«Sensation»

02. Juli 2018 16:33; Akt: 02.07.2018 17:43 Print

Kanton jubelt über «Flagship-Species»

Der Gelbringfalter wie ein tierischer Beweis: An Orten, wo er chillt, tun das Tausende andere Tiere auch gerne. Deshalb ist er auch eine «Flagship-Species».

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Unerwarteter Fund im Kanton Zug: Zum ersten Mal wurde dort der stark gefährdete Schmetterling Gelbringfalter nachgewiesen.
Und dieser Erstnachweis des Schmetterlings bestätigt laut Kanton die Wirkung des Naturschutzes; der Nachweis des Schmetterlings sei gar eine Sensation, teilte der Kanton Zug am Montag weiter mit. Denn: Der Tagfalter steht auf der roten Liste der gefährdeten Tiere. Zudem sei er noch nie in Zug heimisch gewesen. «Dass der Gelbringfalter sich in Zug niederlässt, hielten wir für fast unmöglich», sagt Martin Ziegler vom Amt für Wald und Wild des Kantons Zug.

Der Nachweis des Gelbringsfalter ist für die Verantwortlichen vor allem darum von grosser Bedeutung, weil es sich bei ihm um eine so genannte «Flagship Species» handle. Dies bedeute, dass sich Massnahmen zu seinen Gusten auch vorteilhaft für unzählige andere Arten im gleichen Lebensraum auswirken würden, teilte der Kanton mit. «Durch den Schutz und die Förderung dieser Art profitieren viele weitere Tiere und Pflanzen — darunter Heuschrecken, Spechte und Orchideen», sagt Ziegler.

Gelbringfalter zeigt Förderung der Artenvielfalt

In den letzten 100 Jahren ist laut Ziegler das schweizweite Vorkommen des Schmetterlings stark gesunken. Die Präsenz des Flagship-Falters Präsenz zeige, dass die Massnahmen zur Artenvielfalt des Kanton Zugs wirken würden. Es seien etwa bei mehreren Wäldern Übergangszonen zwischen Offenland und dichtem Wald geschaffen worden. Der Gelbringfalter halte sich gerne bei Gebüschen am Waldrand und auf Lichtungen auf.

«Seine erstmalige Präsenz ist als grosser Erfolg für die Artenvielfalt und die Biodiversität im Kanton Zug zu werten», sagt auch Frau Landammann Manuela Weichelt.

Gefunden wurde der Schmetterling im Waldnaturschutzgebiet der Korporation Walchwil vom Forstwart Dominic Hürlimann. Dieser meldete den aussergewöhnlichen Fund direkt dem Kanton Zug.
Nun soll das Vorkommen des Schmetterlings gesichert und die Population gestärkt werden.

(TST)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Captain Hindsight am 02.07.2018 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Nachricht

    Diese Nachricht gefällt mir. Jetzt bloss nicht faul werden und denken, die Arbeit sei schon alle getan.

  • Dominic Hürlimann am 02.07.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelbringfalter

    Dieser Fund war für mich ein aussergewöhnliches Erlebnis und auch reiner Zufall. Ich bin sehr glücklich, dass der Kanton diese erfreuliche Nachricht publik gemacht hat. Letzten Endes ist der Gelbringfalter aber nur ein kleines Mosaik im grossen Werk der Natur und es gilt jedes dieser Teile zu schützen und zu respektieren. Mit dem Schutz bedrohter Arten kann aber nach wie vor am meisten für die Biodiversität getan werden, da dann viele weitere Komponenten profitieren.

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  • Metamorphosa am 02.07.2018 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe sie

    In meinem Garten hatte ich vor 10 Jahren an die 100 Schmetterlinge gehabt. Mit jedem Jahr wurden es weniger, obwohl in meinem Garten nichts gespritzt wird. Die letzten Jahre waren es nie mehr als 4 oder 5. Dieses Jahr kann ich erfreuliche 20 zählen. Davon etwa 7 verschiedene. Ich weiss es ist wenig, aber für mich ist es ein erfreulicher Sommer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • bieri saändu am 03.07.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zufall

    Gibt ihn auch in Langenthal.

  • Peter Staubli am 03.07.2018 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schmetterlinge sind zuerst Raupen......

    ... und als Raupen meistens sehr wählerisch mit ihrer Futterpflanze. Wenn man Schmetterlinge will, muss man die entsprechenden Pflanzen erhalten und fördern. Schon die Rose sagte zum Kleinen Prinz von St. Exupéry: Ich muss ein paar Raupen ertragen, wenn ich Schmetterlinge sehen will.

  • Der heimliche Gärtner am 03.07.2018 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pflanzt was das Zeug hält..

    Also ich habe einen sehr naturbelassenen Garten mit vielen Blumen für Bienen und Schmetterlinge. Ich kann mich über die Menge der tierischen Besucher nicht beklagen. Heimlich betreibe ich guerillia Gardening und verstreue Samen von nützlichen heimischen Pflanzen um den Tieren zu helfen.

  • Jakob am 02.07.2018 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umwerfend

    Es ist einfach wunderbar wir die Massnahmen für den Umweltschutz so rasch Wirkung zeigt.

  • Sonderegger am 02.07.2018 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den haben wir auch

    Im Garten

    • Domi Hürlimann am 16.07.2018 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sonderegger

      Erkundigen sie sich einmal über die ökologische Nische die der Gelbringfalter benötigt, er kommt nur in lichten Föhren-Buchen Wäldern mit einer speziellen Gras Schicht vor. Die Raupe ernährt sich von der Fieder Zwenke(seltenes Gras). Ähnlicher arten, brauner Waldvogel oder Waldbrettspiel.

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