Kanton Zug

27. August 2014 15:48; Akt: 27.08.2014 17:15 Print

Linke finden Gratis-Kirsch eine Schnapsidee

Ein SVP-Vorstoss macht es möglich, dass Zuger Kantonsräte mittags bei Parlamentssitzungen Kirsch trinken können – auf Staatskosten. Die Linken boykottieren den Gratisschnaps.

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Politiker in Zug gönnen sich am Mittag schon mal einen Kirsch zum Abschluss. Nun regt sich Widerstand. (Bild: Colourbox)

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Es ist ein Hin und Her mit dem Gratis-Schnaps an den Mittagessen des Kantonsrats. Im Dezember letzten Jahres verkündete Ratspräsident Hubert Schuler (SP) den Zuger Kantonsparlamentariern, dass ihnen während der Sitzungen am Mittag nach dem gemeinsamen Essen keine gebrannten Wässer mehr auf Staatskosten gewährt werden. Später wurde ein Destillat explizit vom Verbot ausgenommen: Zuger Kirsch. Ein Beschluss, den das Büro des Kantonsrats im Januar schliesslich wieder rückgängig machte: Auch Zuger Kirsch wurde wieder verboten.

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Finden Sie es gut, dass die Zuger Kantonsräte beim Mittagessen an Sitzungstagen einen Kirsch auf Staatskosten trinken?
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Im Mai war dann alles wieder anders: Auf Antrag von Büro-Mitglied Manuel Brandenberg (SVP) wurde die Schnaps-Frage im Kantonsrat-Büro nochmals traktandiert. Ergebnis: Mit fünf zu vier Stimmen sprachen sich die Mitglieder dafür aus, dass Zuger Kirsch wieder aus der Staatskasse bezahlt wird. An seiner nächsten Sitzung am Donnerstag also dürfen die Parlamentarier nach dem Essen wieder dem Zuger Kirsch zusprechen – auf Staatskosten.

Linke boykottieren Kirsch-Konsum

Doch nicht alle Parlamentarier werden sich mit Zuger Kirsch zuprosten: «Wir halten es für unangemessen, dass Steuerzahler den Schnapskonsum des Kantonsrats bezahlen müssen. Darum werden die Mitglieder der Fraktionen der SP und der Alternativen – die Grünen auch künftig keine hochprozentigen Alkoholika auf Kosten der Bevölkerung konsumieren», teilten Stefan Gisler und Markus Jans, die beiden Fraktionschefs der beiden Parteien, diese Woche mit. Sie finden es stossend, dass einerseits ein 80-Millionen-Sparpaket geschnürt werden solle, andererseits mit Steuergeldern Kirsch kredenzt werde. Und: «Wir behandeln am Nachmittag im Kantonsrat wichtige Sachgeschäfte, und an den Sitzungen kann Nüchternheit vorausgesetzt werden», heisst es in der Mitteilung der beiden linken Parteien weiter.

Auch Kantonsratspräsident Hubert Schuler ist weiterhin gegen den Gratis-Kirsch. Die Kirsch-Befürworter hätten vor allem die Tradition des Zuger Kirsches in den Vordergrund gestellt. «Dabei würde ein Arbeitgeber für Geschäftsessen am Mittag auch keinen Alkohol für die Mitarbeiter zahlen. Schliesslich muss am Nachmittag weitergearbeitet werden», so Schuler weiter.

«Kirsch gehört zur Zuger Tradition»

Moritz Schmid, Vizepräsident des Büros des Kantonsrates (SVP), findet das Trinken eines Kirsches auf Staatskosten nach dem Mittagessen hingegen nicht schlimm: «Wer sich zum Kaffee einen Kirsch gönnen möchte, sollte das tun dürfen. Früher durfte man irgendeinen Digestif trinken, nun hat man sich auf den Kirsch geeinigt, weil er zur Zuger Tradition gehört.»

Blaues Kreuz warnt Politiker

Für Politiker könnte der Schnapskonsum aber durchaus zu einem Problem werden, warnt Mike Neeser, Psychologe beim Blauen Kreuz: «Politiker gehören zu einer Hochrisikogruppe, weil sie oft an Anlässen sind, wo es Alkohol gibt. Wenn man bereits am Mittag Alkohol konsumiert, könnte dies zur Gewohnheit werden.»

(msa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • STeuerzahler am 27.08.2014 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    erbärmlich

    Danke liebe Politiker dass Ihr wieder mal gezeigt habt weshalb Ihr Euch eigentlich wählen lasst - "ich will, ich will, der andere zahlts". Der Betrag ist sicher lächerlich, doch die Einstellung dieser Damen und Herren ist erbärmlich, zumal es in Bern ja nicht besser ist :(

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  • Peter am 27.08.2014 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Eine überflüssige 'Tradition'

    Ich stimme den Linken hier für einmal zu. Diese 'Tradition' gehört abgeschafft. In Zeiten, wo im Namen der Gesundheit alles reglementiert und vieles verboten wird, ist es absolut daneben, wenn Politiker sowas machen. Wenn sie unbedingt saufen wollen, dann bitte in der Freizeit, aber nicht wenn sie nachher noch arbeiten müssen.

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  • 0. Promill am 27.08.2014 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt ist mir klar...

    wieso die SVP ständig so absurde Schnapsideen hat!

Die neusten Leser-Kommentare

  • alex.k am 28.08.2014 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude herrscht

    Man bin ich gerade um diese Leserkommentare froh. Es sind also noch nicht alle verblödet :')

  • Aritophanes am 28.08.2014 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich nicht, er auch

    Die Linken stört nicht, dass die Bürgerlichen einen Schnaps trinken, sondern dass sie keinen Gratis-Joint erhalten.

  • D. Ulmer am 28.08.2014 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnapsidee

    Das ist halt wieder einmal mehr so eine Schnapsidee der SVP. Passt zum Bild das man von dieser ?Partei? hat.

  • Studiosus am 28.08.2014 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prost!

    Ich bin 100% Anti-SVP und trinke so gut wie keinen Alkohol, aber wo sie Recht haben, haben sie Recht! Die Linken werden zu griesgrämigen Miesepetern und alten Jungfern, wenn sie sich über solche Kleinigkeiten aufregen. Ein Schnaps nach dem Essen tut gut und man ist deswegen kein Alki, im Gegenteil, man lernt mit dem Alkohol umzugehen. Besoffene SVPler wären eher besser als nüchterne. Fürs viel gefährlichere Kiffen sind die Linken aber. Das hat wohl mit Unwissen über die Gefahren von Cannabis zu tun. Prost!

  • ML am 27.08.2014 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an Moritz Schmid!

    Hier geht es viel weniger darum dass sich die Säcke über Mittag zuschütten sondern das die nicht selber dafür aufkommen! Oder ist das auch irgendwie mit der Tradition verknüpft das man den kirsch aufkeinenfall aus der eigenen Tasche bezahlt?! Lächerlich sowas! Überbezahlt und trotzdem noch schmarotzen!