Kunst in Luzern

05. Januar 2020 20:58; Akt: 06.01.2020 07:43 Print

Tote Korallen für den Gletschergarten

Beim Löwendenkmal in Luzern wollen Künstler ein totes Korallenriff versenken, um auf die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen.

Fabian Takacs und Claudia Schildknecht erklären ihr Ausstellungsprojekt des toten Korallenriffs beim Löwendenkmal in Luzern.
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Im Frühling wird direkt neben dem Gletschergarten in Luzern beim Löwendenkmal ein totes, künstliches Korallenriff im Teich eingebaut. Hergestellt werden die rund 200 Korallen aus Keramik von einem Künstlerkollektiv, das sich «Biotop der Relevanz» nennt. Dabei können die Künstler auf tatkräftige Unterstützung durch die PH Luzern zählen.

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Mit der Platzierung vor dem Gletschergarten, so das Konzept, sollen zwei Ökosysteme zusammengebracht werden, die gleichermassen von der Klimaerwärmung betroffen sind: die Gletscher und die Korallenriffe. Während man in der Schweiz vom Rückgang der Gletscher direkt betroffen sei, würden die Korallen weit weg von hier absterben.

Künstlerkollektiv benötigt noch Geld

«Wir bringen zusammen, was zusammengehört und visualisieren, was visualisiert werden muss. Wir stellen unsere Mitverantwortung an der Katastrophe lokal dar», sagt Projektkoordinator Fabian Takacs (28). Damit das Projekt realisiert werden kann, sucht das Kollektiv noch Geld. Benötigt werden rund 30'000 Franken, die via Crowd-Funding aufgetrieben werden sollen.

Bis am Sonntag waren etwas über 6'500 Franken gesprochen. Um die restlichen 23'500 Franken aufzutreiben, verbleiben noch zwölf Tage. Takacs: «Das meiste Geld benötigen wir für die Materialkosten und die Herstellung der Korallen. Ein Teil des Geldes soll aber auch für die investierten Arbeitsstunden ausserhalb des Künstlerkollektivs verwendet werden.»

Kinder besonders erwünscht

Obwohl die Ausstellung beim Löwendenkmal von März bis April geplant war, soll sie nun von Mitte April bis Mitte Mai stattfinden. «In der Nacht sollen die Porzellanstrukturen wunderschön leuchten dank fluoreszierender Glasur», so Takacs weiter. Damit solle «der Hilferuf der weiss gewordenen Koralle wiederspiegelt werden», den sie kurz vor ihrem Tod aussende.

Neben der Installation im Teich des Löwendenkmals sind auch Veranstaltungen geplant. Takacs schweben neben Vernissage und Finissage etwa auch musikalische oder künstlerische Darbietungen vor: Geplant sind auch Ausstellungsstelen, die in verschiedenen Sprachen auf den Klimakollaps aufmerksam machen.

Als Zielpulikum der Ausstellung wünscht sich Takacs Einheimische wie auch Gäste und Touristen. Geplant sei auch, dass vor Ort Interviews und Filme mit Besuchern aufgezeichnet werden. «Besonders am Herzen liegen mir Kinder und Jugendliche, die sich mit der Ausstellung auseinandersetzen», sagt Takacs. Denn dieser Gruppe würde es gar nicht auffallen, dass das Ökosystem am kollabieren sei, weil sie in eine kaputte Welt hineingeboren würden und den gesunden Zustand gar nicht kennen würden. Takacs, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni St. Gallen arbeitet, sagt: «Sterben aber die Korallen ab, werden auch Fische und Meerestiere aussterben und am Ende der Kettenreaktion werden die Menschen betroffen sein.»

(dag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andu am 05.01.2020 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ressourcenverschwendung

    Spendet das Geld und macht was sinnvolles draus

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  • susi am 05.01.2020 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schande!!!

    nun werden schon denkmäler für solche angelegenheuten missbraucht!!!! denkmäler sollen ein andenken an die vergangeheit wahren und dazu dienen diese erinnerungen nicht zu vergessen und verstorbenen in ehre zu halten!!! nun werden diese missbraucht für solche aktionen und dies finde ich total daneben!! schande das man solches gestattet! so wird ganz klar ein denkmal zerstört!!!

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  • Umweltbeauftragter am 05.01.2020 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt-Massnahmen

    So ein Mist. Wenn schon sollte das Geld für konkrete Umweltprojekte eingesetzt werden und nicht für so einem Kunst-Nonsense. Es braucht auch kein ewiges Gelaber noch Freitagsdemos!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bully am 06.01.2020 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Entenfeder

    Da keine Kommentare zugelassen werden, wenn es Gäste betrifft, frage ich mich dennoch, wie kann ein Gesicht noch so aussehen, wenn die Angreifer darauf gesprungen sind, aber es geht halt wieder um ihre Gesetze

    • Naivling am 06.01.2020 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bully

      Versteh ich nicht. Luzern als Touristenhochburg kann gar nicht ohne Gäste auskommen. Und als Jesuitenstadt nicht ohne Nächstenliebe.

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  • Seri am 06.01.2020 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Es zwingt dich niemand zu Spenden!

    Ich verstehe den Hass nicht, den man diesen Menschen zuwirft. Musik, Kunst, Literatur - wie traurig und einseitig wäre unsere Welt? Und doch unbewusst prägt und beeinflusst sie uns. Immerhin schaue ich lieber diesen Kunstkorallen zu (und ja zuvor habe ich nicht mal vom Sterben der Korallen gewusst!!), als jeden Abend vor der Glotze einzuschlafen. Mich habt ihr erreicht. Viel Erfolg!

  • Globi am 06.01.2020 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Das Klima reagiert langsam

    Aus meiner Sicht, sind unsere Gletscher Überbleibsel der letzten Eiszeit und wir haben nun einfach noch das Glück zu denen zu gehören, die die Gletscher noch erleben durften. Obwohl ich es auch Schade finde, dass sie schmelzen. Aber selbst wenn die ganze Welt ab morgen keine CO2 mehr ausstossen würde, bezweifle ich, ob das Klima schnell genug reagieren würde um die Gletscher noch zu retten. Allenfalls das Eis an den Polen, falls das menschgemachte CO2 tatsächlich damit einen Zusammenhang hat.

    • Marco am 06.01.2020 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Menschengemachter Klimawandel ist Fakt

      Zum Glück haben wir Fakten und Forschende die diese Daten analysieren und auswerten können, dass wir nicht auf "Meinungen" und "persönliche Sichten" wie Ihre zurückgreifen müssen.

    • Petra S. am 06.01.2020 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      Fakten bitte.

      Danke lieber Marco für diesen Kommentar! Den Nagel auf den Kopf getroffen.

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  • Peter Meier am 06.01.2020 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kunst vs Können

    Eigentlich glaubte ich einmal, dass Kunst einen Zusammenhang zu Können hat. Sicher eine Kunst für sowas 30'000 zusammenzukriegen.

    • B. Morello am 06.01.2020 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      Kunst muss gar nichts

      Kunst muss zum Beispiel zum Denken Anregen, und Gemüter erhitzen können. Das scheint dieses Projekt recht gut zu können wenn man sich die Kommentare anschaut. Vielleicht vertauschen sie Kunst mit Handwerk? Nicht das Kunst und Handwerk gar keinen Zusammenhang haben (übrigens auch in diesem Projekt, ich persönlich wüsste nicht wie man so eine Koralle herstellt) aber es ist nicht dasselbe. Aber vielleicht ist das auch alles ein bisschen zu Komplex für ein nur Schwarz/Weisses Weltbild

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  • Baumann (Baum-Mann) am 06.01.2020 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Was, bitte, lernt man an unseren UNI's? Woher kommt der Mann, hat der wenn möglich noch ein Stipendium von uns, welches einem Einheimischen verwehrt wurde? Was für ein Unsinn. Wie einfältig, wenn man sich Geld pumpen muss, um etwas zu machen, so nach dem Motto, wie amüsieren uns und ihr Bezahlt. Pflanzt Bäume (Australien wäre jetzt dran) und sorgt dafür, dass eure Hirnzellen nicht absterben.