Deutsche Helis über Uri

14. Juli 2011 12:04; Akt: 14.07.2011 12:05 Print

Luftwaffe darf Wildruhezonen ignorieren

Zivilisten können mit bis zu 150 Franken gebüsst werden, wenn sie in Wildruhezonen eindringen. Für deutsche Armee-Grosshelikopter und die Schweizer Luftwaffe gilt das allerdings nicht.

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Deutsche Armeehubschrauber dürfen über Jagdbanngebieten und Wildruhezonen Übungsflüge durchführen. (Bild: Keystone)

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Die Schweizer Luftwaffe und deutsche Armee-Grosshelikopter führen über Urner Jagdbanngebieten und Wildruhezonen Übungsflüge durch. Dagegen kann die Kantonsregierung nichts unternehmen. Es bleibt ihr nur der Appell an Piloten, die Probleme der Wildtiere zu beachten.

Wenn Zivilisten in die Wildruhezonen eindringen, kann der Kanton einschreiten. Gleitschirmflieger, Deltasegler, Skifahrer, Snowboarder, Schneeschuhläufer und Wanderer können mit Bussen bis zu 150 Franken bestraft werden. Wenn aber die Armee über die Wildruhezonen düst, bleiben den Kantonsbehörden die Hände gebunden.

Aktivitäten der Landesverteidigung - und offenbar auch Übungsflüge der Deutschen Bundeswehr im Rahmen des so genannten «Cross Country Trainings» - stehen über dem kantonalen Recht. Das ergab ein Gutachten, das die Urner Regierung in Auftrag gab.

Nur der «Weg des Dialoges»

Zwar muss auch der Bund den Schutz von Umwelt, Wild, Natur und Heimat beachten. Doch kann er im Rahmen der Luftfahrt übergeordnete Interessen beanspruchen. Kurz gesagt: Kantonale Wildruhezonen sind für ihn keine Verpflichtung.

Ihr stehe deshalb einzig «der Weg des Dialoges» mit den zuständigen Bundesstellen offen, schreibt die Regierung in einer am Donnerstag publizierten Stellungnahme zu einem Vorstoss im Kantonsparlament. So sei die Luftwaffe unter anderem darüber informiert worden, wo Helikopterflüge eher unproblematisch sind.

Luftwaffe der Problematik bewusst

Wiederholt habe man das Thema mit Vertretern der Luftwaffe besprochen, heisst es weiter. Man habe empfohlen, die Piloten auf die Probleme der Wildtiere mit dem Flügen hinzuweisen, Kreten nicht im Tiefflug zu überfliegen, Hänge nicht zu nahe anzufliegen, Schwebeübungen zu unterlassen.

Die Vertreter der Luftwaffe haben laut Urner Regierung auch in diesem Jahr wiederum bestätigt, dass sie sich der Problematik bewusst seien. Sie wollten auch prüfen, ob die kantonalen Jagdbanngebiete in die Lufthinderniskarten eingetragen werden könnten.

Mehr als den Bund darauf hinzuweisen, dass auch er verpflichtet sei, die Regeln des Umwelt- und des Wildschutzes zu beachten, könne sie aber nicht tun, hält die Urner Regierung fest.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S. Berger am 14.07.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied

    Es ist wohl ein Unterschied ob die Armee dort Übungen durchführt oder ob Zivilisten in einen solchen Gebiet Spass und Fun haben, bzw. ihrem Hobby fröhnen.

  • Benni Vogt am 14.07.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Krieg ist immer möglich!

    Gut so. Sicherheit geht vor. Und soll mir niemand sagen, wir seien nicht in Gefahr und von Freunden umgeben. Wir befinden uns inmitten einem knallharten Wirtschaftskreg, der erbarmungslos geführt wird. Je mehr Schulden und je grösser die Kriese in der EU desto schlimmer wird es. Der Druck wächst stetig an und wer weiss, vielleicht geht es gar nicht meh so lange und das was viele nicht mehr für möglich gehalten habentrifft ein. Bewaffnete Konflikte in Europa. Und diesmal wird die Schweiz nicht verschot bleiben. Denn wir werden die einzigen wo es noch was zu holen gibt. Ein besorgter Beobachter.

  • Andy Kretz am 14.07.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Die lieben Gesetze und Verordnungen.

    Dazu kann ich nur sagen: "Vor dem Gesetz sind alle gleich und gewisse gleicher!"

Die neusten Leser-Kommentare

  • S. Haussener am 16.07.2011 23:35 Report Diesen Beitrag melden

    Für das gibts Parlamentarier

    Für solche Fälle gibt es Parlamentarier. Sie haben die nötige Handhabe um dem Militär einen Riegel zu schieben. Bitte liebe URI Behörden, eine Aktion mit den Parteien starten um die Parlamentarier zu mobilisieren, dass solche Flüge in Zukunft unterlassen werden.

  • S. Berger am 14.07.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied

    Es ist wohl ein Unterschied ob die Armee dort Übungen durchführt oder ob Zivilisten in einen solchen Gebiet Spass und Fun haben, bzw. ihrem Hobby fröhnen.

  • Andy Kretz am 14.07.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Die lieben Gesetze und Verordnungen.

    Dazu kann ich nur sagen: "Vor dem Gesetz sind alle gleich und gewisse gleicher!"

  • Benni Vogt am 14.07.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Krieg ist immer möglich!

    Gut so. Sicherheit geht vor. Und soll mir niemand sagen, wir seien nicht in Gefahr und von Freunden umgeben. Wir befinden uns inmitten einem knallharten Wirtschaftskreg, der erbarmungslos geführt wird. Je mehr Schulden und je grösser die Kriese in der EU desto schlimmer wird es. Der Druck wächst stetig an und wer weiss, vielleicht geht es gar nicht meh so lange und das was viele nicht mehr für möglich gehalten habentrifft ein. Bewaffnete Konflikte in Europa. Und diesmal wird die Schweiz nicht verschot bleiben. Denn wir werden die einzigen wo es noch was zu holen gibt. Ein besorgter Beobachter.

  • Staun am 14.07.2011 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten?

    Ach die Probleme heutzutage! Da scheint es einigen Zeitgenossen unglaublich langweilig zu sein. Wird ja immer besser: Jetzt soll eine Armee schon auf Tiere Rücksicht nehmen. Vielleicht werden ja in Zukunft Kriege kurz unterbrochen, wenn ein Kamel oder eine Eidechse über die Strasse läuft. Leute Leute! Beschäftigt euch doch mal endlich mit den wirklich wichtigen Dingen auf dieser Welt!