Grosser Künstler

21. Februar 2009 21:24; Akt: 21.02.2009 21:32 Print

Luzern ehrt Hans Erni zum 100. Geburtstag

Luzern hat den Künstler Hans Erni am Samstag zu seinem 100. Geburtstag geehrt. Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss würdigte in ihrer Laudatio den gesellschaftlichen und politischen Inhalt des Werks von Erni.

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Die Stadt Luzern hat zu Ehren von Erni am Tag seines 100. Geburtstags am Samstag eine Feier veranstaltet, zu der dessen Familie, Bekannte sowie Persönlichkeiten aus der ganzen Schweiz eingeladen waren. Stadtpräsident Urs W. Studer erinnerte vor den rund 300 Gästen daran, dass sich in den letzten 100 Jahren die Weltbevölkerung von knapp 1,7 Milliarden auf rund 6,7 Milliarden Menschen vervierfacht habe. Parallel dazu hätten sich auch Umwelt- und Gesundheitsprobleme vergrössert. Hungersnöte, Luftverschmutzung und Raubbau an natürlichen Ressourcen seien Themen, die Erni während seiner acht Jahrzehnten künstlerischen Schaffens stets begleitet hätten.

Alt Bundesrätin Dreifuss erinnerte daran, dass Erni dabei gewesen sei, als es um die Bekämpfung der Armut gegangen sei, der AHV zum Durchbruch zu verhelfen und weiter zu entwickeln, die Gewässer zu schützen oder die Atomwaffen zu bekämpfen. «Deine Plakate haben den Abstimmungsargumenten einen zusätzlichen Wert verliehen», sagte sie gemäss schriftlichem Redetext. «Sie gaben den Kampagnen eine Würde, die heute fehlt.»

Das Kunstmuseum Luzern zeigt im kommenden Frühjahr eine grosse Retrospektive von Ernis Schaffen. Dabei wird auch sein 90 Meter langes Wandbild «Die Schweiz, Ferienland der Völker» gezeigt, das er für die Landesausstellung 1939 in Zürich geschaffen und das ihn in der Schweiz bekannt gemacht hatte. Einst in den 1950-er Jahren als Kommunist verschrien und als Landesverräter boykottiert, wurde er im Januar dieses Jahres bei den Swiss Awards für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der wohl bekannteste zeitgenössische Schweizer Künstler steht auch heute noch täglich in seinem Atelier und arbeitet derzeit an der Gestaltung einer 60 Meter langen Aussenwand des UN-Hauptsitzes in Genf.

(ap)