Drogentransport

29. Juli 2019 05:02; Akt: 29.07.2019 05:02 Print

Koks im Wert von 300'000 Fr. für ein bisschen Benzin

Ein Mann transportierte für seinen Bruder kiloweise Kokain. Sein Lohn: Eine Tankfüllung im Wert von 80 Franken. Nun wurde er verurteilt.

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Zwei Gefallen hat ein 26-Jähriger aus dem Kanton Luzern seinem Bruder gemacht. Weil er sich damit aber in Drogengeschäfte verwickelte, ist er vom Luzerner Kriminalgericht zu 2 Jahren Freiheitsstrafe bedingt verurteilt worden.

Drogentransport gegen Tankfüllung

Der Mann transportierte 2016 in seinem Auto drei Kilogramm Kokain in zwei Rollkoffern von Zürich nach Luzern. Sein Bruder, für den er den Drogentransport ausführte, zahlte ihm dafür eine Tankfüllung im Wert von rund 80 Franken, wie aus dem Urteil hervorgeht.

Zuvor hatte der Mann ebenfalls im Auftrag seines Bruders auf seinen Namen eine Wohnung gemietet und sich bei der Einwohnerkontrolle als Bewohner angemeldet. Der Bruder lebte fortan in der Wohnung und nutzte diese für den Drogenhandel im grossen Stil. Laut der Anklage ging es um über neun Kilogramm Kokain.

«Gefallen unter Geschwistern»

Die Anklage spricht von einem «Gefallen unter Geschwistern» und taxiert die Verschulden als eher gering. So habe der Mann beim einmaligen Drogentransport nicht gewusst, um wieviel Kokain es sich handelte und auch sei sein Verdienst sehr gering gewesen, zumal das Kokain einen Gassenwert von 240'000 bis 300'000 Franken hatte.

Die Wohnung habe er gemietet, weil sein Bruder Betreibungen hatte. Anfänglich wusste er nichts von der Absicht des Bruders, dort Drogen zu handeln, auch sei er daran nicht beteiligt gewesen. «Der Beschuldigte verdiente durch diese Gehilfenschaft keinen Cent», heisst es im Urteil, das im abgekürzten Verfahren zustande kam und rechtskräftig ist.

Der Verurteilte muss die Gerichtskosten von knapp 3000 Franken zahlen. Die Probezeit für die Freiheitsstrafe beträgt zwei Jahre.

(mme)