Schwyz

15. Mai 2019 13:38; Akt: 15.05.2019 13:38 Print

Jetzt muss KKK-Truppe vor Staatsanwältin

Die Schweizer, die in KKK-Kutten durch Schwyz marschierten, werden vielleicht doch noch bestraft: Nun interessiert sich die Staatsanwältin für den Fall.

Im Video eines Leser-Reporters ist zu sehen, wie die Gruppe in Ku-Klux-Klan-Kutten durch Schwyz marschiert. (Video: 20 Minuten/Leser-Reporter)
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In weissen Kutten mit der Aufschrift «KKK» und mit brennenden Fackeln marschierte die Gruppe am Güdismontag durch Schwyz. Auch eine Flagge mit einem Keltenkreuz hatten die zwölf Schweizer dabei. Mit dieser Verkleidung hat sich die Gruppe womöglich strafbar gemacht.

Bereits einige Tage nach dem Aufmarsch, wurden die Fasnächtler von der Kantonspolizei Schwyz befragt. Befragt wurden auch Zeugen, die den Aufmarsch gesehen hatten. So sei neben den zwölf Kuttenträgern eine weitere Person ins Visier der Ermittlungen geraten. Laut der Polizei sei keine der dreizehn ermittelten Personen im Bereich Rechtsextremismus verzeichnet. Dies bedeute, dass sie bisher nicht als Rechtsextremisten aufgefallen seien.

Staatsanwaltschaft prüft Beweise

Der Fall rund um die Ku-Klux-Klan-Gruppe ist aber noch nicht abgeschlossen. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wurde der Vorfall der Staatsanwaltschaft Innerschwyz rapportiert, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. «Wir führen eine Strafuntersuchung wegen Rassendiskriminierung durch», sagt die Leitende Staatsanwältin, Franziska Steiner, auf Anfrage von 20 Minuten. Dreizehn Personen seien von der Polizei verzeigt worden.

Jetzt muss die KKK-Truppe vor Staatsanwältin

Momentan prüft die Staatsanwaltschaft die Beweise. Erst dann wird entschieden, welche Personen erneut befragt werden. «Wenn die Strafuntersuchung abgeschlossen ist, wird entschieden, ob es zu Anklage oder zur Einstellung des Verfahrens kommt.» Dies werde dann aktiv den Medien und der Bevölkerung kommuniziert.

Demonstration gegen Rassismus

Der Ku-Klux-Klan-Umzug sorgte schweizweit für grosses Aufsehen, unter anderem zu einer Gegendemonstration des «Bunten Bündnisses Schwyz» Mitte April. Die bewilligte Demonstration sollte gemäss den Initianten zeigen, «dass Schwyz kein Nazinest ist, sondern ein bunter Flecken mit vielen tollen Leuten, wo sich alle sicher fühlen können.» Rund 300 Teilnehmer marschierten mit. Am Rande der Demo kam es zu einer Schlägerei zwischen mehreren Dutzend linksextremen und rechtsextremen Personen.

(20 Minuten)