Luzerner Lingerie-Label

29. November 2018 05:39; Akt: 29.11.2018 05:39 Print

Dessous-Designerin feiert Schönheit ohne Perfektion

Das Luzerner Lingerie-Label Thoughts of September will die Schönheit der Frau feiern. Schönheitswahn à la Victoria's Secret zeigt die Schöpferin aber die kalte Schulter.

Die Gründerin Zippora Marti über ihr Lingerie-Label.
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«Wenn du siehst, wie schön du bist – nicht perfekt – aber schön», heisst es auf der Website des Luzerner Lingerielabels Thoughts of September – kurz: Thoose. Die Idee: Mit nachhaltig produzierten Dessous sollen sich Frauen schön fühlen, wie sie sind – ohne Schönheitswahn und Hang zu Perfektionismus.

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«Lingerie zum Schönfühlen»

«Ich habe an mir selbst gemerkt, wie das Tragen von schöner Unterwäsche mein Denken über mich verändert – ohne das Gefühl zu haben, andere Leute beeindrucken zu müssen», sagt die Labelgründerin Zippora Marti zu ihrer Motivation. Dass sie «Lingerie zum Schönfühlen» produzieren will, merkte sie auch, als sie für sich selbst Unterwäsche genäht hatte und diese perfekt passte.

«Es geht um die Verschmelzung von Ästhetik, Komfort und Nachhaltigkeit», sagt Marti zur ersten Kollektion. Mit dem Label möchte Marti auch eine persönliche Botschaft vermitteln: «Wir sind schön, so wie wir sind. Wir müssen keinem Schönheitsideal hinterherrennen oder anderen Leuten gefallen», sagt die gelernte Bekleidungsgestalterin und Schnitttechnikerin.

Be yourself, everyone else is already taken

Zu viele Leute würden viel Zeit und Ressourcen für die ständige Optimierung einsetzen und zu viel Zeit für den Perfektionismus-Wahn verschwenden. «Dabei geht so viel verloren. Manche Leute scheinen dabei zu vergessen, wer sie überhaupt sind.» Die Labelchefin verweist auf ein Zitat, das dem irischen Autor Oscar Wilde zugeschrieben wird: «Be yourself, everyone else is already taken» (Etwa: Sei du selbst, alle anderen sind schon vergeben).

Luzerner Modeschöpferin feiert die Unperfektheit

Mittels Crowdfunding will Marti nun Geld sammeln für den Start der ersten Kollektion – und auch dort bleibt sie auf dem Boden. Mit dem Geld soll beispielsweise eine Büste und eine professionelle Nähmaschine angeschafft werden. Momentan produziert sie die Unterwäsche mit Grossmutters Nähmaschine.

Stücke sollen lokal produziert werden

Produziert wird die Unterwäsche in Luzern. Die Schöpferin selbst stellt die Stücke in Handarbeit her. Die Rohstoffe dazu sollen möglichst Nachhaltig sein: So wird als Ausgangsmaterial etwa Tencel aus Portugal eingesetzt: Das sind Zellulosefasern, die aus Eukalyptusholz hergestellt werden. Die Spitze stammt aus Italien und soll baldmöglichst zu 100 Prozent aus recyceltem Material hergestellt werden.

Für den Start hat sie weitere Mitstreiterinnen ins Boot geholt – alles könne sie nicht alleine machen. Anfang März soll die Kollektion auf den Markt kommen. «Das Ziel ist eine möglichst nachhaltige Produktion», sagt Marti. «Der Traum wäre es, hier in Luzern Arbeitsplätze zu schaffen.» Je nach Geschäftsentwicklung gebe es jedoch verschiedene Möglichkeiten, wie die Unterwäsche dereinst produziert werden soll. «Wir sind auch in Gesprächen mit verschiedenen Produktionsstätten in der Schweiz und umliegenden Ländern.»

(gwa)