Luzern

14. Dezember 2010 22:53; Akt: 14.12.2010 20:24 Print

Katholiken: Kampf gegen Missbrauch

von Markus Fehlmann - Die katholische Kirche der Stadt Luzern will keine sexuellen Übergriffe dulden. Jetzt müssen alle Mitarbeiter eine verpflichtende Erklärung unterschreiben.

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Die Initianten haben Myriam Wermelinger von der Luzerner Staatskanzlei die Petition «Kruzifix bleibt» überreicht.

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«Wir wollen glaubhaft machen, dass wir sexuelle Missbräuche an Kindern und Jugendlichen verhindern wollen», sagt Florian Flohr, Sprecher der katholischen Kirche Stadt Luzern. Deshalb wurde zusammen mit der Fachstelle Mira eine siebenseitige Erklärung erarbeitet, die alle Angestellten als Bestandteil ihres Arbeitsvertrages unterschreiben müssen.

Darin verpflichten sie sich unter anderem, Verdachtsmomente sofort zu melden. Und zwar an eine unabhängige, externe Fachperson, die die Kirche bestimmt hat. «Diese Person ist unabhängig und arbeitet hauptberuflich als Supervisor», so Flohr. Falls sich Verdachtsmomente erhärten würden, erstatte die Kirche Anzeige – sofern das Opfer damit einverstanden sei.

Die Mitarbeiter müssen ausserdem regelmässig Weiterbildungen zum Thema besuchen. «Wir vermitteln in Workshops einen natürlichen Umgang mit Kindern und Jugend­lichen, zeigen aber auch klar Grenzen auf», sagt Christiane Weinand, Co-Leiterin der Fachstelle Mira. Dass die Kirche in die Offensive geht, findet sie gut. «Die Mitarbeiter erhalten mehr Sicherheit im Umgang, aber auch einen höheren Schutz, weil Vorwürfe differenziert abgeklärt werden.»

In der Stadt Luzern wurden in den letzten Jahren zwar keine Missbräuche bekannt. «Es kann aber auch bei uns vorkommen. Deshalb müssen wir präventiv dagegen vorgehen», so Flohr.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Refe am 16.12.2010 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so Luzern!

    Ist ein guter Anfang. Jetzt müsste dieses Beispiel nur noch Schule machen und sich möglichst überall durchsetzen in religiösen Ämtern sowie öffentlichen und privaten Schulen.

  • Otto am 15.12.2010 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Gesellschaft wollen wir

    Was ist mit den Verheirateten "Pfarrer" all jene die selber Kinder haben ?? Warum müssen nicht alle Männer geschult werden ? weil es für die, die das machen nichts nützt.Weil die ganze Gesellschaft sich zum negativen verändert hat.

  • Erwin B. am 15.12.2010 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    erstaunt

    bin ich schon, dass diese Angelegenheit nur bei der Kath. Kirche thematisiert wird. Man hört, nichts von den öffentlichen Ämtern zB. Lehrpersonen (alle Fächer), nichts von der ref. Kirche, nichts von Familienangehörigen usw. Sowas ist überhaupt Himmeltraurig

Die neusten Leser-Kommentare

  • Refe am 16.12.2010 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so Luzern!

    Ist ein guter Anfang. Jetzt müsste dieses Beispiel nur noch Schule machen und sich möglichst überall durchsetzen in religiösen Ämtern sowie öffentlichen und privaten Schulen.

  • Otto am 15.12.2010 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Gesellschaft wollen wir

    Was ist mit den Verheirateten "Pfarrer" all jene die selber Kinder haben ?? Warum müssen nicht alle Männer geschult werden ? weil es für die, die das machen nichts nützt.Weil die ganze Gesellschaft sich zum negativen verändert hat.

  • Erwin B. am 15.12.2010 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    erstaunt

    bin ich schon, dass diese Angelegenheit nur bei der Kath. Kirche thematisiert wird. Man hört, nichts von den öffentlichen Ämtern zB. Lehrpersonen (alle Fächer), nichts von der ref. Kirche, nichts von Familienangehörigen usw. Sowas ist überhaupt Himmeltraurig