Gleichstellung

27. Februar 2020 21:07; Akt: 27.02.2020 21:07 Print

Kantonsrat erteilt den Frauen eine Abfuhr

Der Zuger Kantonsrat will nichts wissen von den Forderungen des Frauenstreik-Manifests. Begründung: Die Forderungen seien teilweise bereits erfüllt.

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Vom Frauenstreik-Manifest hat der Zuger Kantonsrat Kenntnis genommen – unterstützen will das Parlament die Massnahmen aber nicht, die in der Petition gefordert wurden. Dies hat der Kantonsrat am Donnerstag entschieden und begründet die ablehnende Haltung damit, dass die Forderungen zum Teil schon erfüllt seien.

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Abfuhr nicht unerwartet

Mit diesem Nein folgte der Rat dem Antrag der Justizprüfungskommission deutlich mit 53 zu elf Stimmen. Auch die Kommission war der Ansicht, dass beispielsweise die Forderung, eine Frau als Vertretung nach Bern zu schicken, bereits erfüllt sei. Dies darum, weil im Herbst 2019 die Grüne Manuela Weichelt-Picard als erste Frau in Zug in den Nationalrat gewählt wurde. Weitere Gründe, die zur Ablehnung des Manifests führten, waren teilweise auch Ansprüche, die beispielsweise eine Änderung des Bundesgesetzes voraussetzen würden, wie Kommissionspräsident Thomas Werner (SVP) betonte.

Mit der Petition forderte das Zuger Frauenstreik-Komitee unter anderem mehr Frauen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Lohngleichheit, Schutz vor sexueller Belästigung sowie Anerkennung und Ausbau der Care-Arbeit. Auf Anfrage sagte Anna Spescha (SP), die Abfuhr im Kantonsrat komme für sie nicht unerwartet: «Zug ist ein bürgerlicher Kanton.» Sie hatte die Petition namens des Frauenstreik-Komitees im Parlament eingereicht.

Breitere Abstützung

Nun gehe es darum, mit dem Komitee zu besprechen, welche Forderungen als nächstes gestellt würden. Spescha möchte keine Themen priorisieren. Sie erwähnt aber die Unterstützung für die Anliegen von Angestellten der Spitex des Kantons Zug. Auch die unbezahlte Care-Arbeit hat sich das Komitee auf die Fahne geschrieben.

Bevor diese und weitere Themen aber wieder auf politischem Weg behandelt werden sollen, will sich Spescha der Organisation dem kommenden Frauenstreik vom 14. Juni widmen. Sie verweist auch auf die Jubiläen im Zusammenhang mit der Gleichstellung der Frau, die 2021 anstehen. So etwa das Frauenstimmrecht, das am 7. Februar 1971 eingeführt wurde. Um die politischen Ziele dennoch zu erreichen, will Spescha versuchen, weitere Frauen-Bünde und -Organisationen ins Boot zu holen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc Spycher am 27.02.2020 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da hätte ich Vorschläge!

    Militärdienstpflicht auch für Frauen, gleiches Rentenalter, Gleichbehandlung bei Scheidungen, Pflicht zur Vaterschafts-Feststellung, Witwer-Rente.

    einklappen einklappen
  • Peter am 27.02.2020 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    Quoten?

    Wenn schon Quoten, dann überall und nicht nur für Frauen. Ich fordere je mindestens 30% von jedem Geschlecht in jedem Bereich.

    einklappen einklappen
  • Fred am 27.02.2020 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    ist wichtig, aber keine Rosinenpickerei, fangen wir mal beim Renteneintrittsalter an, dann Militär, dann der Umstand dass Frauen vor Gericht immer geglaubt wird und über den Mann gelacht! Ich kann es nicht mehr hören dieser permanente Angriff auf die Männer aus der Pseudo Opferrolle!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Monsieur Question am 28.02.2020 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigeres?

    Wieso konzentrieren wir uns nicht auf wichtigere Fragen im Leben wie z.B. "was bringen Penispumpen?"

  • Mr.niceguy.87 am 28.02.2020 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fair?

    Taut mich einer auf wenn das leben fair geworden ist? Dann können wir über fairness zwischen männer und frauen reden

  • Se Säbeschtien am 28.02.2020 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichstellung ist mehr

    Für tatsächliche Gleichstellung müsste man mehr Fordern als nur die schönen Sachen. Jede Medaille hat zwei Seiten. Solang das nicht von diesen forderungswütigen Damen verstanden wird, sehe ich auch keinen Bedarf den Status Quo zu ändern. Für mich sind diese Frauen auf eine Stufe mit quengelnden Kindern zu stellen

  • Ekeltoni am 28.02.2020 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichstellung

    immer die gleiche Stellung wird auf Dauer langweilig

  • Karl der Kerl am 28.02.2020 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wo der Kantonsrat Recht hat

    hat er Recht.