Moot Court

09. Juni 2016 05:57; Akt: 09.06.2016 09:10 Print

Jus-Studenten holen Prestigesieg für Uni Luzern

von Emina Hadzic - Elen Sahin und Atilla Cilingir haben sich am Moot Court in Washington gegen 101 Teams durchgesetzt: Sie verfassten die beste Verteidigungsschrift in Englisch.

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Im Januar 2016 haben die beiden Masterstudis der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Luzern Elen Sahin (24) und Atilla Cilingir (27) mit den Vorbereitungen für den Inter-American Human Rights Moot Court begonnen: «Fünf Monate lang haben wir uns sieben Tage die Woche mit dem Thema Moot Court befasst», sagt Cilingir.

Ein Moot Court ist ein fiktives Gericht, vor dem juristische Streitfälle ausgetragen werden. Regelmässig ist die Universität Luzern bei Moot-Court-Wettbewerben dabei. Dieses Mal in Washington: «Wir waren an der Uni, nicht in einem echten Gerichtssaal. Auf einmal verwandelt sich der Vorlesungssaal in ein Gerichtssaal. Rechtsanwälte und Professoren spielen Richter», so Cilingir.

Spitzenreiter im Verfassen einer Verteidigungsschrift

Dieser hypothetische Gerichtsfall drehte sich um ein Gold- und Silberminen-Projekt, bei dem die Studis den Staat Santa Clara verteidigt haben. Cilingir: «Es war ein sehr komplexer Fall. Dem Staat Santa Clara wurden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen und wir mussten juristisch argumentativ beweisen, dass keine vorliegen.»

Mit der Unterstützung von zwei Coaches räumten sie den ersten Platz ab: Kein anderes der hundert Teams aus der ganzen Welt hat eine bessere Verteidigungsschrift verfasst als das Team aus Luzern. Sie setzten sich gegen Studenten von renommierten Unis wie Missouri-Kansas City oder Los Angeles durch. Sahin: «Es war für mich eine einmalige Erfahrung. Ich konnte viele Kontakte aus der ganzen Welt knüpfen und meinen Horizont erweitern.»

Für Cilingir war der Sieg unerwartet: «Wir mussten uns in ein ganz anderes Rechtssystem einarbeiten. Als Fremdsprachige konnten wir einen Preis abräumen. Die unzähligen Stunden Arbeit haben sich ausbezahlt.»

«Ich bin unglaublich stolz auf die beiden»

Coach Gabriel Zalazar freut sich: «Ein Mootie zu sein, ist etwas ganz besonderes. Von hunderten Studis gibt es vielleicht einen, der die Voraussetzungen erfüllt: Ausdauer, Kreativität und Disziplin gehören dazu.» Mit dem Erfolg hatte Coach Silja Aebersold nicht gerechnet: «Als die Universität Luzern ausgerufen wurde, war ich doch überrascht. Wir haben gegen Teams gewonnen, von denen die meisten englischer Muttersprache waren. Ich bin unglaublich stolz auf die beiden.»

Sieg ist gute Werbung für Uni

In der Juristen-Szene werde ein solcher Preis wahrgenommen und stelle eine praxisnahe Vorbereitung für die Anwaltstätigkeit dar. «Auch der Attraktivitätsgrad unserer Fakultät nimmt natürlich zu», sagt Matthias Angst, Manager der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Luzern. «Da die Universität Luzern noch relativ jung und klein ist, liegt die Vermutung nahe, dass der Elan und die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und den Professoren umso intensiver ist. Daher werden unsere Studierenden auch zu Höchstleistungen motiviert», sagt er.

Auch ein weiteres Mootie-Team der Uni Luzern war in diesem Frühling sehr erfolgreich: An einem Moot Court in Wien hat das Team die beste Klageschrift verfasst und sich damit gegen 300 Universitäten aus der ganzen Welt durchgesetzt. «Sogar das Team aus Harvard haben wir hinter uns gelassen. Diese Mooties müssen sich keine Sorgen um ihre Zukunft machen. Ein solches Zertifikat ist mit sehr viel Prestige verbunden. Grössere Schweizer Anwaltskanzleien nehmen solche Juristen mit Handkuss auf», freut sich Angst.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mootie am 09.06.2016 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Well done

    Gratulation zu diesem Erfolg! Ich war im ersten Schweizer Team in Wien dabei. Ein unvergessliches Erlebnis.

  • Hänschen K. am 09.06.2016 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere!

    Bin aber ganz baff, dass es noch kein HSG Trollbeitrag in die Komments geschafft hat.

  • Schneidewind am 09.06.2016 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So oder anders ?!

    Wie man sieht gibt es Studenten die arbeiten mit Erfolg, dann gibts Stundenten denen fällt nichts gescheiteres ein als ein neues Gebäude zu versauen. Ihr Jus-Kameraden = Super.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fan nr.1 am 09.06.2016 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go Elen!!

    Elen ist die beste!

  • mikee am 09.06.2016 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Online Vide?

    Gibt's diese "Battles" irgendwo zu sehen? Online als Video o.ä.? Würde mich sehr interessieren :D Hab mal gegoogelt aber auf die schnelle nix gefunden. Vielen Dank

  • Peter Odermatt am 09.06.2016 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Genial! Gratulation! Und ein Studium das nicht mit ...ie endet was schon mal gut ist!

    • Dominik am 09.06.2016 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Odermatt

      Was haben sie denn gegen Chemie? ;)

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  • Peter Graser am 09.06.2016 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität nur die halbe Wahrheit

    Ich gratuliere den beiden von Herzen. In einer Anwaltskanzlei werden sie aber auf die Welt kommen: Dort zählt nur Qualität geteilt durch verrechenbare Stunde. Da kannst du nur fünf Monate zu Zweit rund um die Uhr an einer Rechtsschrift hocken, wenn dabei mindestens CHF 600'000 Honorar rausschauen.

  • Justitia am 09.06.2016 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg in Amerika

    Ich freue mich für sie, die Amerikaner werden sie sicher behalten, denn es gibt noch einige Sammelklagen und andere heikle Themen und die Bezahlung wird auch dementsprechend sein.