Pilotprojekt

09. Mai 2019 04:43; Akt: 09.05.2019 04:43 Print

Jetzt holen Pöstler auch PET-Flaschen ab

Die Post und PET-Recycling Schweiz spannen zusammen: In fünf Gemeinden holen Pöstler während eines Pilotprojekts PET-Flaschen direkt von zu Hause ab.

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«Von dieser Zusammenarbeit profitieren vor allem unsere Kunden», sagt Jean-Claude Würmli, Geschäftsführer von PET-Recycling Schweiz. «Die Kunden haben neu die Möglichkeit, PET-Flaschen noch bequemer dem Recycling zuzuführen, PET-Recycling Schweiz kann die Rücklaufquote von PET-Getränkeflaschen bei gutem Verlauf erhöhen und die Post geht mit oder ohne PET-Flaschen jeden Tag in jeder Haushaltung vorbei», sagt er weiter.

Ziel des Pilotprojekts ist es, herauszufinden, ob das Bedürfnis nach einem solchen Angebot besteht. Angelaufen sei das Pilotprojekt bereits Anfang April, teilte PET-Recycling mit. Getestet wird das Angebot in Horw LU, Cham ZG, Ennetbaden AG, Kloten ZH und Le Grand-Saconnex GE.

83 Prozent der Flaschen werden rezykliert

Das Prinzip funktioniert so: Wer leere Flaschen entsorgen will, kann spezielle 35-Liter-Sammelsäcke für 2.50 Franken pro Stück online beziehen. Den gefüllten Sack kann man beim Briefkasten deponieren und Pöstler nehmen ihn schliesslich mit.

PET-Flaschen kann man an über 50'000 Sammelstellen in der Schweiz gratis entsorgen. 83 Prozent der Flaschen werden so entsorgt und danach zu neuen Getränkeflaschen rezykliert. Durch das Projekt soll diese Zahl zusätzlich gesteigert werden.

PET-Flaschen in den Güsel zu werfen, ist übrigens keine gute Idee: «Denn erstens geht durch das Verbrennen in der Kehrichtverbrennungsanlage wertvoller Rohstoff unwiederbringlich verloren. Und zweitens ist eine PET-Getränkeflasche 50 Prozent umweltfreundlicher, wenn sie rezykliert statt verbrannt wird», heisst es in der Medienmitteilung.

«Leere Fahrten sind sinnlos»

Beim Personalverband Transfair, der sich für die Interessen des Postpersonals einsetzt, hat man offene Ohren für das Projekt: «Wenn man sieht, dass beispielsweise die Menge der Briefpost sinkt, soll die Post die Initiative ergreifen, um Arbeitsplätze zu sichern», sagt René Fürst, Branchenleiter Post/Logistik von Transfair.

Solange es eine saubere, sinnvolle Dienstleistung sei und damit auch noch Geld verdient werden könne, könnten solche Angebote durchaus vonnutzen sein. Dass das Personal nicht bloss Briefe zustelle, sondern auch Dinge mitnehme, sei ein logistisch nachvollziehbarer Gedanke: «Es ergibt keinen Sinn, wenn man nach der Zustellung leer zurückfährt. Aber Pöstler sind keine Kehrichtmänner», sagt Fürst.

Entsprechende Weiterbildung gefordert

Auch die Post müsse sich dem Wandel der Zeit anpassen, wie das etwa auch beim Schalterpersonal der Fall sei: «Früher wurden dort Rechnungen bezahlt und Briefe und Pakete aufgegeben. Heute werden beispielsweise auch Verkaufsgespräche oder Beratungen durchgeführt.» Dadurch würden auch Arbeitsstellen gesichert.

Der Verband zeigt sich deshalb offen für solche Ideen: «Doch wenn sich die Aufgaben des Personals verändern, ist eine entsprechende Weiterbildung nötig.»

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Gehirn am 09.05.2019 05:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Scheitern verurteilt

    Karton, Alu, Glas, Papier, Altöl, Glühbirnen, Altmetall usw. muss ich sowieso auch zur Entsorgungsstelle bringen, da kann ich meine PET-Flaschen auch gleich gratis abgeben. Wieso soll ich plötzlich dafür bezahlen, dass die jemand mitnimmt? Das entlastet mich nicht im Bezug auf den restlichen Abfall. Das Projekt wird grandios scheitern. Ist für die Mitarbeiter sowieso eine Zumutung.

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  • Pöschtler am 09.05.2019 05:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post, quo vadis?

    Der gelbe Riese ist sich für nichts zu schade. Wie lautet nochmals deren Hauptauftrag? Ich wünschte mir, dass endlich auch Konkurrenten Briefe befördern dürfen. Vielleicht kehrt dann mal wieder Vernunft bei den gelben ein.

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  • Seppetoni am 09.05.2019 05:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    Die Post soll sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Defizite dann mit Steuergeldern auszugleichen, das ist Verfassungswidrig. Wenn solche Nischen Gewinn einbringen würden, dann wäre die Privatwirtschaft ja schon länger am Ball.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erich am 10.05.2019 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldgeile Sklaventreiber

    Bis in fünf Jahren wird der Pöstler bei einem Neubau auch den Beton bringen. Liebe Pöstker lasst eure Arbeit mal arbeit sein, und demonstriert das diese Geldgeilen Sklaventreiber dndlich erwachen

  • Postgegneri am 10.05.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kerngeschäft wäre wichtiger

    Es ist schon zum Lachen. Früher wurde aller Abfall abgeholt, Sperrgut konnte man draussen deponieren, Altpapier wurde auch abgeholt - wurde alles abgeschafft aber jetzt soll die Post PET-Flaschen abholen - das kann ja nicht wahr sein. Poststellen verkaufen Papeteriematerial etc. dafür klappts mit der Postzustellung oft nicht. Wie wärs wenn man sich wieder vermehrt dem Kerngeschäft widmet und zusieht dass dieses läuft wie es sollte. Überall hat die Post ihre Hände drin aber beim Kerngeschäft haperts.

  • Albi am 09.05.2019 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besorgter Bürger

    Die Leute wo sowas beschließen sollten das selbst tun müssen, ist ja bei der Post vieles im Argen, da müssen die Postboten bei jedem Wetter mit den Elektro Roller die Post verteilen , wenn die Groß Verdiener bei der Post das müssten , wäre vieles besser!

  • Angela am 09.05.2019 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu lasten der Angestellten

    Und diese zusätzliche Arbeit wahrscheinlich noch zum selben Lohn..

  • nadja am 09.05.2019 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die Post - ich bin auch eine Entsorgungsstelle

    Die Post soll meine Post bringen. Wenn sie unbedingt will, kann sie gerne meine Briege und Pakete mitnehmen. Dann muss ich nicht extra eine noch offene Poststelle suchen. DAS wär mal eine Dienstleistung die der Post passen würde. Alles andere ist nicht Job der Post. Die sind am Schalter schon massiv überfordert wenn man mit 10 Paketen aufs mal ankommt. Service Public und so. Das ich nicht lache. Die soll sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren oder den Markt öffnen. Gäbe es alternativen, wär sie schon kang Bankrott