Luzern

09. Februar 2011 22:14; Akt: 09.02.2011 22:27 Print

Kein ZHB-Umbau: Bald Bibliothek ohne Bücher?

von Lena Berger - Der Umbau der Luzerner Zentral- und Hochschulbibliothek ist für zwei Jahre auf Eis gelegt. Der Entscheid erregt die Gemüter.

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Besorgt vor leeren Regalen: Bibliothekssprecherin Ina Brueckel. (nop)

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Seit Anfang Jahr werden in der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern die Bücherkisten für den geplanten Umbau des Magazins gepackt. Gestern nun kam der Schock: Das Bauprojekt liegt auf Eis. Wie die Regierung mitteilte, verzichtet man aufgrund einer vom Parlament beschlossenen Budgetreduktion vorläufig auf die ­Sanierung des schwer baufälligen Gebäudes. Für Ina Brueckel, Sprecherin der Bibliothek, kam der Entscheid völlig überraschend. «Es ist erschütternd, dass ein seit 30 Jahren fälliges Projekt einfach gekippt wird», sagt sie. Wie es weitergehe, sei nun unklar. Voraussichtlich werde die ZHB im halb leeren Gebäude bleiben: Ein Teil der Bücher wurde ­wegen der geplanten Sanierung bereits nach Entlebuch ausgelagert, bis Ende Mai soll der Rest folgen.

Die jetzt verschobene Sanierung verursacht laut Brueckel zusätzliche Betriebs- und Planungskosten in Millionenhöhe. Das befürchtet auch Kantonsrat Michael Töngi (Grüne). Er will jetzt wissen, wer diese Mehrkosten tragen soll, und plant dazu einen Vorstoss.

Mit diesem Vorwurf konfrontiert sagte Finanzdirektor Marcel Schwerzmann gestern: «Die Verzögerung wird zu geringen Mehrkosten führen – verglichen mit einem ebenfalls diskutierten Baustopp des Berufsschulbildungszentrums in Sursee ist der Schaden aber klein.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 10.02.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Kurzfristige Denkhaltung mit Folgen

    Wenn sich eine Stadt wie Luzern als "Universitätsstadt" (Rechtsfakultät, theologische Fakultät) hervortut, so hat sie auch dafür zu sorgen, dass die Infrastruktur für die Studierenden sichergestellt ist. Dazu gehört auch die Instandhaltung der Luzerner Zentral- und Hochschulbibliothek. So braucht es manchmal couragiertes Handeln der Politiker, um dringend notwendige Projekte ausserplanmässig umzusetzen. Ansonsten wäre ein Abzug der Universitäten in eine Stadt sinnvoller, welche den volkswirtschaftlichen Nutzen von Universitäten sehen und die nötigen Mittel dafür auch bereit stellen.

  • Buecherwurm am 10.02.2011 06:34 Report Diesen Beitrag melden

    Banausen

    Solche Entscheide koennen nur gefaellt werden durch Verantwortliche, die den Wert des Lesens ausser der Protokolle gar nicht kennen. Banausen.

  • Tora am 10.02.2011 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Regierung hinter dem Ausleihschalter?

    Wer darf denn nun all die Studenten und Benutzer darauf hinweisen, dass sie wohl die nächsten 4 Jahre bis zu einem halben Tag auf die bestellten Bücher warten müssen? (bisher ca. 15 Minuten) Ich glaube kaum, dass das die Luzerner Regierung übernimmt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tora am 10.02.2011 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Regierung hinter dem Ausleihschalter?

    Wer darf denn nun all die Studenten und Benutzer darauf hinweisen, dass sie wohl die nächsten 4 Jahre bis zu einem halben Tag auf die bestellten Bücher warten müssen? (bisher ca. 15 Minuten) Ich glaube kaum, dass das die Luzerner Regierung übernimmt.

  • Christian am 10.02.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Kurzfristige Denkhaltung mit Folgen

    Wenn sich eine Stadt wie Luzern als "Universitätsstadt" (Rechtsfakultät, theologische Fakultät) hervortut, so hat sie auch dafür zu sorgen, dass die Infrastruktur für die Studierenden sichergestellt ist. Dazu gehört auch die Instandhaltung der Luzerner Zentral- und Hochschulbibliothek. So braucht es manchmal couragiertes Handeln der Politiker, um dringend notwendige Projekte ausserplanmässig umzusetzen. Ansonsten wäre ein Abzug der Universitäten in eine Stadt sinnvoller, welche den volkswirtschaftlichen Nutzen von Universitäten sehen und die nötigen Mittel dafür auch bereit stellen.

  • Buecherwurm am 10.02.2011 06:34 Report Diesen Beitrag melden

    Banausen

    Solche Entscheide koennen nur gefaellt werden durch Verantwortliche, die den Wert des Lesens ausser der Protokolle gar nicht kennen. Banausen.