Lebensbedrohlich verletzt

02. April 2019 16:50; Akt: 03.04.2019 15:18 Print

Werklehrer (27) vor Klasse von Stromschlag getroffen

Ein 27-jähriger Lehrer in Hünenberg ZG unterrichtete gerade seine Klasse, als er von einem Stromschlag getroffen wurde. Er musste reanimiert werden.

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Am Dienstag erlitt ein Lehrer im Schulhaus Ehret in Hünenberg ZG während des Werkunterrichts einen Stromschlag. Der 27-Jährige wurde lebensbedrohlich verletzt. Lehrerkollegen reagierten sofort und reanimierten ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Zug. Diesem gelang es schliesslich, den Patienten zu stabilisieren.

Mit einem Rettungshelikopter der Alpine Air Ambulance wurde der Lehrer in ein ausserkantonales Spital geflogen. Der genaue Unfallhergang wird untersucht. Die Zuger Polizei kommuniziert auf Anfrage nicht, unter welchen Umständen sich der Unfall ereignete.

Lehrer wollte Holz einfärben

Laut dem Rektor der Schule passierte der Unfall im Werkunterricht. Rektor Rolf Schmid sagt: «Er wollte den Schülern zeigen, wie man Holz einfärbt. Dabei kam es zum Unfall. Warum genau es zum Stromschlag kam, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlung.»

Seine Schüler hätten sofort nach dem Unfall andere Lehrer informiert und Alarm geschlagen, so der Rektor weiter. Für die Betreuung der Schüler und Lehrpersonen wurden Mitarbeitende des Careteams des Kantons Zug beigezogen. Im Schulhaus Ehret B/C werden 230 Oberstufenschüler von 32 Lehrern unterrichtet. Es gibt dort Real- und Sekundarklassen.

Der Lehrer habe gerade ein Kabel geflickt, als das Unglück passiert sei, sagten Schülerinnen zu einem Cafébesitzer. Just in diesem Moment soll ein Schüler das Kabel eingesteckt haben. Der Lehrer war gemäss den Schülerinnen für eine lange Zeit bewusstlos.

«Zufall, ob man überlebt»

Bei einem Stromschlag können schon wenige Milliampère zum Tod führen. Roland Hürlimann, Sprecher des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (Esti), sagte in einem Artikel von 2015 zu 20 Minuten: «Bereits 50 Milliampère können tödlich sein.» Diese Stromstärke ist etwa mit einer 10-Watt-Birne zu vergleichen. «Es ist sehr wenig.» Ist man dieser Stromstärke allerdings mehrere Sekunden lang ausgesetzt, ist sie tödlich. «Gefährlich wird es jedoch bereits ab 0,4 Sekunden.»

«Bei Stromschlägen ist es reiner Zufall, ob man überlebt oder nicht», so der Experte. Berührt ein Mensch ein unter Strom stehendes Gerät, ziehen sich die Muskeln zusammen. Folglich schliesst sich auch die Hand, mit der man das Gerät eventuell umfasst hat. Hürlimann: «Bei einem Stromschlag ist es wichtig, dass man möglichst schnell davon wegkommt.»

(20 Minuten)