Luzern

13. März 2011 23:00; Akt: 13.03.2011 23:08 Print

Kuhn-Interview sorgt für viel Aufregung

von Daniela Gigor - Antifeminist René Kuhn erwägt eine Klage gegen einen Journalisten. Grund: Ein fiktives Interview in einem Satiremagazin – mit sehr deftigen Aussagen.

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Antifeminist René Kuhn ärgert sich über das erfundene Interview ...

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Reda El Arbi, Chefredaktor und Herausgeber des «Hauptstadt»-Magazins, «sprach mit Kuhn über Sex, Gleichstellung und Aufgabenteilung»: So preist das Zürcher Satire-Heft in seiner aktuellen Ausgabe ein Interview mit Antifeminist René Kuhn an. Darin sind Sätze zu lesen wie: «Starke Frauen sind wichtig für die Gesellschaft. Wer sollte sonst die Migros-Taschen mit den Wocheneinkäufen nach Hause tragen?» oder «Da läufts bei den Russinnen anders! Für einen neuen Pelzmantel halten sie den Hintern hin und schweigen.»

Was viele nicht merkten: Das Interview wurde von A bis Z von El Arbi erfunden. «Alle glaubten, das Interview sei echt», ärgert sich Kuhn. So hätten ihm drei Radiostationen auch nach Anfrage nicht geglaubt, dass es sich bloss um ein fiktives Interview gehandelt habe. Laut Kuhn hat El Arbi nun zwei Möglichkeiten: «Entweder wird in der nächsten Ausgabe der ‹Hauptstadt› eine Gegendarstellung veröffentlicht oder ich ­erwäge, wegen Ehrverletzung gegen das Magazin zu klagen.»

El Arbi versteht die Aufregung nicht: «Wir haben das Heft deutlich als Satiremagazin gekennzeichnet. Darum muss ich nun annehmen, dass die Leser Kuhn diese Aussagen ­tatsächlich zutrauen.» Einer Gegendarstellung stehe nichts im Weg. Aber auch eine all­fällige Klage nimmt El Arbi gelassen: «Für unser Satiremagazin würde es keine bessere Werbung geben.»

www.hauptstadt-magazin.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sun am 14.03.2011 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wie man in den Medienwald hineinruft ...

    Wer austeilt, muss auch einstecken können ...

  • Erwin B. am 14.03.2011 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Satiere für alles

    Herr Kuhn, wann entlich begreifen Sie, dass Sie Ihre veröffentlichungen unter dem Motto "Satiere" platzieren müssen. Dann ist alles erlaubt.

  • Bergli am 14.03.2011 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld...

    Herr Kuhn, wenn man sich eben so exponiert und selbst darstellt muss man sich nicht wundern wenn Satiriker und Zyniker auf den Plan gerufen werden... Selber schuld. Grösse wäre Humorvoll zu reagiern - dann hätten Sie die Lacher auf Ihrer Seite (gehabt). Das ist nun verpasste Chance.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Deby Meier am 19.03.2011 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder...

    ...glauben gewisse Autoren, dass die Schweiz humorlos sei. 1) Satire kennt keine Grenzen. 2) Das ist gut so, es gibt genug Ernst in der Welt, gerade zur jetzigen Zeit. 3) Herr Kuhn, Sie verspielen sich somit auch noch den allerletzten Funken Sympathie, in dem Sie nicht einmal fähig sind, über sich selbst ein wenig zu lachen und/oder nachzudenken. Mit freundlichen Grüssen und immer noch "Hauptstadt"-Abo in der Hand, Deby

  • Erwin B. am 14.03.2011 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Satiere für alles

    Herr Kuhn, wann entlich begreifen Sie, dass Sie Ihre veröffentlichungen unter dem Motto "Satiere" platzieren müssen. Dann ist alles erlaubt.

  • B. Kerzenmacher am 14.03.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Verzicht

    " Einer Gegendarstellung stehe nichts im Weg" Na also, geht doch auch so. Offenbar geht es doch noch fair und gesittet zu und her in der CH. Andere die angeblich beleidigt werden zünden Autos, Botschaften, Flaggen und auch Menschen an anstatt mit Argumenten zu antworten. Das Verhalten Kuhns zeichnet ihn somit eigentlich aus, sofern er auch noch auf die Klage verzichtet.

  • Der Kritiker am 14.03.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Und wen interessiert's?

    Riesen Aufregung um nichts. In Japan sind soeben 1000e Menschen gestorben und der ach so arme Herr erträgt es nicht, dass er in einem Satiremagazin veräppelt wird? Und der will einen Antifeministinnen-Verein führen?

    • noch ein Kritiker am 14.03.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      genau!

      da jeden Moment irgendwo auf der Welt aus irgendeinem Grund Menschen sterben, ist alles andere absolut bedeutungslos, und es hat uns nichts, aber auch wirklich gar nichts Anderes zu beschäftigen! Warum überhaupt haben Sie diesen Artikel gelesen..?

    • Der Kritiker am 14.03.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Wo "noch ein Kritiker" recht hat,

      ... da hat er recht, das muss ich, als "Der Kritiker", neidlos zugestehen. Aber jetzt mal ernsthaft: Braucht's diese Geschichte wirklich? Gibt's nicht wirklich Themen, da ist jeder geschriebene Buchstabe einer zuviel? Kuhn ist ein Wichtigtuer, das ist auch schön und gut für ihn, aber verdient er nur deshalb ein solches Medienecho? Wen wundert's, dass Menschheit schwachsinnig wird, wenn genau dies vorgelebt und von den Medien "zelebriert" wird? Ein bisschen mehr Tiefgang wäre uns allen willkommen.

    • noch ein Kritiker am 15.03.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Der Kritiker

      natürlich ist Kuhns Medienecho übertrieben. Aber man(n) könnte sich auch mal fragen, warum es Leute wie Kuhn gibt, und warum eine gewisse Anzahl Leute seine Aussagen befürwortet... Ist wirklich alles Nonsens was er sagt, oder ist da nicht doch irgendwo ein Körnchen Wahrheit...und man möchte einfach nicht genau hinhören, nur weil es jetzt halt der Kuhn ist, der das sagt..?

    einklappen einklappen
  • Sun am 14.03.2011 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wie man in den Medienwald hineinruft ...

    Wer austeilt, muss auch einstecken können ...