Betrugsverdacht

29. März 2019 04:51; Akt: 29.03.2019 08:15 Print

Luxus-Leben auf Kosten von anderen

von Daniela Gigor - Der Auszug aus dem Betreibungsregister von K. Z. aus Küssnacht ist seitenlang. Obwohl er angeblich nichts besitzt, lebt er in einer luxuriösen Wohnung.

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K. Z.* lebt seit vielen Jahren in Küssnacht im Kanton Schwyz. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

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K. Z.* schafft es immer wieder, dass ihm Drittpersonen Darlehen gewähren. So etwa E. M.* aus Luzern. Wie im Auszug aus dem Betreibungsregister vom 15. Januar 2019 aus Küssnacht zu lesen ist, steht der 61-jährige Z. allein beim betagten E. M. mit 1,5 Millionen Franken in der Kreide.

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Im Mai 2014 gründete Z. eine AG, die im Immobilienbereich tätig sein soll. Laut einer Pfändungsurkunde* vom 8. November 2016 wurden die Aktien gepfändet. In dieser Urkunde steht, dass der Schuldner als Verwaltungsratsmitglied tätig sei. Er erziele kein festes Einkommen beziehungsweise seit November 2012 finanziere sich die Gesellschaft durch das gewährte Darlehen von M. Weitere Einkünfte irgendwelcher Art habe er keine.

M. hat den Geldhahn zudrehen lassen

Der Sohn von M., der anonym bleiben möchte, sagt gegenüber 20 Minuten: «Er rief meinen Vater täglich an und besuchte ihn ein- bis zweimal pro Woche.» Der Kontakt gehe bestimmt bis etwa ins Jahr 2000 zurück. Grosse Summen als Darlehen habe Z. in den Jahren 2015 bis 2018 erhalten. M. ist sich sicher, dass Z. vom Geld seines Vaters lebt. In der Zwischenzeit hat der Sohn den Geldhahn seines Vaters zugedreht.

Doch M. ist nicht der Einzige, bei dem Z. in der Kreide steht. Einem Luzerner Sportverein* hat Z. 2016 versprochen, 230'000 Franken für ein internationales Turnier beizusteuern. Die vom Schuldner schriftliche Zahlungstermin-Bestätigung endete ebenfalls in einem Betreibungsbegehren des Gläubigers.

Zwei Anzeigen wegen Betrug eingereicht

Andreas Kälin macht eine abgetretene Forderung eines ehemaligen Vermieters gegen Z. von einer Million Franken geltend. Diese hat sich über Jahre hinweg mit ausstehenden Mietzinsen, Nebenkosten sowie mehrere Dutzend Privatdarlehen angesammelt. Vor ein paar Jahren ist Z. an die aktuelle Adresse umgezogen. «Einen so dreisten Typen habe ich mein Leben lang nicht angetroffen», sagt Kälin der mittlerweile die Pfändung beim Betreibungsamt Küssnacht eingeleitet hat.

Z. unterschrieb sogar eine Vereinbarung, dass er die ausstehende Summe bis am 26. Februar 2018 auf ein Konto der UBS überweisen werde. Ausser einigen nicht eingehaltenen Zahlungsversprechen ist nichts passiert. Nun ist dem Sohn von M. und dem ursprünglichen Gläubiger der Million der Kragen geplatzt. Beide haben bei der Luzerner Polizei Anzeige erstattet. Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, hat auf Anfrage den Eingang von zwei Anzeigen wegen Betrug bestätigt.

Schulden belaufen sich auf 3,5 Millionen Franken

Die Schlinge zieht sich langsam enger um den Hals von Z. In der Zwischenzeit gab es eine Hausdurchsuchung in der luxuriösen Wohnung in Küssnacht mit Blick auf See und Berge, die Z. mit seiner Freundin bewohnt. Auch wurde er von der Polizei für eine Einvernahme nach Luzern mitgenommen. Kälin will bis zum bitteren Ende für das ausstehende Geld kämpfen und verhindern, dass auch andere Geld verlieren: «Ich habe auch eine Meldung an die Kesb geschickt, weil er sich sonst neue Opfer suchen könnte.»

Wie im Betreibungsregisterauszug weiter zu lesen ist, beläuft sich die Gesamtsumme, die er schuldet, auf 3,5 Millionen Franken. Inbegriffen sind auch Steuerschulden. Laut eigenen Angaben zahlt er auch keine Krankenkassenbeiträge. Alle Dokumente liegen der Redaktion vor. Z. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


* Name der Redaktion bekannt