«Blaues Blut»

02. September 2010 21:51; Akt: 02.09.2010 21:36 Print

Littauer stammt vom Zaren ab

von Daniela Gigor - Seit frühester Kindheit lebt Hermann Alexander Beyeler (57) in Littau. Dennoch stammt er seitens seiner Mutter Helena Lisicki vom russischen Zaren Alexander III. ab.

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In Hermann Alexander Beyelers Adern fliesst Blut des russischen Zaren Alexander III. (Bild: mer)

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Hermann Alexander Beyelers Mutter weihte ihre vier Kinder erst kurz vor ihrem Tod in ein gut gehütetes Familiengeheimnis ein. «Sie sagte, dass unser Grossvater ein unehelicher Sohn des russischen Zaren Alexander III. (1845 bis 1894) war», sagt Beyeler. Seine Mutter habe aus lauter Angst ihr Leben lang ihre Abstammung verschwiegen. Helena Lisicki, eine Polin mit russischer Abstammung, kam 1925 in Paris zur Welt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie in ein KZ in Polen deportiert. Danach gelang ihr die Flucht in die Schweiz, wo sie ihren künftigen Mann kennenlernte und ihn heiratete.

Die Geschichte von Beyelers Wurzeln wurde für die Sendung «Reporter» vom Schweizer Fernsehen verfilmt. Für ihn war der Film der Abschluss der Suche nach seinen Wurzeln: «Nun weiss ich, woher ich komme. Jetzt ziehe ich mich wieder zurück. Ich kann und will nicht Zar werden.» Diese Rolle gehöre Prinz Hans-Georg Yourievsky, der bisher als letzter lebender direkter Urenkel eines russischen Zaren gilt. «Wir sind gute Freunde und er anerkennt meine Abstammung», so Beyeler weiter. In Zukunft will der Millionär kürzertreten: «Man muss auch einmal zufrieden sein.» Der Mäzen will sich weiterhin seinem Kunst- und KulturZentrum Littau und dem kulturellen Austausch zwischen der Schweiz und Russland widmen.