«Sahen den Feuerball»

24. Februar 2020 21:35; Akt: 24.02.2020 21:35 Print

Jetzt reden die Kuh-Helden vom Güggali-Ball

Als es in einem Bauernhof in Willisau LU am frühen Sonntagmorgen brannte, eilte gleich eine Gruppe Fasnächtler zu Hilfe.

Der Vizekommandant der Feuerwehr Willisau-Gettnau im Interview (Video: BRK News)
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Was wäre geschehen, hätte nicht eine Gruppe Fasnächtler bis ins Morgengrauen am noch jungen Sonntag am Güggaliball in Daiwil LU gefeiert? Jedenfalls ist Bauer Franz Lötscher unendlich dankbar, dass ihm die Männer zu Hilfe eilten, als ein Feuer seinen Stall zerstörte. Vier Kälber starben, aber über 30 Kühe konnten gerettet werden – auch dank den Fasnächtlern.

Nun erzählen die Helfer, wie sie den Brand erlebt haben: «Wir waren zu viert nach dem Güggaliball noch am Aufräumen, da hat es um 5 Uhr einen lauten Knall gegeben. Wir sind sehr erschrocken», sagte einer der betroffenen Fasnächtler zu 20 Minuten. Seine Kollegen hätten dann in etwa 500 Meter Entfernung einen Feuerball aus der Scheune aufsteigen sehen. Natürlich habe man die Feuerwehr alarmiert.

Sie sahen, wie das Licht anging

Einer der vier sei sofort Richtung Stall gerannt, so der Fasnächtler. «Wir anderen wussten zunächst nicht genau, was wir tun sollten.» Doch dann seien auch sie zum brennenden Stall gegangen. «Ich habe noch versucht, Franz Lötscher anzurufen, um ihn zu warnen. Aber als ich sah, dass in seinem Haus das Licht anging, habe ich aufgehört. Ich wollte ja nicht die Leitung blockieren.»

Sein Fasnächtlerkollege habe Bauer Lötscher geholfen, die Kühe aus der brennenden Scheune ins Freie zu lassen. «Wir anderen schauten, dass die Kühe nicht in alle Himmelsrichtungen davon konnten. Denn die Tiere seien sehr aufgeregt gewesen.» Während die Feuerwehr mit dem Löschen beschäftigt war, «haben wir Zaunzeug organisiert und die Kühe eingezäunt». Dabei hätten sie Vorsicht walten lassen müssen. Denn in der Herde habe es Jungtiere gehabt, die noch nie auf einer Wiese waren. «Diese Tiere hatten auch keinen Respekt vor dem Zaun und mussten von uns betreut werden.»

So gegen 6.45 Uhr sei die Lage dann unter Kontrolle gewesen. «Anschliessend mussten wir noch unsere Aussage gegenüber der Polizei machen und unsere Personalien angeben.»

«Selbstverständlich, dass man hilft»

Als Helden fühlen sich die Fasnächtler nicht: «Ich kenne Franz nicht gut, nur vom Sehen her, wie es auf dem Land halt so üblich ist. Für mich ist es selbstverständlich, dass man seinen Mitmenschen in solchen Situationen hilft. Ich wäre ja schliesslich auch froh, wenn mir jemand in der Not hilft. Wenn mich Franz jetzt anrufen würde, ginge ich sofort wieder helfen.»

(nke)