Willisau

29. Juli 2014 17:38; Akt: 29.07.2014 17:38 Print

Jazz Festival: Jubiläum ohne Nostalgie

In Willisau findet vom 27. bis 31. August die 40. Ausgabe des Jazz Festivals statt. Das Programm ist eine Mischung aus berühmten und jungen Künstlern.

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Der amerikanische Gitarrist und Komponist Brandon Ross bei seinem Auftritt am Jazz-Festival Willisau 2013. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

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Arno Troxler organisiert das Jazz Festival Willisau zum fünften Mal, seit er von seinem Onkel, dem Festivalgründer und Grafiker Niklaus Troxler, die Leitung übernommen hatte.

Troxler sagt im Gespräch mit dem Schweizer Feuilleton-Dienst, er sei heute nicht mehr sicher, ob er die Aufgabe übernommen hätte, wenn ihm damals die ganze Komplexität der Festivalorganisation klar gewesen wäre. 2010 sei eine Feuerwehrübung gewesen. Zum ersten Mal habe er ein Festival organisieren, Geld beschaffen und freiwillige Helfer suchen müssen. Bei den ersten beiden Festivals, die Troxler leitete, gingen die Besucherzahlen zurück. 2012 ging es wieder aufwärts. Troxler betont aber: «Ich habe die Lust am Festival nicht verloren.»

Berühmte und doch exklusive Musiker

Auf das Programm und die Durchmischung der Künstler angesprochen, meint Arno Troxler, es gehe ihm nicht um alt und neu, sondern um gute Musik. Schwierig sei es, jüngere Musiker und Formationen zu finden, die bekannt genug sind, um das Publikum nach Willisau zu locken, die anderseits aber auch eine gewisse Exklusivität haben und nicht an jedem Wochenende irgendwo anzutreffen sind. Entscheidend sei aber, dass ihn die Musik überzeuge – Kompromisse zu machen, nur damit das Publikum die Halle fülle, komme für ihn nicht in Frage.

Eine wichtige Rolle spielten in Willisau von jeher Musiker aus den USA. Neben Threadgill und Ribot sind in diesem Jahr etwa der Saxofonist Steve Coleman mit Five Elementes und der Schlagzeuger Brian Blade mit The Fellowship Band zu hören. Ihnen stehen prominente Exponenten der Schweizer und der europäischen Szene gegenüber, unter anderen Objets Trouvés, Bänz Oester & The Rainmakers und das Wiener Trio Radian mit Howe Gelb.

Kein Grund für Nostalgie

Dass das Festival zum 40. Mal stattfindet, sei für Troxler kein Grund für ein besonderes Programm gewesen. Zurück schauen, findet er, passt nicht zu aktueller Musik.

Wie das Festival in Zukunft aussehen wird, ist ihm noch nicht klar. «Ich würde es stilistisch gerne noch weiter öffnen, auch andere Genres einbeziehen.»

(msa/sda)