Ärger an der Fasnacht

27. Februar 2019 16:37; Akt: 27.02.2019 18:24 Print

Jetzt auch noch das

Schon wieder Fasnachtsknatsch: Am Mittwoch haben Antirassisten im Bahnhof Luzern gegen ein Fasnachtssujet demonstriert, das einen schwarzen Mann zeigt.

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Nach dem Bashing der LGBTQ-Community in Luzern und der Rassismus-Debatte um das Dorf «Negerchinge» im Solothurnischen gibts nun schon wieder einen neuen Fasnachtsprotest: Jetzt geht es um eine Fasnachts-Maske, die einen schwarzen Mann darstellt. Sie ist Teil der Deko im Bahnhof, die jeweils von verschiedenen Fasnachtsgruppen gestaltet wird.

Die schwarze Maske steht in der Kritik der Gruppe Antira.Luzern, die am Mittwoch am Luzerner Bahnhof protestierte und Flyer verteilte. «Die Maske liegt in einer Schatztruhe und hat grosse Zähnen, Lippen und Mund und sieht dabei einfach blöd aus. Damit wiederholt die entsprechende Guuggemusig ein koloniales Bild des kannibalischen und dummen nicht-weissen Mannes», teilte die Gruppe mit.

Ein anderes Sujet einer Guuggenmusig aus Pfaffnau zeige ebenso ein kolonial anmutendes Bild. Ein Schweizer besichtige auf sichere Distanz auf einem Boot mit Nationalflagge einen Ureinwohner, der anstatt ein Gesicht ein Schild mit dem Wort «Urtrieb» trage. Schwarze würden als primitive, unzivilisierte Objekte dargestellt, dies sei ein beliebtes rassistisches Motiv.

Organisatoren der Bahnhofguuggete reagieren nicht

Die Gruppe habe die Organisatoren der Bahnhofguuggete bereits vor einem Monat auf die problematischen Sujets aufmerksam gemacht. Sie habe um eine Stellungnahme und darum gebeten, diese Grende zu entfernen. Weil Antira.Luzern trotz mehrmaliger Nachfrage keine Antwort erhalten habe, wurde vor Ort protestiert. Teilgenommen hätten 25 Personen.

Die Redner hätten im Bahnhof betont, dass Fasnacht durchaus lustig, ausgelassen und fantasievoll sein könne. «In einer heutigen Gesellschaft ist es aber realitätsfern, nicht-weisse Personen nur als Karikaturen sichtbar zu machen. Karikaturen von schwarzen Personen sind keine Satire, sondern schlicht Rasissmus», so die Aktivisten. Weiter macht Antira.Luzern darauf aufmerksam, dass an der Fasnacht auch auf sexistische Sujets verzichtet werden soll.

(dag)