Eschenwelke

28. Dezember 2011 22:47; Akt: 28.12.2011 20:51 Print

Kein Mittel gegen hartnäckigen Pilz

von Marcel Habegger - Der Pilz befällt Eschen und lässt sie absterben: Auch im Kanton Luzern bedroht die so genannte Eschenwelke den Baumbestand. Die Fachleute sind machtlos.

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Vom Pilz befallener Jungbaum.

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Zum ersten Mal trat der Chalara-Pilz vor etwa zehn Jahren in Polen auf – jetzt wird er auch in der Schweiz immer mehr zu einem grossen Problem. Waren 2008 nur vereinzelte Fälle bekannt, drohen jetzt gemäss Experten bis zu drei Viertel aller Eschen abzusterben.

Betroffen sind auch Gebiete im Kanton Luzern, so zum Beispiel der Schiltwald in Emmen oder die Eschen am Würzenbach in Adligenswil. «Die Esche galt bisher als krankheitsresistenter Baum, doch der Chalara-Pilz befällt nun sogar Bäume, die unverletzt sind», sagt Silvio Covi von der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald. Die weite Verbreitung des Pilzes sei für die Wälder ein herber Schlag. Covi: «Eschen geben dem Wald Stabilität, da sie dank tiefen Wurzeln und ihrer Elastizität äusserst sturmresistent sind.» Zudem sei das Holz in der Möbelindustrie begehrt.

Ein Ende des Pilzbefalls scheint zumindest kurzfristig nicht in Sicht. «Wir haben im Moment kein Mittel, das wir gegen die Eschenwelke einsetzen könnten», sagt Covi. Es gebe keinen Parasiten wie beispielweise denjenigen gegen den Kastanienrindenkrebs. «Es bleibt uns im Moment nur die Hoffnung, dass der Pilz von selbst wieder schwächer wird», sagt der Fachmann.

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