Luzern

08. Juli 2014 06:01; Akt: 08.07.2014 06:01 Print

Kriminalgericht verurteilt Casinoräuber

Rund 43'500 Franken erbeuteten vier Männer, die im November 2003 das Weggiser Casino überfallen haben. Elf Jahre später hat das Kriminalgericht nun zwei von ihnen verurteilt.

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Das Kriminalgericht in Luzern. (Bild: 20M)

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Beteiligt am Casino-Raub von Weggis waren damals vier Personen – drei Haupttäter und ein Gehilfe, der als Fahrer fungierte. Das Luzerner Kriminalgericht hat nun zwei der drei Haupttäter verurteilt: Sie werden mit Freiheitsstrafen von 15 Monaten sowie 18 Monaten Freiheitsstrafe und 1000 Franken Busse verurteilt. Die Strafe wird bedingt ausgesprochen, sie müssen also nicht ins Gefängnis. Zudem müssen sie Zivilforderungen in der Höhe von knapp 43'000 Franken bezahlen. Bei den Tätern handelt es sich um zwei Schweizer, einen Kroaten und einen Bosnier, die heute zwischen 28 und 32 Jahre alt sind. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die drei Haupttäter waren im November 2003 spätnachts mit ihrem Fahrer unterwegs nach Weggis. Ihr Auto stellten sie auf einem öffentlichen Parkplatz ab, der zwischen 50 und 100 Meter vom Casino entfernt liegt. Anschliessend begaben sich die drei Haupttäter zum Casino und maskierten ihre Gesichter. Einer der Beschuldigten hatte eine mittelgrosse, schwarze Pistole dabei. Die ungeladene Waffe gab er einem Komplizen, der die Waffe während des ganzen Raubes in der Hand hielt.

Angestellte aktivierte stillen Alarm

Um 2.30 Uhr – nachdem die letzten Gäste um etwa 2 Uhr gegangen waren – verliess eine Angestellte nach einem letzten Kontrollgang das Casino. Die Angestellte schaltete den Alarm ein und schloss die Tür ab. Als sie sich umdrehte, standen plötzlich die drei maskierten Männer vor ihr. Der bewaffnete Täter richtete seine Pistole auf die Angestellte und befahl ihr, ruhig zu bleiben und die Casinotür zu öffnen. Diese gehorchte ihm aufgrund der bedrohlichen Lage: Sie ging hinter die Theke des Casinos und schaltete den Alarm aus. Gleichzeitig aktivierte sie jedoch den stillen Alarm. Anschliessend musste sie den Safe und die Kasse öffnen: Insgesamt erbeuteten die Täter 43'490 Franken und nahmen sie in einem Plastiksack mit.

Mit dem Auto brausten die drei Täter und ihr Fahrer in Richtung Küssnacht davon. Der ganze Vorgang hat dabei laut Gerichtsurteil bloss 10 bis 15 Minuten gedauert. Auf einer Waldstrasse zogen sich die drei Täter andere Kleidung an. «Die getragene Kleidung, die Maskierung, die Waffe sowie die erbeuteten Fr. 43'490.00 versteckten die drei Mittäter im Wald hinter einem Baum», heisst es im Urteil. Anschliessend fuhren sie wieder los.

Bande wurde von der Polizei nach dem Raub kontrolliert

Etwa eine Stunde nach dem Raub wurde die Gruppe von der Polizei angehalten und an einer Tankstelle kontrolliert. Dabei müssen die Täter eiskalt geblieben sein: Jedenfalls fiel Polizei offensichtlich nichts Verdächtiges auf; die Bande setzte ihre Fahrt fort.

Einige Tage später fuhren die Täter wieder in den Wald und holten ihre Beute. Der Fahrer erhielt zwischen 2000 und 3000 Franken. Den Rest teilten die drei Haupttäter auf: Jeder erhielt zwischen 10'000 und 13'000 Franken.

Gefasst wurden die Casinoräuber erst Jahre später: Im Oktober 2012 erhielt die Polizei einen Hinweis, der schliesslich zu den vier Beteiligten führte. Einer der Täter gestand sofort, die anderen gestanden ihre Mitwirkung nach und nach ein. Das Casino Weggis übrigens wurde 2004 geschlossen.

Das Urteil für den dritten Haupttäter folgt in Kürze.

(gwa)