Sursee LU

27. Mai 2019 04:44; Akt: 27.05.2019 09:33 Print

Kanti zeigt Schüler an, die Lehrer massiv beleidigten

Schüler sollen zwei Lehrer massiv beleidigt haben: Eine Lehrperson soll Verbindungen zum Holocaust haben, die andere eine tödliche Krankheit verbreiten. Der Rektor griff hart durch.

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Viele Maturanden sehnen den letzten Schultag an ihrer Kantonsschule im Abschlussjahr jeweils herbei: Denn traditionell wird an diesem Tag natürlich ordentlich gefeiert – einige Maturanden treiben auch Schabernack mit jüngeren Schülern oder mit den Lehrpersonen.

Der letzte Schultag an der Kanti Sursee am 15. Mai wird jedoch von einem weniger erfreulichen Ereignis überschattet, wie das «SRF Regionaljournal Zentralschweiz» berichtete.

Wie es in einem Schreiben der Kantonsschule an die Eltern heisst, sei es an diesem Tag zu solch schwerwiegenden Vorfällen gekommen, dass die Schulleitung eine Strafanzeige gegen vier Maturanden eingereicht hat – dies wegen übler Nachrede und Ehrverletzung. «Wir wollten ein deutliches Zeichen setzen, dass wir dies nicht akzeptieren», sagt Rektor Christoph Freihofer.

Holocaust-Vorwurf und Verbreitung tödlicher Krankheit

Hintergrund: Es kam zu Beleidigungen, die man nicht tolerieren könne. Passiert ist das im Rahmen eines gesamtschulischen Anlasses, bei dem sich die Maturanden von der Schule verabschieden, wie Freihofer auf Anfrage sagt. Üblicherweise finde dies in einem normalen Rahmen statt mit Witzeleien und Klamauk.

Nicht so in diesem Fall: «Bezüglich einer Lehrperson wurde eine Verbindung zum Holocaust hergestellt», sagt Freihofer. So hätten die Maturanden unkommentiert einen Text aus dem Internet vorgetragen, in dem stand, dass die betroffene Lehrperson Schüler in eine Gaskammer stecken würde.

«Grosse Betroffenheit und Verunsicherung»

«Es gab auch eine Verbindung zu einer tödlichen Krankheit, die von einer Lehrperson verbreitet werde», so Freihofer. An den Lehrern ging dies nicht spurlos vorbei: «Das hat eine grosse persönliche Verletzung und Verunsicherung unter den betroffenen Lehrpersonen ausgelöst.» Andere Witzeleien bei diesem Anlass seien in einem tolerierbaren Rahmen gewesen.

Die Schulleitung fordert nun, dass Bilder und Videos der Vorfälle, die während des Anlasses möglicherweise gemacht worden sind, gelöscht werden sollen. Ein weiteres Verbreiten dieses Materials könne zu weiteren Anzeigen führen.

(gwa)