Entlebuch

18. September 2009 15:27; Akt: 18.09.2009 15:52 Print

Isegrim M24 entkommt den Jägern

Der im Entlebuch zum Abschuss freigegebene Wolf hat seinen Kopf retten können. Die während 60 Tagen gültige Abschussbewilligung läuft am Samstag aus, ohne dass das Tier erlegt werden konnte.

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Der Luzerner Jagd- und Fischereivorsteher Josef Muggli wertet die Abschussbemühungen trotz des Nichtabschusses aus präventiver Sicht als Erfolg. Ab Beginn der Nachstellungen habe der Wolf nur noch ein Schaf gerissen und eines verletzt. Das Tier habe wie erwartet sehr sensibel reagiert.

Das Männchen mit dem bürokratischen Namen «M24» war vor einem Jahr aus dem Wallis eingewandert. Es ist italienisch-französischer Abstammung und hält sich vor allem im Gebiet Pilatus-Glaubenberg auf.

Der Wolf durchstreifte auch das Entlebuch und riss zahlreiche Schafe. Nachdem die Grenze von 30 Opfern erreicht war, wurde er Anfang August zum Abschuss freigegeben. Der Abschuss hatte dabei bis zum 19. September in einem definierten Gebiet zu erfolgen.

«Keine Fotosafari»

Laut Muggli bestätigte sich, dass es eine sehr schwere Aufgabe ist, einen Wolf zu erlegen. Eine Wolfsjagd sei keine Fotosafari, sagte er. Mit einer Hunderschaft von Jägern stelle sich kein Erfolg ein.

Erfahrene Wolfsjäger gibt es kaum. Muggli und sein Team machten sich deshalb im Ausland kundig, wie dem Raubtier beizukommen ist. Die grössten Chancen haben die Jäger in der Nähe eines Risses.

Muggli war im Kantonsparlament dafür kritisiert worden, dass er nicht die Entlebucher Jäger mit dem Abschuss betraut habe. Der oberste kantonale Jagdaufseher weist dies zurück. Jäger seien für die jagbaren Tiere in ihrem Revier zuständig. Der Abschuss von geschützten Tieren sei aber nicht deren Aufgabe.

Bis Samstag, wenn die Abschussbewilligung ausläuft, wird der Entlebucher Wolf nicht mehr gejagt. Er hält sich nämlich nicht mehr im Abschussperimeter Fürstei-Schwändelifluh-Schimbrig auf, sondern im Pilatusgebiet. Verlängert wird die Bewilligung nicht, weil am Eidgenössischen Bettag die Alpsömmerung der Schafe endet.

Insgesamt waren Muggli und sein Team rund 270 Stunden auf der Pirsch. Wer genau im Einsatz stand, wird nicht verraten, um die Betroffenen vor Anfeindungen zu schützen.

(sda)