21. April 2005 04:52; Akt: 20.04.2005 22:35 Print

Konkursbeamte beantragen immer öfter Polizeischutz

Traurige Trendmeldungen aus dem städtischen Konkursamt: Nicht nur die Zahl der Konkurseröffnungen steigt 2005 massiv an, sondern auch jene der Drohungen durch die Schuldner.

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2004 zählte die Stadt 83 Konkurse, dieses Jahr werden es deutlich mehr sein. Denn: «Seit Januar haben wir bereits 34 Konkurse eröffnet», sagt Isabelle Bachmann, Vorsteherin Konkursamt Luzern Stadt. «2004 waren wir erst Ende Mai so weit.» Betroffen sind vor allem Einzelfirmen – dieses Jahr gingen schon 16 Pleite. «Oftmals sind es arbeitslose junge Männer, die als letzte Chance eine Firmengründung sehen», so Bachmann. Doch dieses «Glück» sei oft von kurzer Dauer. «Viele stürzen sich ohne Planung und Know-how ins Abenteuer», weiss die Fachfrau. «Wenn Moral und Weitsicht fehlen, geht die Firma schnell Konkurs.»

Für die Betroffenen breche eine Welt zusammen. Am schlimmsten sei die Situation, wenn einem jungen Mann das Auto weggenommen werde. «Manche brechen in Tränen aus», so Isabelle Bachmann, «andere rasten aus.»

In den letzten Jahren nahmen Aggressivität und Drohungen gegenüber den Konkursbeamten massiv zu – jetzt schickt die Chefin ihre Leute nur noch in Zweierteams zu Inventaraufnahmen zu den Schuldnern nach Hause. Bachmann: «Weil wir auch schon mit Waffen bedroht wurden, beantragen wir immer öfter Polizeischutz.»

(ewi)