Perlen/Buchrain

24. Januar 2016 16:32; Akt: 24.01.2016 19:25 Print

Katholiken verkaufen Kirche an Orthodoxe

Wegen sinkender Besucherzahlen wird die Kirche St. Joseph in Perlen verkauft. Ein Käufer ist bereits gefunden: Die Serbisch-Orthodoxe Kirche Luzern will das Gotteshaus kaufen.

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Die Kirche St. Joseph in Perlen soll an die serbisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft verkauft werden. (Bild: ZVG)

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688 katholische Kirchenmitglieder stellten sich an der Urnenabstimmung am Sonntag hinter den Verkauf der Kirche, 482 waren dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 44,3 Prozent, wie die römisch-katholische Kirchgemeinde Buchrain-Perlen mitteilte.

«Wir waren sehr erstaunt über die hohe Stimmbeteiligung», sagte Peter Kaufmann, Kirchgemeindepräsident Buchrain-Perlen. «Das Abstimmungsergebnis zeigt, dass die Bevölkerung Vertrauen in den Kirchenrat hat.» Denn bereits im November hatte der Kirchenrat unter anderem wegen abnehmender Besucherzahlen in den Gottesdiensten und wegen schwindender finanzieller Mittel für den Verkauf plädiert. Auch Felix Gmür, Bischof von Basel, hatte seine Zustimmung schon erteilt.

Verkaufspreis liegt bei 1,2 Millionen Franken

Die 1938 eröffnete Kirche St. Joseph im Buchrainer Ortsteil Perlen würde damit in den nächsten vier bis acht Monaten für 1,2 Millionen Franken an die Serbisch-Orthodoxe Kirche Luzern gehen – vorausgesetzt, deren Stimmberechtigte stimmen dem Kauf ebenfalls zu. Die katholische Kirchgemeinde hat bereits genaue Vorstellungen, was mit dem Verkaufserlös passieren wird. Kaufmann: «Die Hälfte des Geldes wird in einen Fonds für Unterhalt und Erhalt von kirchlichen Gebäuden der Kirchgemeinde Buchrain-Perlen gehen. Dies ist auch vom Bistum so festgelegt. Der Rest wird in die laufenden Rechnungen der Kirchgemeinde fliessen.»

Mehr Platz für Orthodoxe

Zum Kauf des knapp 3900 Quadratmeter grossen Grundstücks gehören auch ein Pfarrhaus und ein Pfarreisaal sowie Jugendräume. Seit der Gründung finanziere sich die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde durch Spenden ihrer Kirchenmitglieder, wie Goran Zekic, Sekretär des Kirchenrats, auf Anfrage mitteilt. «Auf diese Art werden wir auch den Kauf des Kirchenzentrum St. Joseph in Perlen finanzieren.»

Die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde hält bereits seit 2006 ihre Gottesdienste in einer Kirche in Buchrain ab. Mit dem Kauf der Kirche St. Joseph will die Glaubensgemeinschaft für sich mehr Platz schaffen. Über den positiven Ausgang der Abstimmung ist die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde deshalb sehr froh. Zekic: «Ich denke, dass das heutige Abstimmungsresultat aufzeigt, wie gut wir in der Vergangenheit mit der katholischen Kirchgemeinde Buchrain-Perlen zusammengearbeitet haben.»

In einem nächsten Schritt sollen die Stimmberechtigten der Serbisch-Orthodoxen Kirche Luzern über den Kauf des Kirchenzentrums in Perlen bestimmen. Das genaue Datum steht laut Zekic jedoch noch nicht fest. Eine Kirchgemeindeversammlung solle aber sobald als möglich einberufen werden. Anschliessend könnten die vorbereiteten Verträge im Detail ausgearbeitet und unterzeichnet werden, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

(jak/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kirchen am 24.01.2016 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Umfunktionieren

    In Deutschland wurden Christkirchen an Islamgemeinschaften verkauft. Der Kirchturm zu Minarett umfunktioniert. Persönlich sind mir die Serbisch-Orthodoxen lieber. Wenn der Verkauf von Christkirchen an Muslime geht wie in Deutschland, ist ABER Vorsicht geboten.

  • milos am 24.01.2016 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    serbischer-orthodoxe

    eine schöne nachricht. bin mir sicher, dass dies auch zu besseren beziehungen unter den verschiedenen religionen führen wird. danke

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  • Syrisch Orthodox am 24.01.2016 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück...

    Wenigstens sind die Orthodoxen noch stark in ihrem Glauben

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Epilog am 24.01.2016 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dürfen die das?

    Ähm, Verkaufen? Wer hat die Kirche finanziert, wer das Land gespendet und wer den Unterhalt bezahlt?

    • Realist am 25.01.2016 02:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Epilog

      Der Erlös fließt selbstverständlich voll umfänglich zurück an die Zahler der Kirchensteuer!

    • montouli am 25.01.2016 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Epilog

      Wieso sollten sie das nicht dürfen?!

    • Epilog am 25.01.2016 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Danke für die Antwort.

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  • Gläubiger am 24.01.2016 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gott nicht mehr nötig

    wenn wir Christen Gott und den Glauben nicht mehr brauchen, dann kommt es eben so - andere beten eben noch gerne und glauben an Gott, leben dies auch...

  • Syrisch Orthodox am 24.01.2016 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück...

    Wenigstens sind die Orthodoxen noch stark in ihrem Glauben

    • Vladan am 24.01.2016 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Syrisch Orthodox

      wir werden immer sein auch ein Orthodoxe

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  • strubeli1 am 24.01.2016 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Ist doch wurst was mit den Kirchen passiert.Sollen die Kaufen wo lusst dazu haben.Interessiert ja heute eh kaum jemanden was mit den Kirchen pasdiert.Sind ja sowiso immer leer....

  • Der semi-Integrator am 24.01.2016 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kirchen - Pendler

    Die Einwohner der Kleingemeinde Buchrain wird es weniger freuen. Die grosse Mehrheit der Gottesdienst-Besucher kommt aus dem Raum Emmenbrücke. Aber wenn sich dort kein Platz finden lässt, dann halt dort.