Polizeimeldungen Zentralschweiz

29. November 2018 14:10; Akt: 29.11.2018 15:28 Print

Jäger findet Bitcoin-Automat im Wald

Ein Jäger hat im Hünenberger Herrenwald einen Geldautomaten gefunden. Dieser war ein Jahr zuvor gestohlen worden. Es war sogar noch Geld drin.

storybild

Der gestohlene Geldautomat hatte noch 3000 Franken drin. (Bild: Zuger Polizei)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ungewöhnlicher Fund: Im Oktober fand ein Jäger im Herrenwald in Hünenberg einen beschädigten Geldautomaten, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden am Donnerstag mitteilten. Ermittlungen der Polizei hätten ergeben, dass es sich dabei um einen Bitcoin-Automaten handelt, der rund ein Jahr zuvor in Zug gestohlen worden war.

Gemäss Mitteilung hat der unbekannte Täter den Automaten aufgebohrt. Trotzdem gelangten sie nicht an die Beute: 3000 Franken waren noch vorhanden und wurden von der Polizei sichergestellt. Es entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Franken.

Gestohlen wurde der Automat am 20. Oktober 2017. Der unbekannte Täter hatte den 90 Kilogramm schweren Automaten gemäss Zentralplus im Lakeside Business Center in Zug entwendet.

Einbrecher brauchte viel Zeit

Kein leichtes Unterfangen: «Auf den Bildern der Überwachungskamera sieht man, dass der Täter stundenlang am Werk war, bis er die Kabel alle gelöst und den Automaten freibekommen hatte», sagte Managing Partner Mathias Ruch damals zum Onlineportal.

«Wenn also jemand das Gefühl hat, man könne einfach reinspazieren, den Automaten unter den Arm klemmen und wieder rauslaufen, dann hat er ein völlig falsches Bild.» Nur schon bis er beim Automaten war, hätte der Dieb mindestens drei Türen aufbrechen müssen.

Bitcoins gut gesichert

Die Chance, an Bitcoins zu gelangen, sei ohnehin sehr klein gewesen. So könne man nicht einfach Bitcoins transferieren, wenn man einen Automaten stiehlt. Denn in der Regel seien Bitcoins mit sogenannten Private Keys geschützt. Diese seien nur teilweise lokal auf solchen Geräten gespeichert – und selbst wenn der ganze Key lokal gespeichert sei, sind diese stark verschlüsselt. «Viel wahrscheinlicher ist, sie hatten es lediglich auf das darin enthaltene Bargeld abgesehen», so Christian Mäder von Bitcoin Schweiz zum Onlineportal.

Doppeltes Pech also für den Langfinger. Denn nicht nur, dass er nicht an die Bitcoins rankommen konnte: Mit dem Bargeld hat es also auch nicht geklappt.

(gwa)