Religionsfreiheit

11. März 2011 11:10; Akt: 11.03.2011 12:40 Print

Kopftuch-Basketballerin ruft Richter an

Muslimische Basketballspielerinnen sollen mit Kopftuch an Meisterschaften spielen dürfen. Sura Al-Shawk vom STV Luzern geht juristisch gegen den Verband vor, der das verboten hat.

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Die Kopftuchträgerin Sura Al-Shawk ist seit über einem Jahr faktisch mit einem Spielverbot belegt. Nun will die Luzerner Muslimin vor Gericht erreichen, dass das Kopftuchverbot aufgehoben wird.

Der Anwalt der 20-Jährigen, der grüne Zürcher Nationalrat Daniel Vischer, bestätigte am Freitag einen Bericht von «Tages-Anzeiger» und «Der Bund». Die Basketballspielerin sehe sich durch das Kopftuchverbot in ihrer Persönlichkeit verletzt. Sie verlange, dass der Basketballverband seine unverhältnismässige Regel ändere.

Verbot aus Sicherheitsgründen

Der Verband hatte der Muslimin im Herbst 2009 untersagt, in der Nationalliga-B-Mannschaft des STV Luzern mit Kopftuch zu spielen. Der Verband stützte sich dabei auf international geltende Regeln. Er machte geltend, dass das Tragen von Kopfbedeckungen aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen werden könne.

Die Muslimin verlangte darauf im Sinne einer vorsorglichen Massnahme, dass ihr das Spielen mit Kopftuch erlaubt werde, bis der Sachverhalt juristisch geklärt sei. Das Amtsgericht Luzern-Land wies das Begehren im Januar 2010 ab, weil das Kopftuchverbot eine zumutbare Einschränkung der Persönlichkeitsrechte sei.

Nun strebt die Basketballerin die grundsätzliche Klärung der Frage an, ob sie das Kopftuchverbot zu akzeptieren habe. Als Erstes findet vor dem Friedensrichteramt in Kriens LU ein Sühneverfahren statt. Da keine Einigung zu erwarten ist, wird danach ein Gericht entscheiden müssen, ob die Religionsfreiheit oder das Verbandsinteresse höher zu gewichten sei. Die Verhandlung vor dem Friedensrichter sei eine reine Formsache, sagte Vischer.

(sda)