Angst vor Coronavirus

05. Februar 2020 19:19; Akt: 05.02.2020 19:19 Print

Logistikfirma verweigert China-Rückkehrern Zutritt

Wer in den letzten drei Wochen in China war, darf nicht auf das Firmengelände der Galliker Holding AG. Grund dafür ist Coronavirus-Prävention.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Transportunternehmen Galliker Holding AG mit Sitz in Altishofen LU hat Schritte eingeleitet, um einer Verbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Ein Leser-Reporter entdeckte folgende Weisung, die als sofortige Massnahme an den Eingangsbereichen aller Standorte der Unternehmensgruppe ausgehängt wurden.

«Falls Sie oder nahe Angehörige sich in den letzten 3 Wochen in China aufgehalten haben, dürfen Sie unser Gelände nicht betreten.»

Zutritt auf das Firmengelände haben Besucher auch im Normalfall nur, wenn sie sich vorangemeldet haben. Die Betroffenen werden um Verzeihung gebeten und an ihre jeweilige Kontaktperson beim Unternehmen verwiesen. Die Weisung wurde von der Geschäftsleitung am Montag beschlossen und trat bei allen Niederlassungen im In- und Ausland in Kraft.

«Wir wollen niemanden diskriminieren»

Zur neuen Regelung äussert sich der Verwaltungsratspräsident Rolf Galliker gegenüber 20 Minuten folgendermassen: «Mit der Weisung wollen wir niemanden diskriminieren. Es geht darum, die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu schützen und unserer Verantwortung über die Warenketten gerecht zu werden.»

Das Unternehmen transportiert unter anderem lebenswichtige Güter wie Medikamente und Lebensmittel. «Gerade bei einer Pandemie ist es besonders wichtig, dass solche Warenketten gewährleistet werden», sagt Galliker. Und: «Wir wurden von Kunden aus der Pharma- und Lebensmittelbranche angehalten diese Weisung zu veröffentlichen.» Bis jetzt habe noch keinem Besucher der Zutritt verweigert werden müssen.

Andere Transportunternehmen verzichten auf solche Vorkehrungen. «Wir halten uns an die Weisungen des Bundesamtes für Gesundheit. Dieses hat noch keine verschärften Sicherheitsmassnahmen verordnet.», sagt Monika Friedl von der Camion-Transport AG. Ähnlich tönt es bei Planzer Transport. Philip Berini, Transportleiter bei Planzer sagt, man beobachte die Lage genau, entsprechende Schritte seien intern vorbereitet.

Reine Vorsichtsmassnahme

Das Transportunternehmen Galliker hat keine Niederlassung in China oder chinesische Kunden. Bei der Weisung handle es sich lediglich um eine Vorsichtsmassnahme innerhalb eines Standardprozesses, sagt Rolf Galliker weiter. So würden die Mitarbeiter auch angehalten, in den Ellbogen zu niesen und sich regelmässig die Hände zu waschen. Eine Kontamination könne dazu führen, dass ganze Abteilungen geschlossen oder unter Quarantäne gestellt werden müssten. Dies könne dann zu Lieferungsengpässen von wichtigen Waren führen. «Ein solches Szenario wollen wir verhindern», sagt Galliker.

Falls ein Besucher oder ein Angehöriger in den letzten drei Wochen tatsächlich Zeit in China verbracht haben sollte, muss er sich zuerst von einem Arzt durchchecken lassen. «Die Verantwortung liegt dann beim Arzt und wir warten sein grünes Licht ab», so Galliker.

Mitarbeiter müssen sich bei Symptomen bei ihren Vorgesetzten melden und sich ebenfalls einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Dies wird laut Rolf Galliker jedoch auch im Normalbetrieb so gehandhabt.

(nke)