Überfall auf Gübelin

11. November 2019 11:05; Akt: 11.11.2019 16:34 Print

Millionen-Räuber könnten Pink Panther sein

Kürzlich haben zwei unbekannte Männer am Schwanenplatz in Luzern das Uhren- und Schmuckgeschäft Gübelin überfallen. Die Luzerner Polizei konnte sechs Personen festnehmen

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Am 26. Oktober 2019 haben zwei unbekannte Männer das Uhren- und Schmuckgeschäft Gübelin in der Stadt Luzern überfallen. Die Täter sind danach mit der Beute geflüchtet.

Die Luzerner Polizei konnte jedoch einen enorm schnellen Fahndungserfolg verbuchen: Gestützt auf Ermittlungen, in welche auch die Kantonspolizei Zürich involviert war, hat die Luzerner Polizei schon am nächsten Tag sechs Personen festgenommen und mehrere Hausdurchsuchungen in Luzern durchgeführt, teilte sie am Montag mit. Dabei konnte ein Teil des Deliktsguts sichergestellt werden: Uhren, Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von mehreren Millionen Franken.

Gehören die Täter zu berüchtigter Bande?

Die festgenommenen Personen sind in Untersuchungshaft. Es handelt sich um fünf Männer und eine Frau im Alter von 19 bis 53 Jahren. Sie stammen aus Deutschland (2), Montenegro (2), Bosnien und Herzegowina (1) und Nord Mazedonien (1). Laut Auskunft der Polizei haben drei Personen Wohnsitz in Luzern, jemand ausserkantonal und zwei im Ausland.

Derzeit laufen intensive Ermittlungen und Einvernahmen zum Raubüberfall. Wird auch abgeklärt, ob die Bande Verbindungen zur berüchtigten Pink-Panther-Organisation haben könnte? «Wir machen bei solchen Ermittlungen immer auch Umfeldabklärungen in allen Richtungen», so Polizeisprecher Urs Wigger.

Die Pink-Panther-Bande ist bekannt für ihr schnelles und unauffällig Vorgehen, sie kundschaftet das Ziel im Voraus minutiös aus. Sie hatte es auch schon auf Gübelin abgesehen: In Zürich raubte sie vor neun Jahren die dortige Filiale aus - und erbeutete dabei 5,5 Millionen Franken.

In Luzern kamen die Täter durch den Personaleingang

Die Täter vom 26. Oktober 2019 bei Gübelin in Luzern betraten das Geschäft durch den Personaleingang an der Seehofpassage. Die Polizei geht laut Sprecher Wigger davon aus, dass die Täter in Luzern bei ihrem Überfall bewaffnet waren. Die Untersuchungen führt die Staatsanwaltschaft Luzern, Abteilung Spezialdelikte.

Ex-Kriminalkommissär spricht von professionellem Vorgehen

«Die Vorgehensweise und die Nationalität der Täter könnte darauf hinweisen, dass es sich um Mitglieder von Pink Panther handelt», sagt Markus Melzl, ehemaliger Kriminalkommissar von Basel Stadt. Er vermutet, dass die beiden Personen, die im Ausland leben, den Überfall verübt hatten. «Die anderen Beteiligten dürften sich mit der Logistik befasst haben, die Vorarbeiten erledigt- und die eigentlichen Täter vor, bei und nach dem Überfall unterstützt haben», sagt Melzl weiter.

Über den raschen Ermittlungserfolg der Luzerner Polizei kann Melzl nur spekulieren: «Die Zusammenarbeit mit den Zürchern könnte rasch stattgefunden haben, weil diese der Täterschaft bereits in einem anderen Zusammenhang auf der Spur war.» Möglich sei auch, dass ein entscheidender Tipp aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen sei oder dass einer der Täter einen Fehler gemacht habe.

(mme)