«Warum der Löwe? Denk mal»

03. Juli 2017 05:47; Akt: 03.07.2017 05:47 Print

Jung-Historiker pushen das Löwendenkmal

von Noah Knüsel - Normalerweise dominieren die Touristen am Löwendenkmal. Nun soll auch Einheimischen die Geschichte dahinter näher gebracht werden – mit einer Inszenierung für alle Sinne.

Sehen Sie, was es mit dem Projekt auf sich hat. (Video: nk)
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Touristen laufen tagtäglich in grossen Gruppen zum Löwendenkmal in Luzern hin. Sie knipsen Fotos und Selfies, einige hören ihrem Tourguide zu, der etwas über die Steinskulptur erzählt. Und nach wenigen Minuten gehen sie wieder, zurück in den Car und zur nächsten Station. Interlaken, Rom, München. Oder nach Paris.

Dass die Geschichte des Löwendenkmals eng mit Paris verknüpft ist, werden die meisten Luzerner wissen. Beim sogenannten Tuileriensturm wurden 1792 hunderte Schweizergardisten bei der Verteidigung des französischen Königs von Revolutionären massakriert. Mehr vom Verlauf der Geschichte ist aber wohl nur Wenigen bekannt.

Alle Sinne sollen angesprochen werden

Das soll sich nun ändern: Ein Team aus jungen Geschichtsinteressierten und Historikern aus Luzern will ab dem 10. August inszenierte Führungen anbieten. Um das Projekt mit dem Namen «Warum der Löwe? Denk mal – wir erzählen!» haben sie ein Crowdfunding gestartet. Denn trotz Unterstützung der Stadt und der Albert Köchlin-Stiftung seien noch längst nicht alle Kosten gedeckt: «Mit Deiner Hilfe und jedem einzelnen Beitrag können wir dem Ziel näherkommen!», schreiben sie auf 100-days.net.

Giulia Schiess, die für die Koordination des Projekts zuständig ist, erklärt: «Es ist keine Theaterführung, mit verschiedenen Medien sollen alle Sinne angesprochen werden.» Zum Beispiel sollen Geräusche und Lichteffekte die Besucher fesseln. «In den Leuten soll etwas ausgelöst werden, sie sollen Geschichte erleben», so die 26-Jährige.

«Geschichte vermitteln ist immer eine Büez»

Lukas Stadelmann (24) gehört ebenfalls zum Kernteam des Projekts. Sein Highlight: «Wenn die Besucher mit Licht- und Soundeffekten aus dem alten Bunker hinter dem Löwendenkmal hinausgejagt werden und dann im Tageslicht das riesige Bild des Tuileriensturms am Felsen aufgehängt sehen, stelle ich mir das sehr eindrücklich vor.»

Die Idee für die Führungen stammt von Dr. Jürg Stadelmann. Der Luzerner Historiker und Gymnasiallehrer sagt: «Das Konzept setzt auf Junge für Junge.» Mit unterschiedlichen Vermittlungsformen soll auch ein junges Publikum angesprochen werden. «Geschichte zu vermitteln ist immer eine Büez», so der 59-Jährige. Man wolle einen Bezug zur Gegenwart herstellen und zum Nachdenken über die Schweizer Kulturgeschichte anregen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erich am 03.07.2017 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    das finde ich super. diesem Teil der Schweizer Geschichte wird meiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt.

  • Butch am 03.07.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Schade gibt es kein Denkmal für die CH Söldner, die unter Napoleon die Russen geschlagen haben.

  • Rösli Hösli am 03.07.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetten

    Die heutigen Einwohner von Luzern wissen doch mehrheitlich nichts über diese Geschichte. Party- und Händysucht sind doch wichtiger.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Banker am 03.07.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Historkier...

    Etwa so wichtig wie ein Messbandmesser. Die Vergangenheit interessiert keinen mehr, sie ist vorbei.

  • Butch am 03.07.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Schade gibt es kein Denkmal für die CH Söldner, die unter Napoleon die Russen geschlagen haben.

  • Rösli Hösli am 03.07.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetten

    Die heutigen Einwohner von Luzern wissen doch mehrheitlich nichts über diese Geschichte. Party- und Händysucht sind doch wichtiger.

  • Erich am 03.07.2017 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    das finde ich super. diesem Teil der Schweizer Geschichte wird meiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt.

  • abc am 03.07.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkmal der Schande

    Es ist ein Denkmal der Schande! Es wurde ein undemokratisches System verteidigt. Die Rache der Franzosen kam später: Napoleon eroberte die Schweiz zur Strafe. Das wird in der Schule nicht gelehrt. Ironischerweise hatte er/Frankreich Einfluss auf Bundesverfassung von 1848.

    • Gesehen am 03.07.2017 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Vielleicht ist das der Grund

      warum sich die Leute in der dortigen Gegend so über andere aufspielen. Um ebendiese Schmach zu übertünchen. Wurde 4 mal angeschrien, als ich vom Pilatus runterwanderte, auf dem Wanderweg, ohne irgendwen zu belästigen. Komische Leute dort.

    • lexy am 03.07.2017 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @abc

      Haben sie da etwas verpasst? Das Denkmal ist zu ehren der gefallen Schweizersöldnern die den leeren Französischen Palast geschützt haben. Das Söldnerdienst nichts gutes ist sind wir uns einig aber treue und mut sind wichtige schweizer Tugenden. Das Denkmal ist nicht zur Ehrung der Französischer Monarchie also bitte nicht so ein quatsch schreiben.

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