Strassenlampen, die ihr Licht dimmen, sobald niemand in der Nähe ist, werden immer beliebter.

Das Sensor-Projekt Iris-Eye soll nun die nächste Stufe der intelligenten Beleuchtung einläuten: Mit einer eingebauten Kamera wird zwischen Fahrzeug und Mensch sowie Mensch und Tier unterschieden. Der Sensor soll den Energieverbrauch so um bis zu 80 Prozent reduzieren können. Seit rund zwei Jahren arbeitet die Hochschule Luzern (HSLU) gemeinsam mit der Zürcher Firma Elektron am Projekt.

Energieverbrauch um 80 Prozent reduzieren

Das Prinzip: Sobald sich etwas im Kamerabild bewegt, wird das Objekt erfasst und nach Bedarf die Beleuchtungsstärke angepasst. Die Kamera unterscheidet Objekte unabhängig von den Lichtverhältnissen. «Das Bild ist verpixelt, aber dennoch so präzise, dass man sogar einen Fuchs von einer Katze unterscheiden kann» sagt Enrico Baumann, Geschäftsführer der Elektron. Über eine Bildverarbeitung entscheidet der Sensor, ob er die Beleuchtung anpasst. «Prinzipiell gesehen ist es dieselbe Technologie wie jene bei einer Handy-Kamera», so Baumann.

Kommt ein Fussgänger, wird dieser über die intelligente Bildverarbeitung als Mensch erkannt, die Beleuchtungsstärke wird erhöht. Somit unterscheidet sich Iris-Eye von Laser- und Infrarotsensoren. Fehlalarme können so vermieden werden. «Iris-Eye» erkennt Tiere oder Äste, die sich im Wind bewegen, und erhöht die Beleuchtung deswegen nicht.

«Besonders in Regionen mit wenig Aktivität können Energieverbrauch und Lichtverschmutzung so um bis zu 80 Prozent reduziert werden, ohne dass die Sicherheit gefährdet ist», sagt Klaus Zahn vom Kompetenzzentrum Intelligent Sensors and Networks der HSLU. Er hat im Auftrag von Elektron das von Innosuisse geförderte Sensor-Projekt Iris-Eye geleitet.

Marktreife ab 2019

Obwohl der Sensor mit einer Kamera ausgestattet ist, bleibe dieser bezüglich Kosten auf der gleichen Ebene wie Infrarotsensoren. «Kamera-Sensoren sind präziser, während Infrarotsensoren bereits auf eine warme Windböe reagieren und so unnötig Strom verbrauchen», erklärt Baumann. Zurzeit wird das Iris-Eye-Projekt an der Riedhofstrasse in Au im Kanton Zürich getestet. Aus Sicherheitsgründen wird die Beleuchtung dabei nie ganz ausgeschaltet, sondern maximal auf zehn Prozent reduziert.

Weitere Einsatzmöglichkeiten seien beispielsweise auf Perrons am Bahnhof oder bei Fussgängerstreifen. Anfang 2019 soll ein Produkt mit dieser Technologie auf den Markt kommen. «Der Sensor funktioniert, aber am Design muss noch gearbeitet werden», so Baumann.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mary j am 30.07.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    sollte obligatorisch werden!

    Eine sinnvolle Idee, viele kleine Strassen sind die ganze Nacht beleuchtet obwohl niemand durchkommt! Ich sehe das bei uns im Quartier jede Nacht, es würde schon viel bringen alle Lampen endlich umzustellen auf LED, das Licht streut sich viel besser und stört weniger. Früher hatten wir konv. Laternen vor dem Haus, es war so hell, dass selbst die Fensterläden an ihre Grenzen kamen, nun mit LED ist es wesentlich angenehmer!

  • Züri Horner am 30.07.2018 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Sollte sich dies bewähren, dann sofort in der ganzen Schweiz einführen.

  • sc am 30.07.2018 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hoffentlich klappts

    endlich eine gute und realistische Idee mit Zukunft!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steff am 31.07.2018 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibts schon lange

    Das macht meine Lampe auch: Kostet CHF 300 und wird von Netatmo verkauft. Bietet genau die beschriebenen Funktionen, da muss die HSLU nicht mit Steuergeldern das Rad neu erfinden.

  • WIDDER am 30.07.2018 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Disco-Licht

    Super Idee. Ich höre schon die "Anwohner" von solchen Lampen jammern... Die ganze Nacht geht das Licht an, Licht aus, Licht an, Licht aus, Licht an, Licht aus.................

    • Befürworter am 31.07.2018 01:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @WIDDER

      Wer schläft, merkt davon nichts. Höchstens die Drögeler und Kriminellen, fühlen sich geblendet.

    • WIDDER am 31.07.2018 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Befürworter

      Als würden alle Leute ins Bett gehen bevor es dunkel ist... Ich bin auch für weniger Licht wegen der Lichtverschmutzung. Aber wenn am Abend mein Wohnzimmer von aussen an- und abschwellend beleuchtet würde, so würde mich das auch stören. Oder man stelle sich vor ganze Quartiere die durcheinander bei jeder Lampe mal beleuchtet, mal unbeleuchtet sind... Voll die Disco!... Und das soll dann für Mensch und Tier besser sein als zB einfach weniger Licht? Ich kann nicht glauben dass dies die bessere Lösung als andere sein soll...

    einklappen einklappen
  • Schnurrli am 30.07.2018 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht freundlich

    Ich reagiere sofort auf Katzen.

  • Cerberus am 30.07.2018 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Cerberus

    Die schweizer Firma Cerberus hatte, als sie noch nicht von Siemens gekauft wurde, Bewegungsmelder im Sortiment die nicht auf Katzen und Hunde reagierte, dies bereits in den 90er Jahren.

  • Leo us Züri am 30.07.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Super...

    Die Diebe werden sich freuen wenn sie im Dunkeln nicht gesehen werden.